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palaiss

(Mitglied)

Würzburg nach Bückeburg/Lippe-Schaumburg 1855.

Was hat es mit dem Brief und den Taxen auf sich? verwirrt
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30.04.21, 13:55:31

Altsax

(Mitglied)

Hallo palaiss,

es handelt sich um einen einfach schweren Portobrief im 3. vereinsländischen Entfernungsbezirk, der 12 Kreuzer rh. resp. 4 Sgr. kostete.

Zu taxieren war er in der Währung des Bestimmungslandes, also in (4) Sgr. Da in Bayern immer schon eigene Regeln galten, taxierte man dort vorab in (12) Kreuzern.

Warum dann noch Gute Groschen vermerkt worden sind, ist aus meiner Sicht nicht zu erklären.

Beste Grüße

Altsax
30.04.21, 14:32:36

palaiss

(Mitglied)

@ altsax

Danke erstmal.

Die Gutegroschen waren ja hannoversche Währung, vielleicht hat ja noch jemand eine Erklärung dafür.

Ein Portobrief hatte nur 3 Kreuzer bzw. 1 Sgr. Strafporto?
30.04.21, 15:11:11

Klesammler

(Mitglied)

Hallo,

möglichweise vermutete man Bückeburg im Hannoverschen. Allerdings sollte man in Würzburg gewußt haben, daß es ins T&T-Gebiet ging. Ich habe sonst keine Idee zu dieser Taxe.

beste Grüße
Dieter
30.04.21, 16:17:23

palaiss

(Mitglied)

@ Klesammler

So wird es gewesen sein, die Kreuzer- und Gutegroschentaxe haben die gleiche Tintenfarbe. Die Würzburger haben wohl irrigerweise hannoversche Währung vermutet bei der Aufgabe.

Später hat jemand die korrekte "4" hinzugefügt. freuen
01.05.21, 08:25:16

Altsax

(Mitglied)

Hallo zusammen,

der folgende Brief zeigt ein "Geheimnis", das mir in dieser Form erstmalig begegnet ist. Was ist hier so ungewöhnlich?

Viel Spaß beim Suchen wünscht

Altsax
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14.05.21, 14:45:24

lehrling

(Mitglied)

Hallo Altsax,
sieht aus, als wäre bei dem unterfrankierten Brief das verklebte Franco nur bei der irrtümlichen Forderung in Kreuzern berücksichtigt worden,
Gruß lehrling
14.05.21, 16:26:35

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 14.05.21, 16:49:42

Zitat von lehrling:
Hallo Altsax,
sieht aus, als wäre bei dem unterfrankierten Brief das verklebte Franco nur bei der irrtümlichen Forderung in Kreuzern berücksichtigt worden,
Gruß lehrling


Hallo lehrling,

im Beitrittsvertrag zum Postverein hatte Taxis mit Sachsen vereinbart, daß die sächsische Post bei Portobriefen unabhängig von der Währung des Bestimmungslandes bei allen von Taxis betreuten Staaten ihre Portoforderung in Guldenwährung (Kreuzern) auszeichnet.

Genau daraus ist beim vorliegenden Brief das "Geheimnis" entstanden.

Beste Grüße

Altsax
14.05.21, 16:36:04

lehrling

(Mitglied)

Prima, wieder dazugelernt...
Dachte, Forderungen sollten immer in der Währung der Abgabepost taxiert werden.
Dann könnten Rundungsvorschriften dafür gesorgt haben, dass der verklebte halbe Groschen so wirkungslos wurde,
Gruß lehrling
14.05.21, 16:54:44

Altsax

(Mitglied)

Zitat von lehrling:
Dann könnten Rundungsvorschriften dafür gesorgt haben, dass der verklebte halbe Groschen so wirkungslos wurde,


Hallo lehrling,

so ist es, wobei die "zweiseitige" Form der maßgeblichen Reductionstabellen die Rechnung noch verkompliziert:

Eine Forderung von 2 1/2 Ngr. war in 9 Kr. rh. zu reduzieren.
Eine Forderung von 8 Kr. rh. war in 2 1/2 Ngr. zu reduzieren.

Beide beteiligten Postler haben sich offensichtlich nicht an diese offiziellen Reductionstabellen gehalten.

Der sächsische hatte 3 Ngr. zu fordern (2 Ngr. für den 2. vereinsländischen Entfernungsbezirk zzgl. 1 Ngr. Portozuschlag). Davon war 1/2 Ngr. durch den Ganzsachenwetstempel abgedeckt. Die noch zu erhebenden 2 1/2 Ngr. waren nach Reductionstabelle als 9 Kr. rh. zu rechnen, was der Postvereinstaxe von 3 Ngr. entsprach. Auf diese Weise wäre also der halbe Groschen unberücksichtigt geblieben. Offenbar um das zu vermeiden, schrieb der Postler 8 Kr. als Portoforderung an.

Was sich der taxissche Postler bei deren Reduction in 3 Sgr. dachte, ist nicht nachvollziehbar.

Der zusätzliche halbe Groschen ist das Landbestellgeld.

Es ist gut vorstellbar, daß dieser Brief einigen Postlern Kopfzerbrechen bereitet hatte.

Beste Grüße

Altsax
14.05.21, 20:22:31
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