Frankreich Mi.-Nr. 239 "Le Havre"

original Thema anzeigen

 
26.07.08, 17:00:09

Juergen Kraft

geändert von: Juergen Kraft - 26.07.08, 17:43:34

In einem anderen Forum wird eine echte Frankreich "Le Havre" als Aufdruckfälschung bezeichnet. In einem französischen Forum hätte jemand die Marke als falsch erkannt.

Hier die Marke im Detail und ein paar Vergleichsstücke dazu. Alle gezeigten Marken sind echt!










Die Stempeltype ist bei dem zu Unrecht verdächtigten Stück, nicht aus 1929. Das ist eventuell für den Endpreis interessant, aber nicht für die Fälschungsbekämpfung. Die Marke und der Aufdruck sind echt, die Marke ist noch heute frankaturgültig.
28.07.08, 00:11:18

Concordia CA

Im Zusammenhang mit dieser Marke ist vielleicht ein Auszug aus dem Heft "Check to the Forgers", von Dr. Artur Schroeder aus dem Jahr 1935 von Interesse. Dort werden in der Tschechoslowakei hergestellte Fälschungen abgehandelt.

Mit besten Sammlergrüßen
Concordia CA
Dateianhang (verkleinert):

 21a.jpg (191.41 KByte | 12 mal heruntergeladen | 2.24 MByte Traffic)

28.07.08, 01:29:30

Juergen Kraft

Hallo Concordia CA,

vielen Dank für den Scan. Ich habe den Beitragseröffner gebeten mir einen Scan zu schicken, aber nichts mehr von ihm gehört. Ich nehme an, in dem französischen Forum hat man in der Zwischenzeit selbst bemerkt, dass die Marke echt ist und kein "Schwindel", der dort wohl unterstellt wurde.

Ich weiß nicht ob er das Buch meint aus dem dein Scan ist. Tatsächlich würde man nach diesem Buch die Marke auch als eher echt einstufen können. Die älteren Bücher mit den Zeichnungen sind aus heutiger Sicht eher weniger hilfreich.

Die falsch beurteilte Marke ist ja oben in meinem Beitrag zu sehen. Es ist die dritte Marke. Der Aufdruck zeigt alle Echtheitsmerkmale und kann als echt eingestuft werden. Die Aufdrucke waren wohl im Typensatz hergestellt und zeigen, wie die Urmarken, Feldmerkmale, also teilweise winzige Abweichungen.

Wenn das Buch einigermaßen Präzises zeigt, sehe ich dort eher Quetschränder in den Senkrechten. Die echten Aufdrucke zeigen diese hier helleren Streifen, eher in der waagrechten. Das könnte eine Methode sein, diese Fälschung von den Originalen zu unterscheiden. Ich habe wohl ein "Original" der Fälschung. Wenn ich es finde, mache ich einen Ratgeber davon. Dummerweise gibt es natürlich jede Menge verschiedener Aufdruckfälschungen dieser Marke. Deshalb auch mein Versuch mit eine ganzen Reihe von Originalen den Blick zu schärfen.

28.07.08, 09:44:36

Concordia CA

Ich möchte ein Exemplar vorstellen, dass im Album mit einem dicken Fragezeichen versehen ist. Ich halte sie für falsch.

Mit besten Sammlergrüßen
Concordia CA
Dateianhang (verkleinert):

 FR 238.jpg (178.4 KByte | 3 mal heruntergeladen | 535.19 KByte Traffic)

28.07.08, 12:40:15

Juergen Kraft

Hallo Concordia CA,

die von dir oben gezeigte Marke hat einen falschen Aufdruck. daran gibt es keinen Zweifel. Das "E" im Wort unten, ist nur halb so groß, wie das "Q". Die Fälschung läßt sich ohne Vergleichsmaterial erkennen, wenn man die Kennzeichen der Originale kennt. Nimm das "T" oben. Die Waagrechte ist ein dicker Strich. Bei allen Originalen sieht es aus, wie zwei Striche. Es ist nur ein Strich, aber mit sehr typischen Quetschrändern.

Das "E" in Expos... zeigt auch den langen Fuß. ich denke, dass wird die Fälschung sein, die in dem buch beschrieben ist.
28.07.08, 12:53:32

Juergen Kraft

geändert von: Juergen Kraft - 28.07.08, 12:55:01

Wer sagt, dass Literatur nicht nützlich ist. Ich habe die Fälschung noch ein wenig bearbeitet und will die Merkmale kurz beschreiben:

Der Aufdruck ist von einem völlig flachen Klischee. Daher sind die Quetschränder (oder Drucknähte) gleichmäßig in alle Richtungen und zeigen nicht den typischen, waagrechten Verlauf des echten Aufdrucks.
Der Aufdruck ist insgesamt schief.
Im Wort oben hat das "E" einen zu langen Fußstrich.
Im Wort unten sind die Buchstaben in der Mitte zu klein.
Beim É ist der Strich freistehend.

