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Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

die 1 Mark Reichspost ist seit vielen Jahren in drei Farben notiert. Die Farbnamen haben sich dabei auch nicht geändert. Es sind das

a = dunkelzinnoberrot bis (dunkel)rot. Neben gleichmäßigem zinnober also noch rot in Helligkeitsunterschieden

b = dunkelkarminrot, also eine Farbe wie a, nur einen Hauch bläulicher. Früher auch einmal als bräunlichkarmin bezeichnet. Die beiden Töne liegen direkt nebeneinander und sind nicht wirklich zu unterscheiden.

c = dunkellilarot, von der Farbbezeichnung her ein Ton, der bläulicher ist als rot, aber weniger bläulich als karmin

Der Unterschied ist etwa so, von der Papierform her, also in der Theorie, wie zwischen 216a und 216b. Sehr bemerkenswert ist allerdings die weitere Notierung. Die "b" soll es nur ungebraucht geben, die "c" nur gestempelt. Die genannten Preise sind ebenfalls bemerkenswert. Die "b", die so selten ist, dass es kein gestempeltes Stück gibt, notiert ungebraucht 400,- statt 140,- für die häufige "a". Bei postfrisch ist der Abstand etwas größer und mit 550,- zu 2400,-.

Extrem wird es bei der "c", die mit gleich 15.000,- notiert ist und nur als gestempelt. Vielleicht die gestempelte "b", die beim Waschen etwas den bläulichen Ton verliert?

Zur Einstimmung noch zwei Bilder. Fortsetzung folgt ...




J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

17.09.16, 17:02:10

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

ich möchte noch auf zwei Dinge zu der Marke hinweisen. Zum einen ist sie wasserempfindlich, lose gewaschene Marken zeigen verlaufene Farbe, zum anderen ist bei Stichtiefdruck die Helligkeit der Farbe auch davon abhängig, wie dick die Druckfarbe aufgebracht wurde. So lässt sich im normalen Licht nicht immer ein genauer Farbeindruck ermitteln.

Werfen wir einen Blick auf Beiträge im Internet zur der Marke. Winnilupe stellt eine 63c vor im Beitrag vom 19.1.2016:

https://www.stampsx.com/forum/topic.php?id=9014&goto=240061

Zitat von winnilupe:
Nun hab ich endlich eine gefunden :-))) eine 63 C und sogar noch mit einer Abart ... Bitte lesen sehr Interessant Durch die Mithilfe von Philatelisten war es jetzt möglich, seltene gebrauchte, dunkel lilarote Marken zu analysieren, die selbst Prüfer nicht besitzen. Diesen Philatelisten sei an dieser Stelle besonders gedankt. Jedem Philatelisten sei empfohlen, dieses Gutachten zu lesen, weil es vielschichtige Erkenntnisse offenbart, die nicht nur die Farbe betreffen. https://sites.google.com/site/philapdfs/gutachten/1-m-reichspost/stralkowo


Alle Beiträge hinter den beiden Links sind sehr interessant. Mangels Masse an 63c ist die Verifizierung aller Angaben natürlich nicht so einfach und in größerer Breite kaum zu erwarten.

Zur 63b noch eine Anmerkung. Die Marke ist ja nur ungebraucht notiert und die Ursache für diesen Umstand liegt meist darin, dass diese Auflage nicht mehr während der Postgültigkeit an die Schalter kam. Tatsächlich wurde die Ausgabe bereits am 31.12.1902 ungültig. Die Politik legte wohl großen Wert auf die Inschrift "DEUTSCHES REICH".

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

17.09.16, 19:47:18

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Jürgen,

bitte nimm Dir eine DP Marokko 16 II (sogen. fetter Aufdruck), bei diesen Marken handelt es sich durchgängig um Urmarke 63 b (die sogen. Nachauflage).

Unter UV wirst Du den Unterschied zur 63 a ausmachen können! lachen

MfG
Markus
17.09.16, 20:03:56

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 17.09.16, 21:45:35

Hallo,

dieses Gutachten von Herrn Hogrefe, habe ich mir partiell durchgelesen.

Er kommt zu der richtigen Erkenntnis, dass es keine 63 c gibt, so wie ich es Dir vorhin, in Unkenntnis des Gutachten, bereits am Telefon gesagt habe.

Was Herr Hogrefe mit den von Herrn Jäschke-Lantelme als verfärbte geprüften Marken beweisen möchte, entzieht sich im Moment noch meiner Kenntnis. Nebenbei möchte ich vermerken, dass die von Herrn Brunel einst als ungebrauchte DR MiNr. 63 b gekaufte Marke, eine deutlich veränderte Gummierungsstruktur zeigt! Dementstprechend hat die Druckfarbe gelitten. Eosin kann sich partiell und auch vollständig aus einer Druckfarbe entziehen. Eventuell ist bei einem Teil der a-Auflagen etwas Bleiweiß beigemischt und es kommt dann sogar zu einer entspr. Sulfidierung (oder wie auch immer, man es in chemischer Hinsicht genau bezeichnet).

