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Oliver Estelmann

(BPP-Mitglied)

Seit Jahrzehnten werden "besondere" Fälschungen auch mit
Kurzbefunden seitens BPP "beachtlich gewürdigt".
Ich schreibe dies mit Anführungszeichen, weil es sicher
diskutabel ist, dazu eine eigene Meinung zu haben.

Eine 08 / 15 Fälschung ist ärgerlich und ohne Frage obsolet.
Eine Fälschung "mit Gesicht", bei der sich der Fälscher
richtig Mühe gemacht hat, ist m.E. etwas anderes.
Solche Sachen nehme ich gerne und immer mit einem gewissen
Respekt mit in die Sammlung auf, ohne dabei nicht den Aspekt
außer Augen zu lassen, warum solch eine Fälschung hergestellt
wurde.
07.04.20, 22:25:42

drmoeller_neuss

(Mitglied)

Zitat von Oliver Estelmann:
Seit Jahrzehnten werden "besondere" Fälschungen auch mit
Kurzbefunden seitens BPP "beachtlich gewürdigt".
Ich schreibe dies mit Anführungszeichen, weil es sicher
diskutabel ist, dazu eine eigene Meinung zu haben.

Eine 08 / 15 Fälschung ist ärgerlich und ohne Frage obsolet.
Eine Fälschung "mit Gesicht", bei der sich der Fälscher
richtig Mühe gemacht hat, ist m.E. etwas anderes.
Solche Sachen nehme ich gerne und immer mit einem gewissen
Respekt mit in die Sammlung auf, ohne dabei nicht den Aspekt
außer Augen zu lassen, warum solch eine Fälschung hergestellt
wurde.


Ich dachte, die BPP-Prüfordnung vom 29.04.2017 wäre eindeutig (Hervorhebung durch mich):

Zitat:
4. Umfang der Prüfung
4.1. Prüfgegenstand sind Postwertzeichen und Entstehungs-, Herstellungs- und Verwendungsbelege sowie Kriegs- und Propagandamarken/fälschungen. Andere Vorlagen dürfen nicht signiert oder attestiert werden.


Das Problem ist: was definiert man als "Fälschung "mit Gesicht"?

08.04.20, 09:56:21

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 08.04.20, 10:32:36

Zitat von drmoeller_neuss:
Ich dachte, die BPP-Prüfordnung vom 29.04.2017 wäre eindeutig (Hervorhebung durch mich):

Zitat:
4. Umfang der Prüfung
4.1. Prüfgegenstand sind Postwertzeichen und Entstehungs-, Herstellungs- und Verwendungsbelege sowie Kriegs- und Propagandamarken/fälschungen. Andere Vorlagen dürfen nicht signiert oder attestiert werden.


Das Problem ist: was definiert man als "Fälschung "mit Gesicht"?


Der Sinn dieses Abschnitts der Prüfung dürfte die Abgrenzung gegenüber nicht postalischen "Wertzeichen" sowie entsprechenden Belegen sein.

Die Signatur (als falsch!) von gefälschten Postwertzeichen ist ja gerade notwendige Folge eines solchen Prüfergebnisses. Daß Fälschungen von einer gewissen historischen bzw, qualitativen Bedeutung in eine Sammlung aufgenommen werden, ist nicht ungewöhnlich. Die Dienstleistung des Prüfers, deren Herkunft entsprechend zu dokumentieren, halte ich nicht für unzulässig.
08.04.20, 10:31:43

dieterm

(Mitglied)

Zitat von Altsax:
Die Dienstleistung des Prüfers, deren Herkunft entsprechend zu dokumentieren, halte ich nicht für unzulässig.


...ich halte die Dokumentation sogar für geboten!

"Das papierlose Büro wird ebenso wenig kommen wie das papierlose Klo."
Suche ständig Notopfer- und Wohnungsbaumarken und interessante Belege hierzu
08.04.20, 14:36:48

Ziegelofen

(Mitglied)

Guten Abend,

mir ist der folgende Brief untergekommen. Sachsen ist nicht mein Gebiet, dennoch halte ich die Marken für eine Fälschung. Ich würde mich freuen, wenn einer der dem Gebiet vertrauten Experten erläutern könnte, um welche Art Fälschung es sich handelt. Vielen Dank!

