Pishing Mafia schlägt zu

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24.12.07, 15:36:54

Juergen Kraft

Wie kann ich mich schützen?

Kaufinteressenten sollten ein paar auffällige Hinweise, als Warnung beachten.

Leider kein Einzelfall, sondern auch bei Briefmarken regelmäßig zu beobachten. Anbieter die längere Zeit bei Ebay inaktiv waren und meist auch noch nie Briefmarken gekauft oder verkauft haben, bieten meist ein einziges, teures Stück an.

Was die Mafiosi nicht bedenken, die teuren Stücke fallen den Spezialsammlern sofort auf. Insbesondere wenn sie in kurzen Zeitabständen mehrfach angeboten werden. Hier ein aktuelles Beispiel: Artikel 120200668594, 120198371360, 120194738531. Das echte Ebaymitglied dürfte von den Vorgängen nichts gemerkt haben. Die Vermutung der Anbieter könnte den Artikel mehrfach selbst gekauft haben, weil der Verkaufspreis zu niedrig war, ist abwegig. Im Gegenteil, auch allen Bietern die noch auf den Artikel geboten hatten, werden Kaufangebote gemacht. Es geht ja nicht darum die Ware zu liefern, sondern darum, dass Geld überwiesen wird.

Bekommt der "Käufer" die Bankverbindung mitgeteilt, so ist der Name meist abweichend vom Namen des Verkäufers und die Bank ist auch meist nicht am Wohnort des Verkäufers. Spätestens dann sollte der "Käufer" durch Kontaktaufnahme mit dem "Verkäufer" sicherstellen, dass dieser die Ware hat, die Bankverbindung zu ihm gehört usw. Ich bin gerne behilflich. Lässt sich kein Kontakt herstellen, dass ist bei den Mafiosi regelmäßig der Fall, sollte man bei der Staatsanwaltschaft den Sachverhalt vorbringen und insbesondere die Bankverbindung weiterreichen.

Wie Funktioniert das Geschäft?

Man braucht dazu einen Ebayaccount und eine Kontonummer.

Den Ebayaccount bekommt man über Pishing-Mails. Damit werden Passwörter ermittelt. Ist der Account eine gewisse Zeit inaktiv, kann der Betrüger also davon ausgehen, dass dem Inhaber Angebote nicht sofort auffallen, bzw. Mails bei yahoo, gmx oder anderen nicht mehr zugestellt werden, weil der Mailaccount auch nach z. B. sechs Monaten inaktiviert wird.

Der so "gereifte" und gekaperte Account wird dann für ein passendes Angebot genutzt. Text und Bild wird aus früher gespeicherten, echten Angeboten genommen.

Um das Geld zu erbeuten, benutzen die Betrügerbanden einen auch schon altbekannten Trick. Über Spammails werden sogenannte "Finanzagenten" gesucht, die Geld auf ihrem Konto in Empfang nehmen und per Western Union nach St. Petersburg oder in die hintere Mongolei versenden. Dafür dürfen sie 10% der Beute behalten. Natürlich macht man diesen Leuten vor, dass alles völlig legal wäre. Trotzdem drohen diesen Opfern nicht nur empfindliche Strafen, soweit möglich, müssen die "Finanzagenten" an die geprellten Käufer das Geld aus eigener Tasche zurückzahlen.

Was man Ebay getrost vorwerfen darf, die Betrugsmasche erzeugt ein Muster, dass man per Software ausfiltern könnte. Ich wäre kurzfristig in der Lage eine Warnmeldung zu produzieren, wenn ein Mitglied dass größer fünf Monate inaktiv war, einen Artikel in einer Kategorie anbietet, in der es noch nie etwas ge- oder verkauft hat. Wird die identische Beschreibung trotz Verkauf ein zweites Mal eingestellt, kann man schon fast automatisch den Staatsanwalt informieren. Ebay will wohl die Personalkosten für wirkliche Sicherheitsmaßnahmen einsparen.

Damit möglichst Viele die Hinweise lesen, habe ich auch einen kleinen Ratgeber dazu verfasst. Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.
24.12.07, 16:01:53

whabner

Überall Lumpen und Banditen!
Wäre mir evtl niemals aufgefallen! Es sei denn, ich wäre auf der Suche nach dieser Marke oder sowieso ständig in der entsprechenden Rubrik am lesen.
Aber DEN könnte man noch wegen unzähliger anderer "Vergehen" dranbekommen: Er bietet als "Gewerblicher" an, und hat ja wirklich NULL Informationen in seinem Angebot! Darüber wäre ich gestolpert! Merken die sowas bei EBAY nicht, oder isses denen Wurscht, Hauptsache Provision (die dann wahrscheinlich ja ebenfalls nicht kommt!)?

