Unterschiede zwischen Baden Nr. 1b und Nr. 5

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11.08.07, 00:12:48

Juergen Kraft

Zur Nr. 1, 1 Kreuzer auf graugelb oder gelbbraun, Mi.-Nr. 1a und 1b

Diese Marken werden häufig aus der Nr. 5 "hergestellt". Man muss wissen, die Nr. 5, die 1 Kr. auf weißem Papier, wurde von denselben Druckplatten gedruckt, die auch für die Nr. 1b benutzt wurden. Lediglich die Papiersorte wurde geändert. Dazu zunächst ein Hinweis. Im Michel-Spezialkatalog stehen zwei Aussagen, die scheinbar ermöglichen sollen, Nr. 1 und Nr. 5 von einander zu unterscheiden. Einmal wird auf sogenannte Geheimzeichen hingewiesen, die Nr. 1-4 haben sollen. Das ist soweit richtig. Jedoch hat die Nr. 5 dieselben Geheimzeichen. Kein Wunder, es wurde ja von derselben Platte gedruckt. Danach wird behauptet, es gäbe Unterschiede in der Zeichnung. Auch diese Aussage ist leider einfach falsch. Eine Nr. 1a unterscheidet sich tatsächlich im Druckbild von einer Nr. 5, aber auch von einer Nr. 1b. Um eine Nr. 1b sicher prüfen zu können, braucht man die Originalmarke, ein geprüftes Vergleichsstück (besser viele) und eine Quarzlampe. Echte 1b quarzen in einer typischen Farbe. Leider kann man sie nicht eindeutig am Scan identifizieren.

Anders ist es bei der 1a. Viele verschiedene Einzelmerkmale erleichtern die Erkennung. Einmal hat das Papier meist einen gelblichen Stich. Die vorkommenden Farbtöne sind sehr typisch. Bei Rückseitenscans sieht man, das Papier ist durchscheinend. Das wichtigste Merkmal ist jedoch der tiefschwarze, gestochen scharfe und gleichmäßige Druck der schwarzen Farbe. Ein Erkennungsmerkmal, das für alle Baden "a" Ausgaben der Nummern 1-4 gilt.

Baden 1a


Auf dem Bild gibt es schon viel zu sehen. Einmal eine der typischen, echten Farben einer 1a, ein chamois mit gelbstich, oder wie völlig richtig im Michel steht, hell- mittelgraugelb. Als nächstes der Abstand der Ziffer 1 zum Punkt dahinter. Hier ist er offensichtlich 1mm, soweit, wie laut Michel bei einer echten Nr. 1 der Abstand sein sollte. Leider wird bei späteren Auflagen der rechte Zipfel unten an der 1 immer länger und sieht dann irgendwann so aus, wie bei fast jeder Nr. 5. Bei der Erkennung der 1a hilft uns der Abstand also noch, als ein Merkmal. Der nächste Punkt, die Hintergrundlinien, das sogenannte Netzwerk, sind sehr fein und gleichmäßig gedruckt und zeigen fast keine Unterbrechnungen. Ein weiteres Merkmal einer echten 1a. Als Letztes noch das gleichmäßige Schwarz der Ziffer 1. Bei späteren Auflagen sind zunehmend weiße Sprenkel zu sehen. Der Druck wirkt trockener. Hier eine Nr. 5 im Paar:

Baden Nr. 5


Deutlich zu sehen, die weißen Sprenkel in der 1, das Netzwerk viel unsauberer. Der Abstand zwischen 1 und dem Punkt ist jedoch offensichtlich gleich. Hier nun eine echte Baden Nr. 1b, in typischem Aussehen. Oben etwas dunkler, wegen einer Folientasche.

Baden Nr. 1b


Die echte 1b ist gegenüber den Fälschungen im Tageslicht meist heller, unter der Quarzlampe meist dunkler. Damit Sie diesen Vergleich durchführen können, brauchen Sie natürlich eine geprüfte, echte 1b. Tipp: Um sich eine Prüfsammlung aufzubauen, kann man auch Kompromisse beim Kauf eingehen. Als Vergleichsstücke für Markenechtheit, eignen sich besonders gut farbfrische, leicht gestempelte Marken. Wenn ein Stück fehlt, macht nichts, auch eine kleine helle Stelle kann man in Kauf nehmen. Für eine Ausstellungssammlung wäre das nichts, aber zum Vergleichen braucht man kein Prachtstück.

Interessant ist noch der Neudruck der Baden Nr. 1 von 1867, als es lange die gezähnten Ausgaben gab. Der Neudruck zeigt immer noch den lichten Keil, das Geheimzeichen, von dem der Michelkatalog schreibt, es wären die Zeichen für Nr. 1-4. Wer daraus den Schluss zieht, Nr. 5 und der ND hätten das Zeichen nicht, liegt leider falsch.

Baden Nr. 1ND 1867


Zurück zum Thema:
Eine Baden Nr. 1 sollte nur geprüft erworben werden. Man sollte auch bedenken, praktisch alle echten Nr. 1 sind bereits geprüft, oft mehrfach signiert. Frisch verfälschte Nr. 5 sind natürlich nicht geprüft oder tragen nur frei erfundene Zeichen. Ausnahmsweise kommen auch Altsignaturen bei besseren Stempeln oder breiten Rändern vor.
11.08.07, 13:14:44

lehrling

Danke für die erschöpfende Auskunft, werde mir also eine neue Quarzlampe zulegen, habe nur so eine Art Taschenlampe, die eigentlich für garnix taugt. Gibt es ein empfehlenswertes Modell?
11.08.07, 13:30:47

Juergen Kraft

Hallo Lehrling,

der Fachhandel wird sicher die Produkte der philatelistischen Fachfirmen empfehlen. Argumente werden dann sein, die genau richtige Wellenlänge des Lichts und ähnliches.

Für deine Zwecke reicht eine beliebige Geldscheinprüflampe mit UV-Licht aus dem Baumarkt. Kein Gerät mit Batterien, sondern mit Netzanschluß. Eine Lampe mit zwei Röhren ist schön hell und ist um 20,- Euro zu haben.

Hast du eine Kellerbar oder einen Partyraum? Es gibt die UV-Lampen auch als 120 cm Neonröhren. Ein paar davon an der Wand und an der Decke sind auch eine gutes "Prüflabor". Fremdlicht darf es keines geben. Bei der Party kann man die UV-Lampen auch nutzen :)

Ich hatte einmal so einen Raum eingerichtet. Das ist sehr praktisch, zum Beispiel große Mengen Krone/Adler-Marken nach Farben zu sortieren.

Vorsicht vor falschen Empfehlungen: Die Baden Nr. 1a kann von der Baden Nr. 5 nicht an der Papierstärke unterschieden werden. Es gibt auch hauchdünne Nr. 5!
30.05.08, 16:37:15

carolinus

Ich starte mal den Versuch, die 1b unter UV-Licht zu zeigen.
Von den abgebildeten Marken ist die obere (im UV-Licht links) von Herrn Stegmüller geprüft.

Gruß carolinus
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30.05.08, 23:01:52

Juergen Kraft

Hallo Carolinus,

es geht doch nichts über eine schöne, helle Partyleuchte. Die Farbe entspricht ziemlich genau dem, was eben eine echte 1b zeigt.

Die 1a quarzt sehr viel heller, ist aber am rückseitig durchscheinenden Druck und der satten, scharfen Zeichnung gut zu erkennen. Die 1a gibt es auch auf regelrecht gelblichem Papier.
 
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