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admin_j

(Mitglied)

Hallo,

ich möchte einen Brief vorstellen, der in St. Petersburg Russland aufgegeben wurde, der nach Bordeaux ging, und deutsch beschrieben ist. Der Brief lief wohl per Dampfboot von St. Petersburg nach Stettin, von dort über Berlin und über VALENCINNES nach Frankreich.

Weiß jemand warum der Stempel in Deutsch war? Wurde der Stempel auf einem deutschen Dampfboot geführt und der Brief dort direkt aufgegeben?

Der Stempel R2 StPETERSBURG / DEN ... ist in deutscher Sprache.


Auch Russen wollen Rotwein:


und rückseitig der deutschsprachige Stempel aus St. Petersburg:


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28.08.09, 01:03:15

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 28.08.09, 08:54:54

Hallo Herr Kraft,

zum Zeitpunkt der Briefbeförderung bestand bei der preußischen Post die Bestimmung, daß Auslandskorrespondenz mit dem Herkunftsstempel ("Aus Rußland...") sowie dem Stempel der Eingangspostanstalt zu versehen war.

Da der Brief zwar über Stettin gelaufen zu sein scheint, von dort aber keinen Stempel trägt, könnte auf dem Damfboot ein solcher von St. Petersburg vorhanden gewesen sein. Das wäre zumindest dann logisch, wenn es auf dem (preußischen) Boot Postbearbeitung gegeben hat.

Eine Direkteinlieferung auf dem Dampfboot muß damit nicht zwingend verbunden gewesen sein, ist aber wegen des fehlenden russischen Aufgabestempels (so denn zu diesem Zeitpunkt einer existierte) wahrscheinlich.

Beste Grüße

Altsax
28.08.09, 08:44:22

Lars Boettger

(BPP-Mitglied)

Hallo Jürgen,

wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann waren die Stempel von St. Petersburg (oder Riga) zu dieser Zeit auf deutsch. Das der Stempel auf einem deutschen Dampfer geführt wurde, schliesse ich aus.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
28.08.09, 10:15:51

Altsax

(Mitglied)

Hallo Lars,

was ich schrieb, beruht lediglich auf den genannten Schlußfolgerungen, nicht auf konkretem Wissen.

Für Deine Aussage spricht das Datum, das wohl dem russischen Kalender entstammt und von einer preußischen Postanstalt vermutlich nicht verwendet worden wäre.

Es bleibt dann aber die Frage offen, warum kein preußischer Eingangsstempel von Stettin abgeschlagen worden ist.

Beste Grüße

Jürgen

28.08.09, 10:28:44

Altsax

(Mitglied)

Im philaforum findet sich ein passender thread:

http://www.philaforum.com/forum/thread.php?threadid=15078&hilight=St+Petersburg

Dort wird u.a. ein Brief nach Wien aus dem Jahre 1850 gezeigt, der den St. Petersburger Stempel ebenfalls trägt. Somit hat Lars recht - es ist ein regulärer Ortsaufgabestempel.

Altsax

28.08.09, 11:53:18

Michael D

(Mitglied)

geändert von: Michael D - 20.04.12, 15:44:42

Bin gerade über dieses alte Thema gestolpert.
Vielleicht interessieren noch ein paar ergänzende Informationen:

Der deutschsprachige Aufgabestempel von St. Petersburg war ca. 1844-1853 in Gebrauch.
Von Petersburg ist es meines Wissens der einzig bekannte deutschsprachige Stempel, im baltischen Raum waren diese stärker verbreitet.
Es gab früher auch französischsprachige Stempel von Petersburg.

Die Schiffsverbindung Petersburg-Stettin war zwar eine staatliche Linie mit je einem preußischen und einem russischen Dampfer, aber eine Postbearbeitung während der Überfahrt erfolgte nie.

Der hier verwendete preußische Eingangsstempel "Aus Russland Franco" stammt aus Berlin. In Stettin selber wurde nur ausnahmsweise gestempelt. In der Regel war dafür die Zeit zu knapp. Die Briefbearbeitung erfolgte entweder in Berlin (anfangs die Regel) oder während der Zugfahrt von Stettin nach Berlin (später die Regel).

Michael
20.04.12, 15:43:38
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