Gruß Walter
24.12.07, 16:28:50

Juergen Kraft

Hallo Walter,

das nicht mehr aktive Mitglied hatte sich eventuell einmal als gewerblich angemeldet. Der Account ist von Fremden übernommen. Denen ist völlig egal, was da eingestellt ist. Text und Bild wird von einem teuer verkauften Artikel geklaut. Die können auch zum Artikel nichts sagen. Vermutlich können Sie auch kein Deutsch. Eine Kontaktaufnahme ist nicht möglich, weil nicht nötig und nicht erwünscht.

Die Kriminellen warten auf die Nachricht vom Verkauf über das Ebaysystem. Die brauchen auch keine Emailadresse. Dann wird die Zahlungsnachricht mit der Kontonummer des Finanzagenten verschickt. Der schickt das Geld per Bargeldtransfer ins sichere Ausland. Mehr ist nicht zu tun.

Die echten Mitglieder fallen aus allen Wolken, wenn sie etwas von dem Vorgang merken. Oft erst, wenn Ebay die Verkaufsprovision haben will. In einem früheren Fall konnte ich den echten Accountinhaber ohne Ebay ermitteln und Kontakt aufnehmen. Leider hat Ebay solche Ermittlungsversuche stark erschwert.
27.12.07, 19:46:03

Lars Boettger

Die gute Nachricht:

Durch die Veröffentlichung des Falles hat der letzte Käufer kein Geld überwiesen.

Die schlechte Nachricht:

Die zwei anderen Höchstbieter sind geprellt worden.
27.12.07, 23:00:50

Juergen Kraft

Hallo,

aus dem Fall scheint einmal mehr hervor zugehen, dass es keinen Schutz vor dieser Betrugsmasche gibt. Dem ist aber nicht so!

Vor diesen dummdreisten Betrügerbanden kann man sich relativ einfach schützen.

In mehreren Fällen habe ich versucht mit den "Verkäufern" in Kontakt zu treten. Das ist nie gelungen. Es gab keine Antwort. Keine Antwort = kein Geld.

Gehen wir davon aus, dass die Gangster lernfähig sind. Irgendeiner kann deutsch und es kommt doch zur Kommunikation. Dann geht es ganz einfach. Der Verkäufer soll ein aktuelles Bild von Vorder- und Rückseite als 1200 DPI oder größer, als Scan schicken oder ein 5 MPixel Digitalfoto. Hat der Verkäufer die Ware, wird es auch ein Bild geben, ein Bild dass deutlich mehr zeigen muss, als die bisherigen Ebayfotos.

Bei fast allen Dingen über 100,- Euro Kaufpreis und unbekannten Verkäufern, verfahre ich so. Die ehrlichen Verkäufer haben Verständnis.

So habe ich Digitalkameras, Notebooks und ähnliches über Ebay gekauft und bin nie betrogen worden.

Noch etwas positives, die Mafiosi geben in der Regel auch keine negativen Bewertungen ab. Sie sind wirklich nur an Geld interessiert und an sonst nichts.
29.03.08, 15:02:26

Juergen Kraft

Eben erreicht mich ein neues Phishingmail das zu einer italienischen Seite führt. Sichtbar ist eine legale Ebay-URL und gelinkt wird auf die Phishing-Seite. Ich stelle das Mail hier vor, weil der Text genial ist!

Ich habbe ihnen die zahlung fuer das traktort fuer 2 wochen gesicht und sie antworten mir garnicht,ich werde meine anwalt ruffen und ihnen zu ebay und das polizei denunzieren weil sie um meinen geld die 4000 euro das ich ihnen in voraus gesicht habbe betrugt.Sie mussen antwort so bald wie moglich oder sie werden das polizei zu ihre tuer habben in ein par tage.

Dazu kann ich nur sagen: Saggest du habbst dich betruegt! Sack nochmal, mach ich dich Messer!

Hier noch eine Übersetzung:
Ich bin mit meinem Anwalt im Traktor zur Polizei gefahren und habe eine Selbstanzeige gemacht, weil mir sonst Ebay in ein paar Tagen 4.000 Emails vor die Tür legen wird. Oder?
29.03.08, 18:27:52

Mattin

Nein, Jürgen, das verstehst Du falsch. Der Typ hat vor 2 Wochen einen Traktor gesichtet und will daher mit seinen Anwalt raufen, weil ebay die Polizei denunziert hat und die Dir in ein paar Tagen eine neue Tür für 4000 Euro einbauen. Oder so ähnlich :D
 
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