Handrollstempel

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18.10.08, 13:40:26

Juergen Kraft

In diesem Unterthema wollen wir die verschiedenen Stempelgeräte vorstellen, die zur Entwertung von Postwertzeichen oder zum Stempeln von Poststücken ganz allgemein, verwendet wurden.

Man kann Stempelabschläge nicht nur nach den verwendeten Elementen in der Zeichnung typisieren, sondern auch nach der technischen Gestaltung des Gerätes.

Ich will mit einem Gerät beginnen, dass schon einiges an Technik zu bieten hat.

Der Handrollstempel

Im Bild sehen wir einen modernen Handrollstempel aus Deutschland, mit fünfstelliger Postleitzahl. An der Technik hat sich aber über Jahrzehnte nichts geändert. Wir werden uns später im Detail ansehen, wie das Datum verstellt wurde. Abschläge von dem Stempel gewinnt man, in dem man über das Poststück rollt. Neben dem Rundstempelteil werden Wellenlinien abgedruckt. Durch die Form ergibt sich die Möglichkeit, einen "endlosen" Abschlag zu erzeugen. Das Stempelkissen ist eingebaut.

Diese Stempelform dient der schnellen Entwertung von Poststücken und wurde besonders auch für unebene Poststücke, wie zum Beispiel Päckchen eingesetzt. Alle nicht irgendwie ähnliche Poststücke, konnten so am schnellsten gestempelt werden. 1000 Umschläge im Format A6 laufen natürlich schneller durch eine Maschine, ein Einschreiben wird natürlich mit einem Faust- oder Hammerstempel sauberer dokumentiert. So gibt es für unterschiedliche Einsatzzwecke unterschiedliche Gerätetypen.





18.10.08, 19:48:11

Juergen Kraft

Betrachten wir einige Details dieser Stempeltype.

Manch einer mag sich schon gefragt haben, wie es möglich ist, das Datum verstellbar zu machen. Wenn man den Aufbau kennt, ist es ganz einfach. Auf einer Achse stecken die Datumsrädchen. Genau darüber befindet sich eine Metallwalze, wie der Kern von Toilettenpapier, mit der Zeichnung des Stempels und einer Aussparung für das Datum. Auf dem nachfolgenden Bildausschnitt des Stempels 4150 KREFELD 1 bm, sieht man die Datumswalzen frei herausschauen. Die Walzen sind mit Fasern verklebt. Die Stempelfarbe war ölig und klebrig. Staub blieb haften und die Walze wurde nicht mehr gedreht. Der Stempel ist mehrfach abgeflext und so unbrauchbar gemacht.

An den Detailfotos der Metalloberfläche sieht man auch, weshalb man keine Stempel nach Stempelabdrucken fälschen kann. Dieser Stempel ist sauber. Wenn man ihn eine Stunde benutzen würde, wäre er es nicht mehr. Die meisten Grade und Ecken würden mit Dreck gefüllt, anders mitdrucken.

Prüfer die genügend Vergleichsmaterial haben, wissen aber was Dreck ist und was Metall. Aus dem Grund sind Stempel prüfbar, aber nicht fälschbar. Außer man hat den Originalstempel. Dann braucht man aber keine Kopie. Die Sehne oben wurde auch an drei Stellen nachgelötet. Der Stempel war bis zum gezeigten Datum im Einsatz.



Betrachten wir noch ein tolles Detail:

18.10.08, 20:00:06

Juergen Kraft

Damit kurz nach dem Ansetzen des Stempels der Datumsteil kommt, gibt es eine spürbare Raste. Diese sorgt bei hochgehobener Farbrolle für ein automatisches Einrasten in der Position.

28.10.08, 12:29:02

Juergen Kraft

Heute will ich den Wellenteil des Handrollstempels näher vorstellen. Im Bild unten sehen wir deutlich, das bei einem benutzten Stempel, auf jeder Welle individuelle Kerben und Dellen zu sehen sind. Die Metalllinien sehen eher aus, wie aufgelötete Wiener-Würstchen, als ein eckiger Stab. Beim Abrollen des Stempels ensteht auf dem Papier eine Zeichnung, von der man nicht wissen kann, was von einem tiefer liegenden Stück Metall verursacht wurde und was von einer fehlenden Einfärbung rührt.

Wellenstempel dieser Art werden an losen Marken nicht geprüft. Das liegt nicht daran, dass die Stempel nicht prüfbar wären, sondern daran, dass man mit vernünftigem Zeitaufwand nicht tausende von Stempeln vergleichen kann. Hängen Marken zusammen auf denen auch noch der Ort erkennbar ist, kann auch eine Marke die nur eine Welle aufweist signiert werden. Diese erhält dann zusätzlich einen Stempel "Im Block geprüft". Dieser wird auch verwendet, wenn zum Beispiel ein Viererblock einen zentrischen Stempel erhält. Trennt man den Block, was man nicht un soll, sieht man auf den Einzelmarken ja jeweils nur ein viertel des Stempels.

Die Strichstempel der altdeutschen Staaten sind dagegen problemlos zu prüfen, weil nur wenige Stempelgeräte die Abschläge haben produzieren können.

Nachfolgend sehen wir die Mechanik, die ein Abheben der Farbwalze ermöglicht und die doch sehr individuellen Wellenlinien.

 
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