Bergedorf Nr. 1

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28.10.07, 16:31:04

carolinus

Hallo,
Ich habe hier 4 Bergedorfmarken abgebildet. Die ersten drei Marken sind von links nach rechts:

1a Original
1 Neudruck von 1872
1 Neudruck von 1887


Die Kennzeichen der ND sind u.a. der Punkt im rechten Strich des N von EIN. Die Neudrucke von 1887 haben zusätzlich einen hellen Adlerkopf.
Nun habe ich ein umfangreiches Lot mit ND und Fälschungen dieser Marke erhalten. Darin enthalten waren auch einige wie die vierte abgebildete Marke. Sie hat statt des Punktes ein verkleckstes N, ebenso das B von HALBER.

Ist es auch ein ND von 1887 oder eine Fälschung?

Gruß carolinus

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16.01.08, 15:41:30

carolinus

geändert von: carolinus - 16.01.08, 15:42:06

Da ich mittlerweile in den Besitz des Krötzsch gekommen bin, kann ich - so glaube ich zumindest - selber meine oben gestellte Frage beantworten.

Bei der rechten Marke, die mir auf Grund des fehlenden Punktes im rechten Strich des N von EIN aufgefallen war, handelt es sich auch um einen ND von 1887. Dieser ND wurde im Bogen von 200 Stück hergestellt. Der Bogen ist dabei aus 20 senkrechten Streifen mit je 10 Marken zusammengestellt, diese 10er Streifen sind als Umdruckblock verwendet. Jede Abweichung, die in den Einzelmarken des 10er Streifens vorhanden ist, wiederholt sich deshalb in der gesamten waagerechten Reihe.
Laut Krötzsch zeigt jede 8. Marke des 10er Umdruckbogens auf dem N von EIN eine schwarze Schmierung, die das N verunstaltet. Damit dürfte die rechte Marke eine der 20 Marken aus der 8. Reihe des 200er Bogens sein.

Gruß carolinus
16.01.08, 16:57:53

Juergen Kraft

Hallo Carolinus,

der Schnelltest bei dieser Marke ob ND ist das "A" von Postmarke. Beim ND fehlt (oder extrem verkümmert) der Querstrich. Es gibt nur zwei Neudrucke, 1872 und 1887. Der spätere (1887) hat den helleren Adlerkopf.

Die Fälschungen haben verbollerte Reifen im Kettenkreis und die Originale zeigen die Echtheitsmerkmale.

Hier noch einmal die Echtheitsmerkmale zusammengefasst:

1/2 Schilling auf blau: Im Kettenring unter dem zweiten "E" in "BERGEDORF" ist mitten im Kreis ein waagrechter Strich

1 Schilling auf weiß: ebenso waagrechte Striche in den Kettengliedern, jeweils zum Buchstaben hin gesehen unter dem "I" von "EIN", unter dem zweiten "E" von "BERGEDORF" und über dem ersten "L" von "SCHILLING"

1 1/2 Schillig auf gelb: der Strich wie oben, über dem ersten "L" von "SCHILLING" und unter der Kugel unter dem Schwarzen "L" ein Punkt.

3 Schillinge blau auf rosa: der Strich wie oben, über dem ersten "L" von "SCHILLING". Die rechte Senkrechte des "M" in "POSTMARKE" ist durch feine Strichelchen abgetrennt.

4 Schilling auf chamois: Im Kettenring unter "IE" von "VIER" ein winziger Punkt, der an die Inschriftenleiste stößt. Links in den Hintergrundlinien, auf drei Uhr, also in der Mitte des Kreises links, gibt es keinen Strich nach rechts oben. Der befindet sich aber auf fast jedem Neudruck. Neudrucke ohne den Strich, zeigen den Adlerkopf mit "Pickelhaube", also einem Strich nach oben.

Ansonsten kann man natürlich dicke Bücher schreiben über jedes Feldmerkmal von Originalen und Neudrucken und den ungezählten Fälschungen.
16.01.08, 17:10:36

carolinus

geändert von: carolinus - 16.01.08, 17:13:12

Hallo Jürgen,
was mich stutzig gemacht hat, war eben der fehlende Punkt im N von EIN, den sowohl die 1872er, als auch die 1887er ND zeigen. Stattdessen war da eben dieser dicke, verschmierte Fleck. Von einem Original bin ich aber natürlich auch nicht ausgegangen, war mir aber nicht sicher, ob die Marke vielleicht eine "Nicht-Moensche-Fälschung" sei.

Mein erster Blick, wenn es darum geht, Originale der 1 zu erkennen, gilt auch, genau wie du schreibst, dem A und auch dem H in HALBER und POSTMARKE. Danach werfe ich einen Blick auf das N von EIN. Dort steht bei allen ND der oben erwähnte Punkt, bei allen Originalen fehlt er.

Gruß carolinus, der in einem Jahr viel von dir gelernt hat!

 
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