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stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

soeben habe ich einmal einen Online-Druckkostenkalkulator bemüht und bei einer Auflage von 1.000 Stück (328 Seiten plus Einband) einen Nettopreis von 8.208.- (zzgl. MWSt) angezeigt bekommen.

Das entspricht auch meiner Schätzung, dass die Druckkosten für das Handbuch wahrscheinlich nicht höher als Euro 10.- lagen oder liegen.

Von einer Fehlkalkulation seitens des Schwaneberger-Verlags kann ich nicht wirklich etwas erkennen. Die Handbuchautoren haben vermutlich ein Autorengehalt (oder wie auch immer das zu bezeichnen ist) vom Schwaneberger-Verlag erhalten und ich glaube nicht, dass ein solches in den Himmel ragt. Ferner sind für im Handbuch erfolgte Werbungen finanzkräftiger Firmen bestimmt auch Werbeeinnahmen geflossen. Haben sich alle Kosten eingespielt, dann ist der jetzige Verkaufspreis locker mit Gewinn zu bewerkstelligen.

Es gilt zu beobachten, ob die Angabe im Handbuch, zur Druckerei noch die selbige ist. Die damalige Druckerei ist im Jahr 2018, wenn ich es richtig sehe, in Insolvenz gegangen. Kessler Druck + Medien, Bobingen

Beste Grüße
Markus

26.01.22, 12:09:14

Alexander Zill

(BPP-Mitglied)

Ich habe die Argumente zum Kaufpreis damals mehrfach gehört, zu dem Zeitpunkt war ich gerade bei Herrn Krug "in Ausbildung". Das ändert nur nichts an der Tatsache, dass ein Abverkauf so drastisch unter dem ersten Preis nicht wirklich ein gutes Signal setzt.

Ich habe nicht wirklich lange überlegt, ob ich das Buch kaufe oder nicht. Wer spezifische Fachliteratur sucht weiß auch, dass die kein Schnäppchen sind. Ob das Buch nun 50 oder 80 oder sogar 89 Euronen kostet, ist a la longue gesehen mir persönlich fast egal: Einen besseren Plattenfehler mit Hilfe dieses Buches aus einem Konvolut gefischt und der Preis ist wieder drin. Und bitte kommt mir nicht mit dem Argument, dass der kleine Sammler sich so etwas nicht leisten kann. Leisten kann man sich nicht, ohne Fachwissen im Haifischbecken Briefmarken zu kaufen und dabei nach allen Regeln der Kunst über den Tisch gezogen zu werden - ich sehe die Fehlkäufe leider immer noch viel zu oft bei meinen Prüfvorlagen.

Mithin sollte man auch überlegen, dass auch der Verlag das Recht hat, ein Geld zu verdienen, ganz gleich, welche Kalkulationen ich aus dem Netz ziehe. Das ist in keiner Weise zielführend.

Die ARGE war immer ganz froh darüber, den Verlag an seiner Seite zu wissen, da natürlich ein Katalog, der in einem rennomierten Fachverlag erscheint, einen größeren Sammlerkreis anspricht als eine Veröffentlichung über die ARGE selbst, die in erster Linie an ihre Mitglieder weitergibt. Und ja: Vielleicht lag die Fehlkalkulation auch darin zu überschätzen, wer sich ein Plattenfehlerhandbuch wirklich kauft - schade drum. Aber damit kommen wir zu einem anderen Problem.


26.01.22, 13:25:33

drmoeller_neuss

(Mitglied)

Der Schwaneberger Verlag greift nur auf eine klassische Preisstrategie zurück, die in betriebswirtschaftlichen Lehrbüchern unter Abschöpfungsstrategie oder Skimmingstrategie beschrieben ist. Man führt ein Produkt mit einem hohen Preis ein, der später gesenkt wird, aber immer noch einen Deckungsbeitrag erzielt.

Diese Strategie funktioniert, wenn es für ein neues Produkt genügend Kunden und Kundinnen gibt, die bereit sind, einen hohen Preis zu bezahlen. Damit werden hohe Deckungsbeiträge pro Stück realisiert.

Der Briefmarkenmarkt ist ein klassisches Beispiel, wo diese Strategie mit Erfolg angewendet werden kann. Viele Sammler sind bereit, für Neuheiten einen deutlichen Aufschlag zu bezahlen, nur damit sie die Marken schnell in ihrer Sammlung haben.

Daneben ist der Berufshandel auf die neusten Kataloge und Handbücher angewiesen. Die Nachteile liegen auf der Hand: Kunden empfinden sich als "Melkkühe", und das Produkt leidet unter einem starken Preisverfall nach kurzer Zeit. Viele Sammler und auch einige Händler haben die Strategie gefahren, immer die neusten Kataloge zu besitzen, und die Vorjahreskataloge mit einem Preisabschlag von einem Drittel zu verkaufen. Dieses Konzept geht nicht mehr auf und diese Kunden sind verloren.

