Hamburg 2 Schilling

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29.10.08, 00:16:18

Juergen Kraft

Hallo,

auch zum Thema Hamburg sollen hier die Echtheitsmerkmale vorgestellt werden.

Bevor wir die verschiedenen Fälschungen vorstellen, hier zunächst die Echtheitsmerkmale, die sowohl für die ungezähnte Katalognummer 3, als auch für die gezähnte Katalognummer 13 gelten. Fahren wir einmal im Uhrzeigersinn virtuell über die Marke.

Vor den "H" in Hamburg ist ein kleiner Punkt. Ein weiterer oben links in der Ecke, also noch etwas höher und etwas nach links.

Der Kopf des "B" ist oben offen.

Unter dem Kopf des "U" ist ein weiterer Strich links, auch rechts kann noch ein Zipfel sein.

Am rechten Stern ist links ein Strich.

"i" in Zwei ist ein kleiner Punkt in Schilling ist ein kleiner Strich oder wie im Bild zu sehen, zwei Punkte.

Vor dem "l" in Schilling ist ein Punkt.

Ebenso vor dem "i" und im Kopf des "S".

Das Band mit dem Wort "POSTMARKE" ist links oben offen.

Nach dem "i" in Zwei ist ein kleiner Punkt.

Ansonsten kann man noch die Striche in den Bändern zählen, aber es sollte schon reichen.



Das Bild zeigt tatsächlich eine Nummer 3, also die ungezähnte Ausgabe. Die Ränder habe ich virtuell entfernt, damit bei gleichem Platzbedarf mehr Details zu sehen sind.
29.10.08, 00:35:58

Juergen Kraft

Um das Auge zu schulen hier noch eine echte Nr. 13, die ebenfalls alle oben gezeigten Echtheitsmerkmale aufweist.

29.10.08, 00:53:57

Juergen Kraft

Im nächsten Bild sehen wir sechs Marken. Die meisten Marken und Stempel sind falsch. Wir werden diese Marken noch im Einzelnen besprechen.

29.10.08, 12:40:35

eddi0307

hallo jürgen,
wieso wird in der Auflistung der Echtheitsmerkmale nicht das Wasserzeichen erwähnt ?

Gruß
eddi0307
29.10.08, 13:32:51

Juergen Kraft

Hallo eddi0307,

das ist eine gute Frage. Es gibt auch Originale, die haben kein Wasserzeichen. Die sind sogar besonders teuer.

Die Papierbogen waren, wie üblich, viel größer, als die nachher mit Briefmarken bedruckte Fläche. Normalerweise gehen Wasserzeichen über den ganzen Papierbogen. Bei den Hamburgmarken sind auf dem Papierbogen aber nur so viele Wasserzeichen, wie Marken darauf gedruckt wurden. Wenn der Bogen also nicht genau in die Maschine eingelegt wurde, kann es Marken mit Teilwasserezeichen geben (laut Michel dreifache Preise) oder Marken ohne Wasserzeichen (laut Michel fünffache Preise). Dabei ist noch erklärt, dass jede Normalmarke die volle Schlangenlinie zeigt.

Das eine Marke teurer verkauft worden wäre, weil nur ein kleiner Buckel von der Schlange zu sehen war, habe ich in Jahrzehnten nicht gesehen. Wenn nur ein Strich zu sehen ist, kann man sicher einen Aufpreis bekommen. Der Michel definiert nicht, was ein Teilwasserzeichen genau ist. Man könnte ja ein Bild dazu zeigen. Macht aber nichts, wir werden es hier erklären.

Also: kein Aufpreis wenn das Wasserzeichen stark dezentriert ist und dadurch nur der obere Teil des Wasserzeichens zu sehen sein sollte.

