Altdeutschland Portostufen Ausland

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25.08.07, 10:55:56

lehrling

Hallo, kennt jemand eine Internetquelle, in der man die Portostufen Altdeutschland ins Ausland nachlesen kann, oder mußß man sich für jeden Brief ein neues Buch kaufen...?
Im Michel stehen leider nur die Inlandtarife.
Konkret würde ich gerade gern die Tarife Preußen 1855 und 1860
nach Holland und Frankreich wissen...
25.08.07, 12:16:37

buzones

Hallo Lehrling!

Für jeden Brief ein neues Buch zu kaufen ist etwas übertrieben, aber für jedes einzelne Gebiet und sogar für bestimmte Zeitabschnitte kann das schon notwendig sein – falls die betreffenden Tarife und Postverträge überhaupt schon publiziert sind. Die Auslandstarife der altdeutschen Staaten inkl. des Deutschen Reiches vor dem 1.7.1875 (Allg. Postverein; ab 1878 Weltpostverein [U.P.U.]) sind tatsächlich eine komplizierte Angelegenheit. Wenn du bedenkst, dass es sich dabei meist um bilaterale Verträge handelte, ergibt sich je nach Postlauf- bzw. Transitweg ein kompliziertes Geflecht aus den berechneten bzw. zu erstattenden Gebühren der betroffenen Länder untereinander.

Wie du siehst, ist das Thema sehr komplex. Mir ist keine Webseite bekannt, die auch nur annähernd das bietet, was du suchst. Sicher gibt es spezialisierte Seiten, die einen bestimmten Zeitraum bzw. Versendungsformen detailliert darstellen; eine Dartsellung für alle altdeutschen Gebiete existiert m.W. nicht. Da bleibt wohl nur der mühsame Weg über entsprechende, gedruckt vorliegende Publikationen bzw. die Kontaktaufnahme mit spezialisierten Sammlern/Prüfern und der jeweils „zuständigen” ArGe.

25.08.07, 12:18:20

urmel

Hallo Lehrling,

sehr zu empfehlen sind die beiden Bücher von Dr. Karl Zangerle der Portostufen der süddeutschen Staaten ins Postvereinsausland. Man kann sie beim Autor oder Köhler erwerben. Sie sind ihr Geld allemal wert.

Beste Grüsse von urmel
25.08.07, 18:55:56

Lars Boettger

Hallo Lehrling,

Steven hat ein sehr umfangreiches Buch über die Preussischen Portosätze ins Ausland von 1845-1875 geschrieben, schön ist auch der Heinrich v. Stephan, "Geschichte der Preussischen Post". Ansonsten: Zeig einfach den Brief, normalerweise kann Dir jemand helfen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars

P.S. Literatur über altdeutsche Postverträge? Urgh... Da ist der Weg lang und steinig und teuer, bis man mal alles zusammen hat.
27.08.07, 08:57:40

lehrling

Habe leider nicht so viel Auslandbelege, das sich die Anschaffung von teurer Speziallitteratur lohnen würde.
Konkreter Anlass meiner Frage ist der anliegende Brief.
Die 2 Sgr ist nicht die Originalmarke, sondern nachträglich mit Falz montiert, wohl um dem Brief ein harmonischeres Aussehen zu geben...aber hat der Bearbeiter die richtige Portostufe gewählt oder ist die 2 Sgr nur aufgrund der Verfügbarkeit dort gelandet?
Dateianhang (verkleinert):

 prbf.jpg (66.05 KByte | 21 mal heruntergeladen | 1.35 MByte Traffic)

27.08.07, 23:02:28

Lars Boettger

Hallo Lehrling,

Spezialliteratur amortisiert sich. Immer.

Gem. Werner Steven, "Zusammenstellung der Portosätze für die Correspondenz mit dem Ausland" Taler-Währung 1846 - 1875 (Braunschweig 1985) betrug ab dem 01.07.1853 das Grenzfranko 1 Sgr./2 Sgr./3 Sgr. - da der Brief aber komplett vorausbezahlt war (kein französisches Porto bzw. PD-Stempel), fehlt aber noch etwas: Das franz. Inlandsporto.

Ein Blick in den "Stephan" klärt auf:

Bis zu 10 Meilen: 3 1/2 Sgr.
10-20 Meilen: 4 1/2 Sgr.
Über 20 Meilen: 5 1/2 Sgr.

Saarbrücken war nicht sonderlich weit von der franz. Grenze entfernt. Aus dem Gefühl heraus fehlt hier also eine 6 Pfennige-Marke. Die 2 Sgr. passen nicht.

Beste Sammlergrüsse!

Lars


28.08.07, 19:36:33

lehrling

Danke Lars,
wenn ich es richtig verstanden habe, setzt sich das Porto also folgendermaßen zusammen: preuß. Porto bis zur Grenze, weniger als ein Loth, weniger als 10 pr. Meilen = 1Sgr + 2 1/2 Sgr pauschal als franz. Innlandsporto ?
Sollte jemand zufällig eine passende Nr 1 mit Stpl 1285 übrig haben, bitte melden!
 
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