Nebenbei bemerkt, geht der Aufdruck auch über den Stempel statt umgekehrt.

Die Fälschung läßt sich fast an jedem einzelnen Buchstaben erkennen. Glauben wir dem Buch, stammt die Fälschung aus der Tschechoslowakei und wurde von einem Herrn Nowotny zwischen 1932 und 1933 hergestellt.

28.07.08, 19:20:33

Concordia CA

Vielen Dank für Deine Einschätzung. Der unten zu lang geratene Buchstabe E und die zu klein geratenen Buchstaben in der unteren Zeile waren für mich die markantesten Anzeichen, weshalb ich die Marke für falsch gehalten habe. Du hast noch weitere Hinweise erkannt.

Beim Stempel bin ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob er über oder unter dem Aufdruck liegt. Vielleicht bringt Dir der Scan mit 2400 DPI da mehr Gewissheit.

Mit besten Sammlergrüßen
Concordia CA
Dateianhang (verkleinert):

 FR 239 2400DPI Stempel2.jpg (47.02 KByte | 4 mal heruntergeladen | 188.07 KByte Traffic)

28.07.08, 19:35:28

Juergen Kraft

Ich glaube, da hilft nur schräges Licht. Im unteren Teil sieht es aber auch schon auf dem Scan so aus, als wäre der Stempel unter dem Aufdruck
28.07.08, 19:58:05

Concordia CA

Ich habe es mal mit Farbumkehr versucht. Da scheint es so, als ob die Stempelfarbe, in diesem Fall der hellere Weißton, oben liegt. Bei schrägem Licht war für mich keine eindeutige Aussage möglich.

Mit besten Sammlergrüßen
Concordia CA
Dateianhang (verkleinert):

 FR 239 2400DPI Stempel3.jpg (41.06 KByte | 1 mal heruntergeladen | 41.06 KByte Traffic)

30.07.08, 15:34:23

Juergen Kraft

geändert von: Juergen Kraft - 30.07.08, 15:40:03

Die Frage welche Farbe oben liegt, wird sich am Scan nicht beantworten lassen. Es spielt bei der leicht zu identifizierenden Fälschung aber auch keine Rolle.

Der Beitragsverfasser, der die Diskussion an anderer Stelle eröffnet hatte, hat mir nun einen Scan aus dem Buch geschickt.



Wie ich schon vermutet hatte, ist das Buch nicht geeignet um eine Fälschung sicher zu identifizieren. Der Verfasser Jean-Paul hat mir freundlicherweise einen Scan geschickt. Das Missverständliche in einem Buch anhand eines winzigen Ausschnitts aus dem Buch zu zeigen, verstößt sicher gegen kein Copyright obwohl das Buch erst 60 Jahre alt ist noch noch keine 70.

Sehr Missverständlich sind die Senkrechten. Weshalb sind sie eingezeichnet? Das geht aus dem Text nicht hervor. Der Text bezieht sich nur auf eine gedachte waagerechte Linie. Auf dem Bild der Fälschung steht das "P" höher als der Rest. In Echt steht es jedoch einen Hauch tiefer. Siehe mein Vergleichsbild einer echten und geprüften Marke mit wirklich korrekt eingezeichneten Strichen. Darauf ist auch zu sehen, dass die Senkrechten des als GENUINE bezeichneten Originals die zwei mittleren Zeilen an anderer Stelle kreuzen. Das Klischee ist nicht gegossen, sondern Typensatz. Auh alle Originale weichen, je nach Bogenfeld, von einander ab. Auf den s/w Bildern ist auch nach meiner Meinung, links eine Fälschung und rechts ein Original. Auch nach meiner Meinung ist jeder Aufdruck falsch, bei dem das P höher als das folgende H steht. Wie man aber an den schönen Farbscans sehen kann, gibt es geeignetere Methoden eine Fälschung zu erkennen.

Wenn man sich an dem Strich vor der ersten "9" in "1929" orientiert und mit dem Buch vergleicht, müsste mein Original eine Fälschung sein.

 
 
Powered by: phpMyForum 4.1.4 © Christoph Roeder