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sarahsabine

(Mitglied)

Sarahsabine war gestern Abend offensichtlich im Tiefschlaf. lachen
18.04.12, 09:52:12

siegfried spiegel

(Mitglied)

Der Stempel sieht etwas seltsam aus. Liegt das an der Papierbeschaffenheit des Blocks oder ist der Stempel falsch?
Dateianhang (verkleinert):

 Block 18.jpg (130.36 KByte | 5 mal heruntergeladen | 651.81 KByte Traffic)

Dateianhang (verkleinert):

 Stempel-Döbeln-1.jpg (150.32 KByte | 7 mal heruntergeladen | 1.03 MByte Traffic)

18.04.12, 10:59:02

xg1651

(Mitglied)

Das ist kein Papier, sondern DEDERON.
Dadurch ist der Block immer irgendwie unförmig.
18.04.12, 12:01:23

admin-c

(Administrator)

Nachliefern möchte ich noch einige Informationen zu diesem Block.

Die Überschrift lautete: Vorher gab es sowas noch nie. Gemeint ist, dass vor diesem Projekt noch keine Marke auf Kunststoff gedruckt wurde. Ein Detailscan mit 2400 dpi zeigt die Struktur des verwendeten Materials.



Es handelt sich um Polyamidfasern, die den Handelsnamen „Dederon“ erhielten. Solche Fasern wurden zum Beispiel im VEB Chemiefaserkombinat „Wilhelm Pieck“ in Rudolfstadt-Schwarza, im VEB Chemiefaserwerk „Herbert Warnke“ in Wilhelm-Pieck-Stadt Guben und im VEB Kunstseidenwerk „Friedrich Engels“ Premnitz hergestellt.
Besondere Bekanntheit erlangte Dederon in der DDR durch die berühmten Kittelschürzen und Einkaufsbeutel.

Kurz zur Geschichte dieser Ausgabe:

Zu Beginn des Jahres 1959 erfolgte eine Anfrage des Direktors der VVB Elektrochemie und Plaste an die Dt. Post, ob man nicht, um die Leistungsfähigkeit der Chemieindustrie der DDR unter Beweis zu stellen, einen Briefmarkensatz aus Kunststoff statt Papier herausgeben könne. Das Ministerium für Post und Fernmeldewesen schien dieser Idee durchaus aufgeschlossen und bat um Vorschläge für einen geeigneten Kunststoff, bei dem Druck, Perforierung, Abstempelung und Gummierung möglich seien.

Eine Perforierung wurde seitens der VVB Elektrochemie und Plaste ausgeschlossen und auch die zunächst ins Auge gefasste Auflagenhöhe von 16 Millionen Blocks erwies sich als utopisch. Diese Materialmenge war in der damaligen DDR nicht im Entferntesten zu erreichen. Die Höhe der Auflage wurde auf etwa 1 Millionen herabgesetzt.

Ende August 1960 erhielt die Deutsche Wertpapierdruckerei den Auftrag für einen Block mit zwei Marken, für die etwas mehr als 20000 m² Dederon in Rollen mit einer Breite von 92 cm zur Verfügung gestellt werden sollte. Die Flächengröße zeigt, dass man wohl mit einem hohen Ausschuss rechnete. Das Ministerium übernahm die Kosten, die Lieferzeit der beauftragten VEB Metallweberei Neustadt sollte allerdings noch bis Juni 1962 dauern. Ende des Jahres wurde der Andruck dem Ministerium und dem Zentralkomitee vorgelegt und anschließend auch im zweifarbigen Offsetdruck in einer Auflagenhöhe von 1,2 Millionen gedruckt. Verausgabt wurde der Block schließlich am 12. März 1963.

Neben der Suche nach echt gelaufenen Briefen mit diesem Block hätten wir noch eine kleine Zusatzaufgabe:
Das Wort Dederon ist ein Kunstwort. Wer kann es erklären?
19.04.12, 17:54:34

Darklook

(Mitglied)

Hm, ganz lautmalerisch für DDRon? :-)

Gruss
Gerhard
19.04.12, 18:05:35

rizzo2105

(Mitglied)

„Dederon“ ist ein Kunstwort, das sich aus DDR und „on“ zusammensetzt.
19.04.12, 18:31:02

admin-c

(Administrator)

Hallo ihr beiden,

DeDeRon beinhaltet selbstverständlich DDR.

Das Vorbild war wohl Perlon bzw. Nylon, Perlon war das westdeutsche Konkurrenzprodukt. Alle drei Bezeichnungen sind Warenzeichen für chemische Kunstfasern.

Die Endung "on" dürfte darauf bezogen worden sein.
19.04.12, 18:38:19

xg1651

(Mitglied)

Dederon und Nylon sind chemisch identisch, der Name war eine Markenrechtsfrage.
19.04.12, 19:29:09
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