Unprüfbar?

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30.07.08, 01:12:21

Juergen Kraft

Der kurze Titel dieses Beitrages täuscht über die Wichtigkeit des Themas. Als Informationsquelle für Fehlprüfungen wurde die Seite http://www.danzig.org/Gallery-img_id=2763-Arge-Danzig-219-page-1782.html genannt. Auf der Seite befindet sich unter anderem der folgende Beitrag.



Auf anderen Seiten von www.danzig.org werden weitere Marken als "Fälschung" präsentiert, die von Herrn Soecknick BPP geprüft sind. Ich will hier nicht nachprüfen, wer Recht hat. Mir geht es um ein prinzipielles Problem. Wegen der heute guten Möglichkeiten im Internet Fälschungen zu entdecken scheint es so, als ob es immer mehr davon gäbe.

Wenn man von tatsächlich täglich neu produzierten Fälschungen von Berlin Aufdrucken oder Hitler-Schwärzungen absieht, sind es jedoch immer Fälschungen die im Schnitt 100 Jahre alt sind. Wenn ich Ebay mit verschiedenen Realauktionen vergleiche, werden bei den Realauktionen mehr Fälschungen angeboten. Wenn ich nachforsche, wo nun die Fälschungsflut eines Anbieters bei Ebay herkommt, dann wurde der Müll fast immer bei einer der vielen, in meinen Augen unseriösen Auktionsfirmen gekauft. Es gibt auch seriöse Briefmarken-Auktionshäuser, meine Liste gerne als PN. Bei Geschädigten kann das bis hin zu paronoidem Verhalten führen. Jede fälschungsgefährdete Marke wird erst einmal als falsch angesehen, Prüfungen unbeliebter Prüfer werden wie "Falsch" gewertet und nur ideale Marken werden für prüfbar gehalten.

Kommen wir zum Bild oben zurück. Dazu fallen mir drei Dinge ein:

1. Strichstempel von zum Beispiel Hamburg oder Bergedorf sind an Hand von manchmal nur zwei oder drei kurzen Strichen auf echt und zeitgerecht prüfbar.

2. Von vielen Stempel habe ich Abschläge von jedem Tag. Stempel die mir in Einlieferungsbüchern vorliegen, habe ich als Vergleichsstücke zum Teil im Stundenabstand. Ich kann in den Fällen auch noch kleinere Eckstempel auf echt und zeitgerecht prüfen. Es ist ausschließlich eine Frage des Vergleichsmaterials.

3. Die oben im Bild gezeigte Marke hat oben links kurze Zähne, ist völlig dezentriert und unattraktiv gestempelt. Das Angebot als "Luxus" zeigt nur, dass der Anbieter glaubt, man würde das Bild nicht sehen können. Natürlich ist "Luxus" frei definierbar und hier bedeutet es offensichtlich, dass der Preis Luxus ist. Beachten wir aber den fett gedruckten Satz 3.) ...dazu hergibt ... zu veredeln ... äußerst bedenklich. Ich will das gar nicht bewerten. Ich will auch nicht den Stempel an dem Bildchen prüfen. Nehmen wir an, die Marke wäre gerade von einem Ahnungslosen vom Brief gelöst. Der Brief hätte die korrekte Verwendung belegt und auch sonst die Echtheit unterstrichen. Nehmen wir das einfach einmal an. Würde nun aus der echten Briefmarke ein Stück wertloser Müll, nur weil der Ersteller der Internetseite das Stück lose, nicht beurteilen kann?

Noch eine Bemerkung zu Satz 2. im Bild oben. Vielleicht ist erwiesen, dass der Stempel heute in privater Hand ist und auch die Stempelfarbe mit gestohlen wurde und zeitnah Stempelfälschungen angefertigt worden wären. Dann wäre der Stempel wirklich unprüfbar. Falls das nicht der Fall wäre, steht im Bild oben, nach meiner persönlichen Meinung, eine Verunglimpfung des Herrn Soecknick und eine unhaltbare These, die aus Angst und Unwissenheit rührt, nämlich der Angst, dass der Stempel unprüfbar wäre.

 
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