Prägesiegel der Sforza

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09.10.08, 13:52:00

Juergen Kraft

Hallo, da ich Briefe von und an Leute sammle, die auch Kraft heißen, gehören italienische Briefe dazu, die zum Beispiel den Namen Sforza enthalten.

Den unten gezeigten Brief aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, ziert ein Prägesiegel. Briefe dieser Art wurden Boten mitgegeben, die den Mailänder Kaufleuten Sforza, Bericht zu erstatten hatten.

Die Anschrift und das Siegel waren jeweils auf das Papier geprägt bzw. geschrieben, bevor der Bote seine Zeilen auf das Blatt schrieb und den fertigen Brief an so etwas wie frühe Postboten gab. Prinzipiell waren Anschrift und Siegel so eine Art Beleg über den bezahlten Botenlohn, wie auch immer das abgerechnet wurde.

Für diese Briefe gibt es genügend Vergleichsmaterial, insbesondere noch in Archiven. Interessant an dem speziellen Brief ist die Tatsache, dass der Spezialprüfer für das Gebiet, Herr Paolo Vollmer, den Brief und jeden Tintenstrich darauf für echt hält, das Siegel jedoch als Fälschung bezeichnet.

Warum er zu dem Ergebnis kommt bleibt offen. Ich hatte ihn gefragt, er hatte auch einen Dialog begonnen, dann jedoch nichts mehr von sich hören lassen.

Für die Anschrift und jedes handschriftliche Teil des Briefes habe ich selbst Vergleichsmaterial das ebenfalls die Echtheit beweist.

Um die Frage zu beantworten, ob das Siegel später als der Federstrich aufgebracht wurde, kann sich jeder selbst die Antwort geben. Der Tintenstrich wird, deutlich sichtbar ohne jedes Hilfsmittel, durch die Prägung unterbrochen. Das Blatt Papier war also zuerst leer geprägt und wurde später beschrieben.

Die getrocknete Tinte verbiegt sich nämlich nicht. Wohl aber wird der Tintenstrich durch eine vorhandene Prägung unterbrochen.

Diese Prüfmethode funktioniert auch bei über die Prägung gestempelten, geprägten Briefmarken. Das ist besonders für die gestempelt teuren Werte der Brustschildmarken 2 Kr. und 18 Kr. mit großem Brustschild interessant. Am Verlauf der Stempelfarbe (wenn sie über die ursprüngliche Prägung ging) lässt sich selbst bei völlig platten Marken, die ursprüngliche Prägung nachweisen. Eine Tatsache, die scheinbar nicht jedem Prüfer bekannt ist. So wurden in der Vergangenheit Marken, als unprüfbar abgelehnt, die einen nachweisbar und unbestritten, echten Stempel aufweisen, wegen einer angeblich nicht prüfbarer Prägung.

Hier zwei Scans des wirklich schönen und in allen Details echten Briefes:





 
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