Bayern 18 Kr. "a" oder "b" Farbe

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11.09.08, 21:26:51

Juergen Kraft

Hallo, zu Artikel 190248735368, einer Bayern 18 Kreuzer orangerot, Katalognummer 13b, wurde die Verkäuferin gefragt, ob es nicht eine 13a wäre. Bei Sem im Handbuch stünde die Schriftstärke wäre der Unterschied und auch nach meinem Ratgeber müsse man zu dem Ergebnis kommen. Tatsächlich ist eben nicht alles schwarz oder weiß und ich muss zugeben, ich hätte gleich mehr Bilder zeigen sollen. Das habe ich nun getan und meinen Ratgeber erweitert. Was auch nicht erklärt war, man braucht eine Vergrößerung durch die man die Farbstruktur wirklich erkennen kann. Das sind beim Scan 2400 DPI oder man nimmt ein Mikroskop. Es ist auch nicht jedem die Stellung und Bedeutung der BPP Signaturen klar. Beides zusammengenommen gibt eben Grund für eine berechtigte Nachfrage. Nachfolgend noch die ergänzten Teile.

Da nicht jede Bayern Nr. 13 auf den ersten Blick zu identifizieren ist, nachfolgend noch zwei weitere Beispiele. Es gibt Handbücher in denen wird die Schriftstärke als Erkennungszeichen genannt. Das geht bei besonders typischen 13b mit feinen Buchstaben gut. Es gibt aber auch 13b deren Schriftstärke exakt wie bei der "a" Marke aussieht. Betrachten wir die Detailscans aus dem Bereich rechts von der "8". Der Unterschied von "a" und "b" ist wirklich die Farbe. Jedoch nicht im Sinn von rot, grün, blau, sondern im Sinn von Druckfarbe. Die beiden Druckfarben bestanden nicht nur aus etwas unterschiedlich gemischten Pigmenten. Der Hauptunterschied besteht im Trägermaterial, also einer öligen Substanz, auch Lösungsmittel oder ähnlich genannt und natürlich auch in den Pigmenten selbst. Bei der "a" Farbe ähnelt die Farboberfläche der von Plaka-Farbe. An farbfreien Stellen schimmert nur das Papier selbst durch. Die Farbe war sehr gut durchmischt und eher homogen. Farbfreie Stellen sind wirklich farbfrei, die Pigmente liegen undurchsichtig nebeneinander.

Ganz anders die "b" Farbe. Bei bedruckten Stellen schimmert immer erst einmal das angetrocknete Trägermaterial leicht beige oder orange durch. Darauf schwimmen die Pigmente. Die hängen zusammen wie ein Spinnennetz. Stellenweise bilden sich so regelrechte Muster. Ovale pigmentfreie Stellen, wechseln sich ab mit stäbchenförmig verklumpten Pigmenten. Am 600 DPI Scan ist das nicht sofort zu sehen. Die Detailscans sind original 2400 DPI.

Bayern 13a und 13b

Details daraus:

Noch ein Hinweis zur Signierpraxis der BPP Prüfer. Bei der Bayern Nr. 13, die ja auch in der "a" Farbe eine gute Marke ist und auch einen falschen Stempel haben könnte, wird die "a" Farbe einmal, die "b" Farbe doppelt signiert. Die Signatur ist waagrecht und bei gestempelten Marken am rechten Rand endend und bei ungebrauchten Marken am linken Rand beginnend. Völlig einwandfreie Marken sind ganz unten signiert. Nicht vollrandige Marken werden bereits etwas erhöht signiert. Die Prüfer Frau Brettl und Herr Stegmüller schreiben unten mittig mit Bleistift die Katalognummer auf die Marke. Siehe Muster:

Wenn man einen immer gültigen Satz zu 13a und 13b formulieren will dann: Bei der 13a ist die Druckfarbe deckend, bei der 13b nicht.

12.09.08, 13:07:27

urmel

Hallo,

die hier gezeigten und eindeutig zuordenbaren Varianten a) und b) sind gut geeignet, die Unterschiede heraus zu stellen.

Die b) Farbe ist auch etwas ölig, vergleichbar mit späten Nr. 9, die nicht der 9 c) zugerechnet werden.

Es gibt jedoch Zwischennuancen, die problematisch sein können. Mir lagen einige wenige (keine 5 in 30 Jahren) vor, die alle aus München stammten. Selbst Frau Brettl, die sonst als Päpstin aller Farben gilt, konnte sie bei gutem Tageslicht nur schwer unterscheiden.

Sie hätte sie alle zur a) geprüft, weil die Merkmale wie allgemeine Optik, Druckqualität, Druckfarbe und Farbakzeptanz des Papiers genau zwischen den eindeutigen Prüfzuweisungen lagen.

Im Prinzip ist oder wäre diese "Mischfarbe a) zur b)" eigentlich die seltenste Variante. Eine Existenz im Promille - Bereich, die aber nur den Preis der moderaten a) Farbe kostet, hat ja auch etwas für sich.

Gruß von urmel
 
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