Das Risiko der Skimming-Strategie sind Kannibalisierungseffekte: es funktioniert nicht mehr, wenn alle Kunden bereit sind, ein Jahr zu warten, bis die vorherige Auflage im Preis gesenkt wird.

Natürlich gibt es zu Schleuderpreisen Abverkäufe, die auf Fehlkalkulationen beruhen. Aber so schlecht kann doch ein Verlag nicht planen, dass immer nach einem Jahr noch soviele Kataloge vorhanden sind, dass man dafür eine eigene Werbekampagne schalten kann?

In anderen Bereichen ist es genauso. Textilien werden eigens für den Sommerschlussverkauf produziert, und mancher Bäcker backt noch einmal extra für die "Happy Hour" zum halben Preis ab sechs Uhr.
26.01.22, 13:41:18

Taschentuch

(Mitglied)

geändert von: Taschentuch - 26.01.22, 15:39:13

Liebe Sammlerfreunde,

für mich als Deutschland-Generalsammler war dies ein schönes, selbstgekauftes nachträgliches Weihnachtsgeschenk. Zum Preis von mehr als 50 € hätte ich mir einen Kauf nicht erlauben können, ohne dass ich mich bei meinen Briefmarkenkäufen hätte einschränken müssen.
Ja ja, ich weiß - Literatur ist wichtig. Kann ich bestätigen. Aber in erster Linie muss ich Haus, Kinder, Urlaube, Studium eines Kindes etc finanzieren. Daher bin ich auf derartige Preisreduzierungen angewiesen.
Ich denke zudem, dass es von meiner "Sammler-Art" bzw. Sammler in meinem Stadium viel mehr gibt, aber halt nicht so sehr hier im Forum ;).
Trotzdem habe ich eine überaus geliebte, durchaus ansehnliche Sammlung mit einigen tollen Stücken. Und auch schon gute (Spezial-)Literatur!
Die Warterei auf die Preissenkungen sind in der Tat immer elendige Zeiten. In diesem Fall musste ich bis zum 15.01.2021 warten - dann konnte ich das Handbuch endlich kaufen. Die Preissenkung ist also älter als hier angenommen, allerdings nicht direkt über Michel. zwinkern

Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael
Dateianhang (verkleinert):

 CCI26012022_00000.jpg (417.88 KByte | 48 mal heruntergeladen | 19.59 MByte Traffic)

26.01.22, 15:17:28

Klesammler

(Mitglied)

Hallo zusammen,

der Preis wurde schon letztes Jahr gesenkt, wie Michael richtig schreibt. Ich habe daher im April 2021 das Handbuch direkt beim Verlag bestellt. Allerdings war mein Endpreis wegen des teureren Versandes höher als der von Michael. Im Herbst habe ich dann Werke von Joachim Helbig bestellt, die ebenfalls im Preis stark reduziert wurden.

beste Grüße
Dieter
26.01.22, 16:33:42

ich_liebe_ebay

(Mitglied)

Zitat von Alexander Zill:


... Wer spezifische Fachliteratur sucht weiß auch, dass die kein Schnäppchen sind...

... Mithin sollte man auch überlegen, dass auch der Verlag das Recht hat, ein Geld zu verdienen, ganz gleich, welche Kalkulationen ich aus dem Netz ziehe. Das ist in keiner Weise zielführend.




Die 2. Auflage von dem Plattenfehler Katalog war noch im Handel erhältlich und 60 Euro Preiswerter als die 3. Auflage.

Jeder Verlag hat das Recht Gewinne zu erzielen, hier war den Sammler der Preis scheinbar zu hoch.

Auch ich habe Lehrgeld bezahlt, diese stehen im Regal und haben einiges an Geld gekostet. Alle waren aber jede DM oder € wert.
Ich hatte mich gegen den Kauf der 3. Auflage entschieden, da ich den Mehrwert zur 2. nicht sah. Das es für Händler anders aussieht ist schon klar.

"Wer eine Menge großer Worte gebraucht, will nicht informieren sondern imponieren." Oskar von Miller
26.01.22, 18:04:10

Klesammler

(Mitglied)

Hallo ile,

wenn du dich auch nur etwas mit den Brustschilden beschäftigst führt kein Weg an der 3. Ausgabe vorbei. Durch eine komplett neue Gestaltung sind die Unterschiede enorm. Der Preis von aktuell 29,90 € kommt durch den Fund auch nur eines neu aufgenommenen PF wieder rein.

beste Grüße
Dieter
27.01.22, 16:46:09

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

wir sollten auch nicht vergessen zu erwähnen, dass einige zuvor als Plattenfehler gelistete Druckzufälligkeiten nicht mehr in der III. Auflage auftauchen und das bei einigen Plattenfehlern, die zuvor parallel auf MiNr. 4 und 19 gelistet waren, nun nur noch unter einer der beiden Nummern gelistet sind.

Neben Neuaufnahmen, hat es auch eine Bereinigung verschiedener Fehler gegeben.

