Entfalzte Marken am Prüfzeichen erkennen

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08.09.08, 17:59:38

Juergen Kraft

Hallo,

eine unendliche Geschichte sind die durch Entfalzung verfälschten Marken der frühen Nachkriegszeit oder der Weimarer Republik.

Nur aus Spaß klickte ich auf einer Seite mit Googlewerbung auf einen Posthornsatz und schon fällt der Schrott über mich her. Dabei ist es für Käufer (Opfer) unerheblich, ob die vollmundigen Zusagen der Verkäufer aus hinterhältiger Betrugsabsicht formuliert wurden, oder weil die Verkäufer schlicht keine Ahnung haben von dem, was sie anbieten. Insbesondere greift bei diesen verfälschten Marken praktisch immer die Erfüllungspflicht. Ein extrem hohes Risiko für den Verkäufer.

Artikel 170259497500 wird mit Titel: 1951 123-138 Posthornsatz Freimarken absolut ** !!

Untertitel: DER Wunschsatz der Bundsammler !!!

Beschreibung: Michel 123-138 absolut ** ! Erstklassige Qualität, siehe Bilder !

Die niedrigeren Marken sind ungeprüft, 25 und 40 Pfennig sind höher geprüft, aber was wichtig ist: 60-90 Pfenig sind tiefst geprüft !

Der absolute Spitzensatz des Sammelgebietes Bund !

Ich löse meine gesamte postfrische Bundsammlung 1949- jetzt auf !

Weitere Auktionen folgen in Kürze !
Viel Spaß beim Bieten !

Ich verkaufe nunmehr seit fast 10 Jahren bei Ebay. Während all dieser Zeit habe ich nicht eine negative Bewertung bekommen. Sie sehen, ich biete nur gute Qualität an. Sollten Sie einmal nicht zufrieden sein, nehme ich die Ware gegen Kaufpreiserstattung selbstverständlich zurück !

Soweit die Original-Beschreibung. Bitte beachtet, was ich immer wieder feststelle. Kein dubioses Angebot ohne den Wunsch: "Viel Spaß beim bieten"! Warum ist klar. Kommen die Marken von der Prüfung zurück ist der Spaß zu Ende. Was ich mich seit Jahren frage, macht Bieten soviel Spaß? Auch ein anderer Hinweis ist interessant. Jeder Verkäufer von Briefmarken der statt mit guten Bildern der angebotenen Briefmarken mit dem Spruch von den guten Bewertungen wirbt, sollte besonders misstrauisch betrachtet werden. Bei keinem seriösen Verkäufer habe ich den Spruch je gelesen. Was nützt es Interessenten, wenn Ahnungslose die erhaltenen Fälschungen bejubeln?

Der Posthorn-Satz ist so liebevoll beschrieben, da kommen einem enthusiastischen Sammler gleich die Tränen.

Betrachten wir das Bild der Marken Rückseiten, kommen wirklich die Tränen, aber nicht vor Freude:



Über die unsignierten Marken kann man an dem kleinen Bild nichts sagen. Die signierten Marken geben jedoch eine gute Auskunft. Die Zähnung sieht bei allen Marken augenscheinlich gut aus. Die 25 Pf. und die 40 Pf. sind in der Mitte signiert. Bis zur Einführung der Signatur "Gummi falsch" wurde durch die Stellung des Prüfzeichens in der Mitte angezeigt, das der Gummi falsch ist. Die unsignierten 30 Pf. und 50 Pf. sind mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem gleichen, hochglänzenden, falschen Gummi bekleistert. Es spielt aber auch fast keine Rolle. Die billigere 60 Pf. ist tatsächlich tiefst signiert und vermutlich wirklich postfrisch. Die 70, 80 und 90 Pf. sind um 2 mm höher signiert. So wurden früher Falzmarken signiert. Eine Posthornmarke fast unsichtbar zu entfalzen ist keine große Kunst. Der Wert ist nur ein anderer. Ein kurzer Blick in den Katalog gibt Ausschluss.
 
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