Reparaturen erkennen

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21.02.08, 16:41:02

Juergen Kraft

Erkennen von Papier-Reparaturen

Die meisten Reparaturen sind eher schlecht ausgeführt und sind mit bloßem Auge erkennbar. Damit auch bessere Reparaturen erkannt werden, sollte man eine kleine „Checkliste“ abarbeiten. Zuvor bietet sich eine erste, optische Kontrolle an.

Zeigt das Markenbild Unterbrechungen oder Nachmalungen?

Wie sieht die Stelle aus, an der üblicherweise Falze gesessen haben könnten?

Sind eventuelle Stempel nachgemalt?

Wie sehen Vergleichsstücke aus?

Test 1 – Farbunterschiede im Papier - Tageslicht und UV-Lampe
Im Idealfall hat man Vergleichsmaterial. Ein einwandfreies Vergleichsstück wird dann im Tageslicht und im UV-Licht mit der zu prüfenden Marke verglichen. Besonders die Papierfarbe der Rückseite unter UV-Licht ist interessant. Meist weicht die Papierfarbe reparierter Stellen ab. Sie ist heller oder dunkler, matter oder glänzender. Verdächtige Stellen betrachtet man auch, indem man die Marke fast waagrecht vor sich hält und die Oberfläche reflektiert.

Auch ohne Vergleichsmaterial kann man einiges sehen. In der Regel ist die Papierfarbe von Vorder- und Rückseite gleich. Die Ausnahme ist gestrichenes Papier, dass eine behandelte Vorderseite hat.

Test 2 – die Faserstruktur
Unter dem Mikroskop oder einer Stereolupe oder mit Hilfe eines Scanners ab 2400 DPI optisch, lassen sich einzelne Fasern der Papiermasse erkennen. An freien Stellen der Vorderseite lässt sich gut erkennen, wie die Papierstruktur aussehen muss. An reparierten Stellen ergeben sich zumindest an den Übergängen zur originalen Papiermasse, sichtbare Ansatzstellen. Besonders wenn bildseitig das Bild oder der Stempel ergänzt wurden, sieht man den Ansatz der falschen Zeichnung. Auch bei sehr vielen Marken mit angesetzten Rändern, die voll hinterlegt sind, kann man den Übergang wie eine Treppenstufe, auf der Bildseite sehen.

Test 3 – Benzinbad
Ein Test der auch sonst unsichtbare Veränderungen in der Papierstruktur sichtbar macht, ist der Benzintest. Dafür ist ein billiger, altmodischer „Wasserzeichensucher“, eine kleine Schale aus schwarzem Kunststoff oder Glas und chemisch reines Waschbenzin aus der Apotheke notwendig. Am einfachsten ist das Benzin mit einer Pipette aus einem entsprechenden Fläschchen zu entnehmen. Die Marke wird mit der Bildseite nach unten in die Schale gelegt und mit einigen Tropfen Benzin beträufelt. Der entscheidende Moment kommt beim Verdunsten des Benzins. Unterbrechungen der Struktur, auch ausgebügelte Büge oder unsichtbare Bugspuren, sind für einen Moment, als hellere oder dunklere Striche oder Flecken sichtbar. In homogener Papiermasse verdunstet auch das Benzin gleichmäßig. Bei Unterbrechungen staut sich die Flüssigkeit oder wurde schlechter angenommen.

Man braucht etwas Übung und Geduld. Gut zum Üben geeignet sind Marken bei denen die Mängel bekannt sind. Einige Prüfer markieren Papierfehler mit Bleistift auf der Rückseite oder Sie haben den Fehler schon unter der UV-Lampe deutlich sehen können.

Prüfer signieren auch Marken die Fehler haben, die nur im Benzintest sichtbar werden leicht erhöht. Oft fragen sich auch Fortgeschrittene, ob der Prüfstempel versehentlich höher angebracht wurde, wenn die ersten zwei beschriebenen Tests kein Ergebnis bringen.

Wenn Strukturen sichtbar werden, so stammen Linien in der Regel von Bügen (die leichte Form eines Knicks) und Kurven von ergänzter Papiermasse. Flecke auf der Rückseite von Hinterlegungen.

Eine komplette Hinterlegung, eine häufige Form der Reparatur, ist im Benzintest meist nicht zu erkennen. Hier hilft einwandfreies Vergleichsmaterial oder der Vergleich der Fasern auf der Vorderseite mit denen der Rückseite.
 
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