Warum hat Herr Hogrefe keine eindeutigen 63 b, wie die Marokko 16 II zur Begutachtung hinzugezogen? Den Sachverhalt hat er vielleicht nicht gekannt?

Was mir noch fehlt, ist eine Untersuchung von Marken, die verschiedene Plattennummern zeigen.

Selbstverständlich bin ich offen für 63 aa und meinetwegen auch 63 ab, wenn sich hierfür postfrische, nachweislich unbehandelte Referenzstücke finden lassen sollten. Fündig könnte man werden, wenn man genügend Marken der DP Türkei MiNr. 20 I untersucht. Auch kleines stampsteddy hatte einst eine von Herrn Jäschke-Lantelme attestierte 20 I c in ungebrauchter Erhaltung, welche irgendwo um vollen Katalogwert im Zuschlag erbracht hatte.

Ferner nebenbei, bei DP Türkei 20 II handelt es sich auch durchgängig um Urauflage 63 b.

Die Forschung geht weiter... mit Augen rollen (...und für manche fängt sie augenscheinlich erst an... überrascht )

MfG
Markus
17.09.16, 21:31:04

StampScout

(Neues Mitglied)

Guten Abend,
ich möchte mich hier gern mal in die Diskussion einbringen. Mangels Vergleichsmaterial ist die eindeutige Abgrenzung der Farben schwierig. In meiner Sammlung fand ich vier unterschiedlich getönte Marken, wobei im Tageslicht die beiden Rechten auffällig dunkler als die beiden Linken aussehen. Interessanterweise hebt sich jedoch unter UV-Licht die Marke mit HAMBURG Stemel ab. Hat jemand dazu eine Meinung?

Gruß aus Leipzig, Klaus.
21.09.16, 22:03:12

StampScout

(Neues Mitglied)

o.k. die Fotos fehlen noch... Wie kann ich hier Bilder einfügen ...:confused:
21.09.16, 22:05:50

Juergen Kraft

(Mitglied)


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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21.09.16, 22:36:44

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

hier zur Ergänzung noch ein Bild unter UV. Die Leuchte hat wirklich präzise 366nm und genügend Licht.

Die 63a reagiert gut rot leuchtend, im Bild als braun zu sehen. Die 63b, wegen zu später Fertigstellung dann nur für Aufdruckmarken verwendet, mit Aufdruck und ebenfalls gestempelt, ohne Reaktion unter UV. Das sieht dann schwarz aus.

Die verwendete UV-Lampe wird normalerweise von Biologen eingesetzt.
Dateianhang:

 DR-63a-und63b-mit-Aufdruck-kal-900pxb.jpg (156.07 KByte | 26 mal heruntergeladen | 3.96 MByte Traffic)

Dateianhang:

 kombi-uv-lampe.jpg (112.19 KByte | 24 mal heruntergeladen | 2.63 MByte Traffic)


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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26.10.16, 21:03:05

winnilupe

(Mitglied)

Hallo liebe Sammlerfreunde

Hallo Jürgen, ich habe einmal den Link von der Diskussion hier an Herrn Hogrefe weitergeleitet, vielleicht findet er die Zeit sich hier einzuklinken. Weiter möchte ich zu der gefundenen 63c Attestiert von Herrn Kroschel mit Gutachten von Herrn Hogrefe verkauft, der Käufer sendete die Marke Herrn J-L, das Ergebnis es soll eine a Farbe sein.
Weitere Äußerungen möchte ich mir hier ersparen, die Forschung geht weiter. Ich habe mich ja sowieso mehr auf die Abarten und Druckfehler spezialisiert und bereits 50 verschiedene Markentypen der Mi 63 gefunden.

Viele Grüße

winnilupe
Dateianhang (verkleinert):

 41228.1.jpg (745.84 KByte | 54 mal heruntergeladen | 39.33 MByte Traffic)

29.10.16, 11:11:41

winnilupe

(Mitglied)

hier noch ein paar Farben
Dateianhang (verkleinert):

 63 c Guido I.jpg (1.08 MByte | 35 mal heruntergeladen | 37.95 MByte Traffic)

Dateianhang (verkleinert):

 63 Postfrisch 4764.jpg (520.04 KByte | 16 mal heruntergeladen | 8.13 MByte Traffic)

29.10.16, 11:24:56
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