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zenne

(Mitglied)

Hallo,

na dann lösen wir die Sache einmal auf.

Im Bild seht Ihr das äußerst ungewöhnliche Paar der Sowjetischen Besatzungszone (Michelnummer 187 - 15 Pfg.) nun von der Vorder- und der Rückseite.

Es ist wohl unstrittig, was passiert ist:

Ein Bogen der Gemeinschaftsausgaben (Michelnummer 948 - 15 Pfg. Arbeiterserie) der mit dem Maschinenaufdruck „Sowjetische Besatzungs Zone“ versehen werden sollte, war vertikal stark angetrennt (ggf. sogar vertikal über 10 Markenreihen komplett getrennt). Um einen korrekten Aufdruck zu gewährleisten wurden die getrennte Zähnung mittels Bogenrandteilen überbrückt und somit die Marken in ihrer Position stabilisiert.

Nun hat glücklicherweise der fette Überdruck des vorherigen Bogens Teile seiner schwarzen Aufdruckfarbe spiegelbildlich als einen sogenannten Abklatsch auf den „gestützten Bogen“ übertragen.

… und dieser Abklatsch, welcher sich sowohl auf der Gummierung der Marken als auch auf dem aufgeklebten Bogenrandteil zeigt, „erzählt uns die Geschichte“ wie dieses Paar entstanden ist.

Das Verbinden der Marken durch den Bogenrand wurde definitiv VOR DEM ÜBERDRUCK vorgenommen.

Wir sehen eines der seltensten philatelistischen Paare vor uns.

Aber wie wollen wir es nennen?

Waagerechtes Paar? – das wäre viel zu ungenau

Paar mit geklebter Papierbahn? – nein, die hat eine völlig andere Entstehungsgeschichte (siehe oben)

Paar mit „gestützter Zähnung“ – das ist ja mein Vorschlag

oder wie sonst?

… und noch ein Problem:

Ist das Paar eigentlich postfrisch?

Ich freue mich auf eure Meldungen und Anregungen.

Beste Grüße

zenne
Dateianhang (verkleinert):

 15gz.jpg (390.91 KByte | 30 mal heruntergeladen | 11.45 MByte Traffic)

04.09.20, 13:04:42

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo zenne,

der Abklatsch stammt nicht vom vorigen Bogen bzw. nicht vom Übereinanderstapeln bedruckter Bogen sondern ist in der Druckmaschine entstanden.

Ob es wirklich von Nöten war, getrennte Bogenteile mittels Bogenrändern zu Flicken, um eine bestimmte Auflagenhöhe zu Erreichen oder ob hier in der Druckerei jemand gespielt hat und wohlweißlich Sorge dafür getragen hat, um mittels Abklatsch das Flicken zu dokumentieren, muß ich dahingestellt lassen.

Beste Grüße
Markus
04.09.20, 13:25:19

MACKAS

(Mitglied)

geändert von: MACKAS - 04.09.20, 14:09:14

Zitat von zenne:

Wir sehen eines der seltensten philatelistischen Paare vor uns.


Hallo Zenne,

also hier steckt mir eindeutig zu viel Superlativ drinne.

Das Paar ist sicher eine ganz nette Auflockerung für eine Sammlung, aber mehr ist es für mich auch nicht.

Da hat jemand, um den Bogen noch verwenden zu können, unter Zeitaufwand rückseitig geflickt.

Es war sicherlich nicht üblich dies zu tun, bei der Masse der vorhanden Bögen hätte ihn ein anderer Mitarbeiter entsorgt, ein anderer evtl. seinen Kaugummi hinten draufgeklebt.

Auch ist die Grenze zwischen Makulatur und Druckbesonderheit ziemlich fliessend, je nachdem, wer nach dem Druckvorgang was ausortiert hat oder nicht. (und evtl. dann eingesteckt hat, wenn er "philatelistisch" inspiriert war)

Ich kenne mich in der SBZ-Szene nicht aus, aber ich könnte mir vorstellen, dass das eine Erwähnung auf einem (Kurz)-Befund findet, wir hier aber sicher keine Sensation vor uns haben.

Gruss Marcus
04.09.20, 13:47:58

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Marcus,

genau diese "Superlative" hatte mich veranlasst, einen Beitrag hierzu zu verfassen.

In Notzeiten war man in Druckereien immer erfinderisch, um Spezialität zu produzieren. In Ost-Sachsen war man da auch sehr erfinderisch und selbstverständlich wurden derartige Erfindungen schon mit Attesten prämiert! Sammler nehmen auch derartiges Material gerne in die Sammlung auf, selbst wenn der Schindluder bis zum Himmel stinkt. Hauptache, die Sache ist, selbst wenn mit einer an den Haaren herbeigezogenen und im Attest formulierten Begründung attestiert - dann kennt man kein Halten mehr und die Auktionszuschläge schnellen in die Höhe, dass es einen schwindelig werden kann.

Selbstverständlich darf jeder das sammeln, was er für begehrenswert erachtet und dafür Preise fordern oder bewilligen, wie er es für richtig erachtet. Eine Weltrarität der Superlative, sehe ich hier aber auch nicht.

Beste Grüße
Markus
04.09.20, 14:03:05

zenne

(Mitglied)

geändert von: zenne - 04.09.20, 16:29:21

Hallo,

Zitat von stampsteddy:
Eine Weltrarität der Superlative, sehe ich hier aber auch nicht.


Ich übrigens auch nicht, aber ein sehr interessantes Paar, welches uns eine Geschichte aus der damaligen Arbeit in der Druckerei zu erzählen hat ...

