05.09.08, 23:48:05
Juergen Kraft
Hallo,
kaum ein altdeutsches Sammelgebiet hat Fälscher so sehr beschäftigt, wie OLDENBURG.
Die Marken sind oft auf farbigem Papier und die Zeichnung ist in schwarz und einfach gehalten. Selbst handgemalte Marken gehen bei Laien noch als Originale durch.
Auf das Ebayangebot
310074596278 hatte ich den Anbieter angeschrieben. Der schrieb auch zurück. Er wolle gerne einen Beweis, woran man erkennen kann, dass es sich um eine Fälschung handelt, er wäre ein ehrlicher mensch usw. Das glaube ich auch. Seine restlichen Angebote sehen völlig normal aus. Die Oldenburgmarke ist jedoch ein gut bekannte, steinalte und grottenschlechte Fälschung.
Hier zunächst ein Bild der Fälschung. Die hat auch einen Namen, bzw. eine Nummer. Das werde ich später noch vorstellen. Links die Fälschung, rechts ein Original.
Betrachten wir das Original. bei der Rätselaufgabe: entdecken Sie 10 Unterschiede, müssten wird abgewandelt sagen: entdecken Sie 100 Unterschiede. Was sofort auffällt, die Fälschung trägt einen schwarzen Stempel. Mir ist diese Marke bisher nur mit blauem Stempel begegnet.
Weil die Fälschung so schlecht ist, fällt es schwer Unterschiede zu nennen, ohne sich lächerlich zu machen. Fangen wir einfach innen im Bild an. Wenn der Reichsapfel auf der Krone den Rand berührt, ist die Marke falsch. Betrachten wir die beiden äußeren Umrandungslinen, oops, die Fälschung hat ja kein! Ebent!
Der beste Gag ist der Punkt nach dem "G" in Oldenburg. Fritz Billig beschreibt in seinen über 70 Jahre alten Handbücher, logischerweise, die steinalten Gruselfälschungen. Bei Fritz Billig hat die Marke den Namen Fälschung Typ II. Siehe Foto aus dem Buch:

Wie schon erwähnt, fallen noch 100 Unterschiede auf.
In einem anderen Beitrag wurde ja auch gerade wieder einmal gefragt, woran man denn die Fälschungen erkennen könne. Ein Antwort ist, man hat die Fälschungen alle selbst. Nachfolgend eine gut erhaltene Typ II Fälschung vom selben Hersteller, mit dem selben "Stempel" verziert. Auch hier wieder der Punkt hinter Oldenburg. Der soll uns als Anhalt für die Typ II Fälschung dienen.
Wer auf das Bild klickt, bekommt einen 2400 DPI Scan geladen. Wie auf dem großen Scan gut zu sehen ist, hatte der Fälscher auch Sinn für Humor. Die Krone zeigt rechts einen Bären. Siehe Detailscan, bei dem ich etwas abgewedelt habe, aber nicht hinzugemalt:
09.09.08, 03:54:16
Juergen Kraft
Heute möchte ich noch Artikel
190248768290 nachreichen. Die Ränder sind angesetzt, der Durchstich ist falsch, das Markenbild ist zum Teil handgemalt. Siehe Randlinie unten links. Dann kann ich mir doch gleich die ganze Marke malen. Das ist billiger!
Warum bietet niemand auf den Knochen? Weil Braunschweigsammler augenscheinlich besser informiert sind.