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BLEISULFIDSCHÄDEN BEI KLASSISCHEN BRIEFMARKEN


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* in sog. Transparentalben. Hier sind zur Aufbewahrung der Marken und Belege Kunststoffblätter auf Blanko- oder Vordruckblätter (aus Karton) aufgeklebt, so dass bei Zurückklappen der Folie ein problemloses Betrachten der Markenrückseite möglich ist. Es sind auch Marken- und Briefalben im Handel, die vollständig aus Kunststoff bestehen, und in die man wiederum Steckkarten aus Kunststoff einfügen kann. Auch bei dieser Aufbewahrungsart werden die Marken und Belege wohl weitestgehend von der Außenluft abgeschnitten, weil die Folien durch ihre Adhäsionskraft aneinander haften und dadurch eine Art Binnenklima entsteht.

* in Briefhüllen oder Steckkarten aus PVC-Kunststoff. Hierbei konnte beobachtet werden, dass in den Fällen, in denen ein Austausch mit der Umgebungsluft gegeben war (beispielsweise bei mehrseitig geöffneten und nicht über längere Zeit zusammengepressten Briefhüllen) kaum Schäden zu beklagen waren.

Keine signifikanten chemischen Veränderungen konnten bei Lagerung unter handelsüblichen Klemmtaschen, in herkömmlichen Vordruckalben mit oder ohne Klemmtaschen, in Einsteckbüchern, bei Befestigung mit Falzen auf Karton usw. festgestellt werden. Auch in Blattschutzfolien, die innenseitig eine Riffelung aufweisen und so offenbar einen Austausch mit der Umgebungsluft ermöglichen, ist eine Aufbewahrung der problematischen Ausgaben anscheinend weitgehend gefahrlos möglich.

Bemühungen zur Verhinderung zukünftiger Schäden:

Leider hatte mein Vorstoß vom Juni 2000 bei dem erwähnten Albenhersteller keinen Erfolg. Ein Zusammenhang zwischen geschädigten Marken und den PVC-Folien wurde kategorisch bestritten.

Am 16.11.2001 sandte ich daher ein von mir verfasstes Ersuchen, in dem die Problematik ausführlich anhand von zahlreichen Beispielen geschildert wurde, an den Allgemeinen Philatelistischen Händlerverband (APHV), an den Auktionatorenverband (BDB) und den deutschen Prüferverband (BPP). Aus meiner Sicht war sofortiger Handlungsbedarf geboten, um zukünftige Schäden zu vermeiden. Der Auktionatoren- und Prüferverband unterstützten meine Bemühungen. Der APHV befand sich in einem offenkundigen Interessenkonflikt, da die hauptbetroffenen Alben- und Folienhersteller genauso Mitglied im APHV sind wie ein großer Teil der Laden- und Versandhändler, die die beanstandeten Alben und anderen Bedarfsartikel vertreiben.

Auf Anregung der Verbände veranlasste ich eine Stellungnahme der Papiertechnischen Stiftung (PTS), München, die von der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung empfohlen worden war. Im PTS-Gutachten Nr. 2779 vom 30.4.2002 wird die mutmaßliche Schadensursache, auch für einen Laien verständlich, wie folgt erklärt:

"Da die Wert mindernden Verfärbungen der Briefmarken nur sehr langsam (...) im Dunkeln eintreten, kann die Ursache nur in niedermolekularen migrierfähigen Verbindungen liegen, die in Spuren in der PVC-Folie von Anfang an enthalten sind oder sich erst im Laufe der Zeit durch Alterungsprozesse bilden und mit Inhaltsstoffen der Briefmarken dunkel gefärbte Verbindungen bilden. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet fällt auf, dass die PVC-Folie einen schwefelhaltigen Zinnstabilisator (...) enthält, und die Briefmarken einen sehr hohen Gehalt an Blei (...) aufweisen, der sich mit den zu dieser Zeit üblichen Herstellungsmethoden für Briefmarken erklären lässt. U. E. reagieren beide Stoffe - der schwefelhaltige Zinnstabilisator in den Folien und das Blei in den Briefmarken - im Anschluss an langsame Migrationvorgänge miteinander, wobei als Endprodukt Bleisulfid entsteht, ein extrem schwerlösliches und schwarz gefärbtes Schwermetall-Salz. Die Entstehung von Bleisulfid in extrem kleinen Spuren dürfte dabei bereits ausreichend sein, um die beobachteten Verfärbungen an den Marken hervorzurufen."

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