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Klesammler

(Mitglied)

Hallo zusammen,

gibt es keine Bilder oder Zeichnungen von diesen R2, wie es sie z.B. von den Hufeisenstempeln gibt.?

Dieter
24.06.22, 21:37:22

Oberlausi

(Mitglied)

geändert von: Oberlausi - 25.06.22, 08:50:51

Zitat von Altsax:
Zitat von Oberlausi:
Die Erklärung mit einem Spannrahmen ist für mich nachvollziehbar, und ich habe mit meinem Wissen konkrete Vorstellungen wie ein solches Gerät hergestellt werden könnte. Die erorderlichen einfachen Bearbeitungsschritte konnten m.E. auch um 1860 erbracht werden.


Hallo Oberlausi,

mein Wissen reicht leider nicht aus, mir eine Stempelkonstruktion mit Spannrahmen vorzustellen, der im postalischen Betrieb praktikabel ist.

Könntest Du Deine Idee einmal mit Skizzen erläutern. Die Sprache des Technikers ist bekanntlich die Zeichnung.

Beste Grüße
Altsax


Guten Morgen Altsax,

Zeichnungen habe ich vor 4 Jahrzehnten zum letzten mal...ich hoffe, Handskizzen und eine Erläuterung reichen aus.

Bild 1. Man benötigt zumindest einen Rohling mit den Innenmaßen des Stempels, damit außen der Spannring seinem Platz findet, ev einen 2. Rohling zur Anarbeitung des Spannrings, um Rohling 1 nicht zu beschädigen. Über die Höhe könnte man jetzt spekulieren. Vielleicht lässt sich diese aus der unterschiedlichen Stellung der Jahreszahl 1874 ableiten? Spannring und Rohling müssen m.E. eine identische Höhe gehabt haben damit der Spannring fest sitzt und die Kräfte übertragen werden. Beide werden gemeinsam bearbeitet, damit sich eine einheitliche Oberfläche ergibt.

Bild 2-4. Oben auf dem Rohling legt man die Positionierung der Ausparungen zur Aufmahme der Blöcke für die Datumszeile fest (z.B. einheitlich 5,0 x 5,0 mm), kippt den Block nach oben und überträgt die Maße auf die Längsseite. Dann arbeitet man das Material aus, egal ob mit Hobel- Fräsmaschine, oder Säge und Feile. Dann fertigt man die Blöcke für die Datumszeile mit einer solchen Passung das diese Spielfrei sitzen, und mit der Oberkante bündig sind.

Bild 5. Damit die Kraft des Spannrahmens auf die Blöcke wirkt, werden an der Unterseite wenige Zehntel Material abgetragen (gestrichelte Linie). Die Blöcke stehen um diesen Wert aus dem Stempelkörper heraus. Der Spannring verhindet Kraftschlüssig ein einfaches herausfallen.

Nun können die Blöcke und der Stempel "gestochen" und überschüssiges Material aus der Oberfläche des Rohlings abgetragen werden. Ob nun noch ein "Härtung" erfolgte, ist für die Erklärung ohne Bedeutung.

Zuletz muss der Spannring an der Hinterseite des Rohlings befestigt, und dieser wiederum auf einer Trägerplatte mit rückseitigem Handgriff befestigt werden. Bei dieser Überlegung verteilen sich die Kräfte des Grundkörpers, der Blöcke, und des Spannrings gleichmäßig auf die Grundplatte.

Wenn nun abweichende Blöcke verwendet werden die weniger als die hier angenommen 5,0 mm haben müssen diese um eine Spannwirkung zu erreichen mit Füllmaterial versehen werden, egal ob Papier oder was auch immer hierzu vom Postler verwendet wurde. Herausgefallen sind die Blöcke nicht, aber der Oberteil stand beim Stempeln auf der Stemeploberfläche mal höher, oder tiefer.

Viele Grüße aus der Oberlausitz

oberlausi
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25.06.22, 08:46:53

Altsax

(Mitglied)

Hallo Oberlausi,

um genügend Spannung (Druck) auf die Einsatzteile zu bekommen, müßte der als "Spanngurt" wirkende Rahmen entweder überlappen können oder am Stoßende eine Lücke haben. Beides würde sich auf den Rahmenabschlag auswirken.

Beste Grüße
Altsax
25.06.22, 11:55:31

Oberlausi

(Mitglied)

geändert von: Oberlausi - 25.06.22, 12:47:43

Zitat von Altsax:
Hallo Oberlausi,

um genügend Spannung (Druck) auf die Einsatzteile zu bekommen, müßte der als "Spanngurt" wirkende Rahmen entweder überlappen können oder am Stoßende eine Lücke haben. Beides würde sich auf den Rahmenabschlag auswirken.

Beste Grüße
Altsax


Die Kraft beim Stempeln geht über die Blöcke und den Rahmen auf die Grundplatte. Diese sitzen Formschlüssig in den Öffnungen. Viele Kraft zum Fixieren der Blöcke gegen ein schlichtes Herausrutschen ist m.E. nicht erforderlich.

Bleibt nur Experimental Archäologie, ein Muster anfertigen, und es auszuprobieren.

Nur, trägt dies zum welchem Erkenntnisgewinn bei? Die ursprüngliche Frage die Herr W. nach den verschiedenen Erscheinungsformen der Abschläge gestellt hat, ob es mehrere Stempelgeräte gegeben haben kann, ist doch beantwortet. Alle Erscheinungsformen sind mit einem Gerät erklärbar.

Die nächste Frage aus dieser Erkenntnis ist, gab es vergleichbare Spannrahmen bei anderen Sächsischen Stempeltypen? Hier sollte nicht vorschnell erklärt werden dass alle Abschläge bei denen der Rahmen Lücken/Ausbrüche aufweist ausscheiden.

oberlausi
25.06.22, 12:45:56
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