Zitat von MACKAS:
ein anderer evtl. seinen Kaugummi hinten draufgeklebt.


... und diese Bemerkung keinesfalls verdient hat.

Ich freue mich jedenfalls dieses Stück gefunden zu haben, und gehe auch nicht davon aus, dass Philatelie immer nur finanziell glücklich machen muss.

Bleibt die Frage, wie nennen wir das Paar und ist es postfrisch?

Beste Grüße

zenne
04.09.20, 16:28:08

dieterm

(Mitglied)

Zitat von stampsteddy:
Hallo Marcus,

genau diese "Superlative" hatte mich veranlasst, einen Beitrag hierzu zu verfassen.

In Notzeiten war man in Druckereien immer erfinderisch, um Spezialität zu produzieren. In Ost-Sachsen war man da auch sehr erfinderisch und selbstverständlich wurden derartige Erfindungen schon mit Attesten prämiert! Sammler nehmen auch derartiges Material gerne in die Sammlung auf, selbst wenn der Schindluder bis zum Himmel stinkt. Hauptache, die Sache ist, selbst wenn mit einer an den Haaren herbeigezogenen und im Attest formulierten Begründung attestiert - dann kennt man kein Halten mehr und die Auktionszuschläge schnellen in die Höhe, dass es einen schwindelig werden kann.

Selbstverständlich darf jeder das sammeln, was er für begehrenswert erachtet und dafür Preise fordern oder bewilligen, wie er es für richtig erachtet. Eine Weltrarität der Superlative, sehe ich hier aber auch nicht.

Beste Grüße
Markus


...das sehe ich genau so wie Du.

Auch bei Notopfermarken gibt es viele, viele Sachen, die zwar unter normalen Umständen als Makulatur aussortiert worden wären, die aber aufgrund der überhasteten und teilweise provisorischen Herstellung doch in den Verkehr gelangt sind.

Ich freue mich da auch über jedes Stück.

Ich sehe das Teil als "postfrisch" an.

"Das papierlose Büro wird ebenso wenig kommen wie das papierlose Klo."
Suche ständig Notopfer- und Wohnungsbaumarken und interessante Belege hierzu
04.09.20, 16:37:27

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo zenne,

ob das Paar über den Postschalter verkauft wurde und daher auch postfrisch sein kann, entzieht sich meiner Kenntnis.

Beste Grüße
Markus
04.09.20, 16:38:26

MACKAS

(Mitglied)

geändert von: MACKAS - 04.09.20, 17:50:42

Zitat von zenne:

Zitat von MACKAS:
ein anderer evtl. seinen Kaugummi hinten draufgeklebt.


... und diese Bemerkung keinesfalls verdient hat.

zenne


Hallo Zenne,
nicht das Du mich falsch verstehst, das war keinesfalls abwertend gemeint, sondern tatsächlich ernst!

Stell Dir die reale Situatiuon vor:

Der Arbeiter steht vor der Druckmaschine und hat ein gewisses Tagespensum an Überdrucken zu erfüllen.
(Und das wird in der SBZ nicht zu knapp gewesen sein)

Dann kommt bei dieser Akkordarbeit so ein halb zertrennter Bogen.
Wie reagiert er?
- Er sortiert ihn aus
- Er "flickt" ihn auf die Schnelle, denn Zeit für lange
Reparaturen hat er nicht.
Also pappt er hinten was dran, was ihm schnell in die
Finger kommt: Ein halb abstehender Bogenrand, oder ne
Marke aus neben ihm liegender Makulatur oder den
Kaugummi im Mund, das was halt innerhalb von 30 sec
verfügbar ist.

Gruss Marcus



04.09.20, 17:46:56

dieterm

(Mitglied)

Zitat von MACKAS:
Zitat von zenne:

Zitat von MACKAS:
ein anderer evtl. seinen Kaugummi hinten draufgeklebt.


... und diese Bemerkung keinesfalls verdient hat.

zenne


Hallo Zenne,
nicht das Du mich falsch verstehst, das war keinesfalls abwertend gemeint, sondern tatsächlich ernst!

Stell Dir die reale Situatiuon vor:

Der Arbeiter steht vor der Druckmaschine und hat ein gewisses Tagespensum an Überdrucken zu erfüllen.
(Und das wird in der SBZ nicht zu knapp gewesen sein)

Dann kommt bei dieser Akkordarbeit so ein halb zertrennter Bogen.
Wie reagiert er?
- Er sortiert ihn aus
- Er "flickt" ihn auf die Schnelle, denn Zeit für lange
Reparaturen hat er nicht.
Also pappt er hinten was dran, was ihm schnell in die
Finger kommt: Ein halb abstehender Bogenrand, oder ne
Marke aus neben ihm liegender Makulatur oder den
Kaugummi im Mund, das was halt innherhalb von 30 sec
verfügbar ist.

Gruss Marcus





...in der SBZ hatte er aber damals keinen Kaugummi zwinkern

"Das papierlose Büro wird ebenso wenig kommen wie das papierlose Klo."
Suche ständig Notopfer- und Wohnungsbaumarken und interessante Belege hierzu
04.09.20, 17:50:29

MACKAS

(Mitglied)

geändert von: MACKAS - 04.09.20, 17:54:02

Du weisst, die Amis haben Teile der SBZ erst nachträglich den Sowjets übergeben und hatten Zeit ihre "Spuren" zu hinterlassen.

(Zur Not nehmen wir Kautabak)

lachen
04.09.20, 17:53:16
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