04.07.08, 20:22:09
Juergen Kraft
Hallo, heute habe ich eine Helgolandmarke erhalten, die ich über Delcampe gekauft hatte. Eine Nr. 17 die auf dem bei delcampe oft üblichen Mircoscan so aussah, als ob sie auch echt sein könnte.
Natürlich war die Marke nicht echt, sondern ein Berliner Neudruck von 1885 und mit Falz und 200.000 Auflage eigentlich Müll.
Bei der Durchsicht der gefährdeten Gebiete fällt sofort auf, dass sicher mehr als 50% der besseren Altdeutschland Briefmarken falsch (oder Stempel falsch) sind. Bei Bergedorf, Helgoland, Thurn und Taxis stempelfälschungsgefährdet und ähnlichen Marken sind mehr als 90% der als echt beschriebenen Marken, wertlose Fälschungen. Ich habe einige der Fälschungen an Delcampe gemeldet. Ds hatte ich schon einmal gemacht und keinen Erfolg gesehen. Ich hatte auch schon Verkäufer informiert die besonders lächerlichen Müll angeboten hatten. Die schrieben dann zurück die Marken wären echt. Es scheint also sinnlos.
Ein Beispiel gefällig?
http://www.delcampe.net/page/item/id,11343776,var,Bergedorf-yt-6-ob,language,G.html
Eine wirklich bescheuerte Ganzfälschung mit Eiern statt Kreisen für 200,- Euro:
http://stampsx.com/forum/attachment.php?id=390&
Dateianhang:
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05.07.08, 09:18:20
urmel
Hallo Herr Kraft,
die gleichen Erfahrungen habe ich auch schon gemacht. Weder Delcampe noch Einlieferer dort sehen sich genötigt, Müll auszusortieren.
Wäre es möglich, dass Problemanbieter von ebay nach dorthin wechseln, um weniger Probleme gewärtigen zu müssen?
MFG urmel
05.07.08, 13:44:33
Juergen Kraft
Hallo Urmel,
Hauptursache für falsch beschriebene deutsche Briefmarken auf Delcampe ist die Unkenntnis über deutsche Briefmarken bei den nicht Deutschen Anbietern.
Viele Deutsche blamieren sich mit falsch beschriebenen Marken aus Südamerika oder Altitalien usw. Es fehlen Kataloge, Informtionen und das Bewusstsein, dass es Fälschungen dieser Marken gibt.
Natürlich gibt es auch deutsche Anbieter bei Delcampe. Da kann man das Gefühl haben, es würde tatsächlich die Ware angeboten, die man sich nich mehr wagt auf ebay.de anzubieten.
Ein
Beispiel des Anbieters "Chemnitzer" bei delcampe. Der Anbieter ist Briefmarkenhändler, siehe sein Impressum beim Artikel. Er wirbt auch damit, Mitglied im BDPH zu sein. Es gab auch einmal einen Ebay Powerseller, wohl mit anderem Vornamen, aber sonst gleich. Der Ebayname war
brfm.antje. Weiss jemand was mit dem Ebay-Mitglied passiert ist?
Der Thurn und Taxis Nummernstempel "28" gehört zum Ort "Gudensberg" bei Kassel. Dort war Silbergroschenwährung. Im Angebot ist aber die Währung der "Süstaaten" nämlich eine 30 Kreuzermarke. Ich habe den Anbieter auf die Fälschung hingewiesen:
Stempel falsch! "28" Gudensberg ist Sgr. Währung und kann nicht auf Kreuzer vorkommen! echter stempel siehe: http://stampsx.com/ratgeber/stempel-bilder.php?id=7446
Beim Angebot steht auch noch: geprüft SEM.
Der Anbieter schreibt also zurück, ob ich denn mehr wisse, als der Prüfer. Das ist natürlich ziemlich naiv. Wer Stempel fälschen kann, fälscht auch Prüfzeichen. Sollte das Problem dem Anbieter unbekannt sein? Herr Sem hat diese Marke sicher nie gesehen oder stht hinten drauf "Stempel Falsch SEM BPP". Dann wäre die Marke ja auch geprüft.
Hier noch ein Bild Schmuckstücks. Links eine echte Abstemplung, rechts die Fälschung. Es gibt auch keine zwei Typen des Stempels. Falls eine Signatur SEM BPP auf der Marke sein sollte, handelt es sich um eine Urkundenfälschung.
05.07.08, 15:00:49
Juergen Kraft
Der Anbieter war so freundlich und hat einen zwar schlechten, aber ausreichen großen Scan der falschen Signatur SEM BPP ergänzt. Hier eine Übersicht:
http://stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php?stempelsuche=SEM%20BPP
02.09.08, 22:21:53
garfield
Hallo,
mal ne Frage, Sie kennen sich toll aus, woher können Sie all die Fälschungen und Nachzähnungen etc erkennen, ohne das Sie die Marke in der Hand haben.
02.09.08, 22:37:38
Juergen Kraft
Ein Scan zeigt die Zeichnung der Briefmarke. Die Zähnung kann man an mit Software (Michel Perfoscop) vermessen. Ein 2400 DPI Scan zeigt Details für die man früher ein Mikroskop benötigte.
Falls die Frage darauf hinausläuft, woran man nun die Fälschung konkret erkennt, ist die Antwort: durch Vergleich mit echtem Material.
In den Ratgebern und auch hier auf den Seiten im Forum sind wichtige Stellen mit Pfeilen markiert, damit jeder nachvollziehen kann, wie man zum Ergebnis kommt. In diesem Forum versuchen wir Beurteilungen nach Gefühl zu vermeiden.
Falls dir ein Einzelfall rätselhaft ist, frage einfach in dem Thema und dir wird geantwortet werden.
02.09.08, 22:41:09
garfield
Danke für die schnelle Antwort
03.09.08, 15:24:22
Lars Boettger
Falls die Frage darauf hinausläuft, woran man nun die Fälschung konkret erkennt, ist die Antwort: durch Vergleich mit echtem Material.
@garfield:
Den Satz kann man erweitern: Wenn viel Material durch die Hände geht, dann bekommt man ein Auge für echt/falsch. Wenn man sich intensiv mit Briefmarken und deren Herstellung beschäftigt, dann erleichtert das ebenfalls die Fälschungserkennung.
Beste Sammlergrüsse!
Lars