Beste Grüße
Markus

27.01.22, 16:52:39

shields-02

(Mitglied)

geändert von: shields-02 - 27.01.22, 17:41:25

Hallo zusammen,

Es ist schon viel gesagt. Dennoch will ich noch einige Gedanken zu diesem Thema hinzufügen.

Zunächst der Hinweis zum Autorenhonorar: Die Autoren haben kein Honorar bekommen (lediglich einige Belegexemplare). Sie haben im Gegenteil jahrelang sehr viel Zeit und Geld investiert – aus Freude und Leidenschaft für das Sammelgebiet und das Thema – und für die Arbeitsgemeinschaft. Die Arge bekommt einen kleinen Anteil für jedes verkaufte Exemplar. Das bedeutet natürlich auch: „kleiner Preis – kleiner Anteil für die Arge“.

Sicher kann man darüber spekulieren, ob der ursprünglich verlangte Preis angemessen oder zu hoch war. Auch über die „Werthaltigkeit“ kann man diskutieren. Jeder hat da seine individuellen und andersartigen Argumente in die eine oder andere Richtung.
Markus hat zu den reinen Druckkosten recherchiert. Er weiß natürlich auch, dass damit nicht allein kalkuliert werden kann. So wie die Kosten eines Verlages nicht mit reinen Druckkosten berechnen werden können, kann man ein Auto nicht mit 10 Cent/km finanzieren, wenn man nur die Benzinkosten im Blick hat.

Ob das Buch den geforderten Preis „wert“ ist, ist ja immer eine subjektive Entscheidung. Wer nur sporadisch an Plattenfehlern interessiert ist, dem ist der Preis natürlich zu hoch, für intensive Brustschildsammler bzw. Plattenfehlersammler ist so ein Buch sicher ein Muss – auch für diesen Preis. Gegenüber der 2. Auflage ist es m.E. ein Quantensprung – und damit meine ich nicht nur den fast doppelten Umfang an Seiten. Ich kenne bisher niemanden, der nach Erwerb des Handbuches den Preis nicht für angemessen gehalten hat.

Es bleibt die offensichtliche Tatsache, dass der Verlag die Bereitschaft von Handel und Sammlern, so ein Buch für 89 € zu kaufen, überschätzt hat. Die Preissenkung hat sicher auch mit einer zu hoch produzierten Auflage und allgemeinem Geldmangel zu tun.

Der jetzige Preis von 29 € deckt die investierten Kosten m.E nicht mehr ab. Den Schwaneberger Verlag machen – wie anderen Printverlagen auch – die enorm gestiegenen (Papier)kosten sicherlich zu schaffen – sie führen ja auch Jahr für Jahr zu höheren Preisen für die Kataloge – die Schmerzgrenze für Sammler wird bei immer mehr von ihnen überschritten. Ich fürchte, dass bei dieser Entwicklung sogar der Fortbestand eines solchen Verlages gefährdet ist. Für uns Sammler wäre das eine kleine Katastrophe.

Fazit: Wer bei dem jetzigen Preis von 29,- € mit einem Kauf noch zögert, dem kann man wohl nicht mehr helfen! Es gibt viel Informationen für wenig Geld. Viel Spaß beim Lesen, Studieren und Entdecken!

Gruß
Josef
27.01.22, 17:40:08

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Josef,

bitte beachte, dass ich in Bezug einem sogen. Autorengehalt das Wort "vermutlich" verwendet habe. Wenn die Autoren kein solches erhalten haben und dafür ein prozentualer Anteil des Verkaufspreises an die ARGE geht, dann senkt das die Kosten erheblich und wie Du selbst schreibst, ist der Anteil nun geringer, weil der Verkaufspreis erheblich gesunken ist.

Die heutigen Papierpreise werden dem Verlag in Bezug von dem Handbuch dann keine Schwierigkeiten bereiten, wenn noch auf bereits gedruckten Bestand zurückgegriffen werden kann.

Je höher die Auflage von einem solchen Katalog oder Handbuch, umso höher die damit verbundenen Werbeeinnahmen bzw. umso höher der Preis, den der Verlag für eine Seite Werbung im Katalog oder Handbuch verlangen kann und auch bewilligt bekommt.

Je höher die Auflage, umso niedriger die Druckkosten. Selbst verfüge ich über eine Vielzahl von realen Vergleichswerten, die nicht aus einem Online-Kalkulator gezogen sind und ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass das Buch den Verlag im Druck noch keine Euro 10.- gekostet hat. Danach fallen eigentlich hauptsächlich nur noch Kosten für die Lagerung und Werbung an. Das ein Mitarbeiter eine bestimmte Anzahl von bestellten Büchern aus dem Lager holt und versandfertig macht, fällt mehr unter ferner Liefen.

Erkenntnisse hierzu könnte dann noch eine reale Anzahl von gedruckten Büchern einbringen, insofern eine solche nicht unter dem Status "Geheime Sache" läuft.

Meine persönliche Meinung zu dem Handbuch, dass es wirklich gut gemacht und empfehlenswert ist, dürfte bekannt sein.

Beste Grüße
Markus

27.01.22, 19:01:35
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