Merke aber: Fast alle Marken ohne Wasserzeichen sind Ganzfälschungen. Die erkennt man aber bei den späteren Ausgaben an dickem, gelben, rauen Papier. Wir werden hier im Forum ganz Altdeutschland behandeln. Alles kommt dran.
29.10.08, 14:51:09

eddi0307

hallo jürgen,
noch einmal langsam zum Verständnis:
Wenn eine Hamburg Marke (ausgenommen Nr.20+21) ein Wasserzeichen (voll oder anteilig) hat, ist sie immer echt !
Eine Detailprüfung der Echtheitsmerkmale könnte eigentlich entfallen ?
Wie liege ich mit meinen Annahmen ???
Gruß
Eddi0307
29.10.08, 18:29:44

carolinus

Je mehr Echtheitsmerkmale vorgestellt werden, desto sicherer wird man in der Bestimmung echter Marken. Vor dem Erwerb solcher Marken sollte man in der Lage sein, - so weit ein Scan es zulässt - selber die Echtheit zu erkennen.

Wasserzeichen können vergleichsweise einfach fingiert werden. Nach Fertigstellung des Drucks kann man sie mit entsprechenden Ölen oder Lacken vortäuschen. Probier es an Hand einer billigen Marke aus. Nur etwas Öl ergibt lokaltransparentere Stellen, die ein Wasserzeichen z.B. vortäuschen können.

Noch einmal: Je mehr man über einzelne Ausgaben verinnerlicht hat, desto sicherer wird man in der Bestimmung. Sich nur auf das eine oder andere Merkmal zu verlassen, könnte fatale Folgen haben. Eine Beschränkung auf einzelne Marken ist dabei m.E. unerlässlich, nach und nach kann man sein Repertoire dann entsprechend erweitern.

Gruß carolinus
29.10.08, 18:52:42

Juergen Kraft

Hallo eddi0307,

ein Wasserzeichen bei diesen genannten Marken, ist keine Garantie für eine echte Marke. Deshalb sollte man besser die Zeichnung im Detail vergleichen.
29.10.08, 21:48:36

eddi0307

hallo jürgen und carolinus,
das ist mir natürlich auch klar, vor allem wenn zunächst nur ein Foto vorliegt !
Deshalb sind ja auch die StampsX-Ratgeber für die Beurteilung von Ebay-Angeboten enorm hilfreich.
Dafür gebührt den Erstellern auch ein herzlicher Sammler-Dank.
Wollte mit meiner Frage darauf hinweisen, daß ein Sammler eine neu erhaltene entsprechende Marke zunächst nach dem Wasserzeichen untersucht.
Gruß
Eddi0307
30.10.08, 23:05:04

Juergen Kraft

Ich will noch einige allgemeine Informationen zu den Hamburger Marken geben:

Neudrucke von Hamburg gibt es nur von den beiden Steindruckmarken aus dem Frühjahr 1864 ungezähnt und später von den durchstochenen Marken im Prägedruck.

Entgegen anders lautender Befürchtungen, wurden die Buchdruckausgaben, also Nr. 1-7 und 10-18 nicht von echten Platten neu gedruckt.

Von diesen Marken gab es jedoch große Restbestände die im Jahr 1869 an den Hamburger Händler Goldner verkauft wurden. Dieser hatte die Bestände in einem Keller gelagert der feucht wurde. Um die Marken zu retten, mussten die Bogen gewaschen werden. Die ungummierten Marken sind noch heute häufig im Handel zu finden. So steht eine Nr. 10 von 1864 ungebraucht ohne Gummi, mit lediglich 3,50 im Michel 2008.

Da bietet es sich natürlich an, einen falschen Stempel auf die Marke zu drücken und die Zähne abzuschneiden. Dann hat man immerhin 750,- Michel.

Das war auch schon zu Goldners Zeiten so. Deshalb wurde ein Postbeamter überredet, mit einem rückdatierten Stempel die ungebrauchten Marken ohne Gummi, aufzuwerten. Dummerweise war nur ein Stempel verfügbar, der vordem nur als Ankunftsstempel diente. Das macht den Stempel als Entwerter leicht erkennbar.

Nachfolgend im Bild so eine Goldner-Marke (eine echte Marke aus den Restbeständen, im Jahr 1869 gewaschen und danach illegal gestempelt) mit falschem ("Gefälligkeits") Stempel


 
 
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