17.10.08, 00:14:00
Juergen Kraft
Hallo,
hier ein schöner Einschreibebrief nach London an das Bankhaus Rothschild. Eine frühe Warnung vor der Finanzkrise?
Wir können ja einmal die einzelnen Stempel besprechen und weshalb sie auf dem Brief abgeschlagen wurden. Der Brief wurde heute über stampsX verkauft und ist von 1858
17.10.08, 08:02:37
urmel
Nun, dann will ich mich mal versuchen:
Der Absender stempelte "Ruffer und Compagnie Breslau". Er zahlte am Schalter 7 Sgr., die sich in 2 Sgr. für die Rekommandation und 5 Sgr. Franko für Preußen, Belgien und GB zusammen setzten.
Die Aufgabepost setzte den Breslauer Ortsstempel und den roten Recommandirt - Zackenkranzstempel hinzu.
Unter "Chargé" wurde die Rekonummer 10 notiert, die sich auch auf dem Postschein findet.
Da Preußen alle Rekobriefe wog, und das Gewicht oben links zu notieren war, sehen wir dort 8/12 Loth, also im 1. Gewicht bis 1 Loth inklusive.
Durch Belgien (über Aachen) lief er im geschlossenen Transit mit der Bahnpost, so dass er keinen belgischen Stempel erhalten konnte. Belgien wurde intern für die Gewährung des Transits abgefunden.
Bei seiner Ankunft in GB erhielt er, wie alle anderen Reko-Briefe auch, den Stempel "Prussia Registered", also in Preußen eingeschrieben und den P. - Stempel ("Paid") als Zeichen, dass er vollständig frankiert worden war.
In London bei seiner Ankunft erhielt er nochmals einen "Registered" - Stempel aus Gewohnheit, denn man hatte Angst, dass solch ein Brief verloren gehen könnte, was erhebliche Kosten (zuerst für die Postverwaltung, dann im Regreß für den Beamten) verursacht hätte.
Auch der P. - Stempel wurde in London inhaltlich wiederholt, indem man "London Paid" stempelte.
Bei der Aushändigung an den Empfänger hatte dieser den Erhalt des Briefes im Botenbuch zu quittieren.
Gruß vom urmel