Gruss
René

https://www.stampsx.com/forum/attachment.php?id=92424&
https://www.stampsx.com/forum/attachment.php?id=92425&
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 Reichenbach Annaberg 20081852 Rückseite_.jpg (65.48 KByte | 22 mal heruntergeladen | 1.41 MByte Traffic)

08.04.20, 21:59:36

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 08.04.20, 22:15:46

Hallo Renè,

sehr viel Details läßt der scan leider nicht erkennen.

Die Sachsendreier sieht aus wie eine moderne Fälschung, die 3 Pfg. grün könnte ein Hirschfeld-Druck sein.

Das ganze ist auf einen markenlosen fahrpostbrief geklebt worden, dessen Aufgabstempel im Datum "korrigiert" worden ist. Der Vollgitterstempel ist natürlich auch falsch. Dessen herkunft ist nicht bestimmbar. Derartige Falschstempel gibt es reichlich.

In echt müßte man für einen solchen Brief einen sechsstelligen Betrag aufwenden. Insofern ist ein solcher Brief eher als Spielerei zu betrachten.

Beste Grüße

Altsax
08.04.20, 22:15:07

Ziegelofen

(Mitglied)

geändert von: Ziegelofen - 08.04.20, 22:20:30

Hallo Altsax,

Vielen Dank für die schnelle Antwort und Bestätigung. Anbei noch ein größerer Scan der gefälschten Marken.

Gruss
René

https://www.stampsx.com/forum/attachment.php?id=92427&
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08.04.20, 22:19:22

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

die Quelle dieser modernen Ganzfälschung ist dieselbe, wie bei der Zittau-Fälschung. Markenzeichnung, Farben, Ausführung, alles identisch und nur moderner Müll.

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

Epson-Scanner-Standard-Einstellungen

09.04.20, 00:07:07

palaiss

(Mitglied)

"Die Quelle dieser modernen Ganzfälschung ist dieselbe, wie bei der Zittau-Fälschung. Markenzeichnung, Farben, Ausführung, alles identisch und nur moderner Müll."

@ Jürgen

Die Quelle der Fälschungen der Sperati-Fälschungen ist der deutsch-englische Briefmarkenhändler, Auktionator und Prüfer Paul J.Alcuri, Canterbury (GB). Er hat eine große Anzahl der Speratifälschungen als Replicas produziert und in den 1970er-Jahren angeboten. Die meisten Interessenten haben wohl geglaubt, es handele sich um echte Speratis und er bekam Ärger. Als Lehrling bei Steltzer/Frankfurt 1975/1976 hatte ich die Produkte regelmäßig als Einlieferung auf meinem Schreibtisch.

Die grotesken Brieffälschungen wie oben wurden als Jux-Replicas von einer Versandfirma, ich glaube in den 1980er-Jahren, ohne große Täuschungsabsicht angeboten (für ca. 50-100 DM). Wer einen Viererblock 70 Kreuzer oder einen Sechserstreifen Bayern 1 mit Zusatzfrankatur auf echten oder kopierten vorphilatelistischen Briefen oder Dienstbriefen haben wollte, wurde in den aufwändigen Farbkatalogen der Firma nur für diese Fälschungen fündig. Immerhin war jeder Brief ein Einzelstück. Irgendwo habe ich noch so einen Katalog, aber wo nur…..?

Beide Geschäftsmodelle haben sich nicht bewährt und der Vertrieb wurde nach kurzer Zeit eingestellt. Steltzer und andere Auktionatorenkollegen haben die Alcurifälschungen nicht mehr aufgenommen, und da fiel wohl die Verkaufsplattform weg.

09.04.20, 07:12:31

Oberlausi

(Mitglied)

Zitat von Altsax:
Hallo Renè,

sehr viel Details läßt der scan leider nicht erkennen.

Die Sachsendreier sieht aus wie eine moderne Fälschung, die 3 Pfg. grün könnte ein Hirschfeld-Druck sein.

Das ganze ist auf einen markenlosen fahrpostbrief geklebt worden, dessen Aufgabstempel im Datum "korrigiert" worden ist. Der Vollgitterstempel ist natürlich auch falsch. Dessen herkunft ist nicht bestimmbar. Derartige Falschstempel gibt es reichlich.

In echt müßte man für einen solchen Brief einen sechsstelligen Betrag aufwenden. Insofern ist ein solcher Brief eher als Spielerei zu betrachten.

Beste Grüße

Altsax


Guten Morgen zusammen,

ähnliche Fälschungen wurden u.a. 1985 für 120 DM angeboten.

Viele Grüße aus der Oberlausitz

oberlausi
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09.04.20, 09:18:00
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