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Altsax

(Mitglied)

Zitat von chris63:
Hallo,

danke für die Hilfestellung, aber welcher Teil des Rätsel ist gelöst ?
Auf allen Reco Briefen, die ich gefunden habe ist entweder eine Absenderadresse
oder ein Siegel, das Fehlen dieser bzw. einer Marke ist doch zu offensichtlich,
um des Rätsels Lösung zu sein.
Ich gehe mal wieder auf Beobachterstation und hoffe auf Lösung.

grüsse Christof


Hallo Christof,

gelöst ist das Fehlen einer Markenfrankatur trotz Francovermerks.

Das Fehlen einer Absenderangabe bzw. eines Siegels mit einer solchen mag nicht häufig sein, beides kommt aber vor und ist keine Besonderheit.

Das Rätsel hat wie erwähnt etwas mit der Recommandation zu tun. Wenn man sich deren Ablauf vor Augen führt, kann man darauf kommen.

Beste Grüße

Altsax
23.08.21, 16:08:49

palaiss

(Mitglied)

@ altsax

Hatten die Briefsammlungen überhaupt Einlieferungsscheine für die Annahme von Recobriefen?
23.08.21, 16:15:25

Altsax

(Mitglied)

Zitat von palaiss:
Hatten die Briefsammlungen überhaupt Einlieferungsscheine für die Annahme von Recobriefen?


Hallo palaiss,

genau da liegt der Hase im Pfeffer!

Sie brauchten keine Einlieferungsscheine, weil sie keine Recobriefe annehmen durften. Das wiederum hatte den Grund darin, daß sie die Briefe nicht bearbeiten, sondern nur weiterleiten durften.
Die übergeordnete Postanstalt wiederum, die einen Postschein hätte ausstellen können und müssen, hatte keine Möglichkeit, ihn dem Absender zu übergeben.

Möglicherweise hat man im vorliegenden Falle ersatzweise auf die Vorschrift zurückgegriffen, daß vollständig frankierte Recobriefe, die im Briefkasten vorgefunden worden waren, als recommandiert zu behandeln waren, ohne daß ein Postschein übergeben werden konnte. Im vollständig vorschriftswidrigen Raum agierte man also bei der Behandlung dieses Briefes nicht.

Beste Grüße

Altsax
23.08.21, 16:32:04

Altsax

(Mitglied)

Hallo zusammen,

nachfolgend ein unscheinbarer, aber sehr seltener Beleg. Worin liegt die Besonderheit?

Viel Spaß bei Suchen wünscht

Altsax
Dateianhang (verkleinert):

 Chemnitz - Annaberg, 21.4.185x, kl.jpg (1.43 MByte | 12 mal heruntergeladen | 17.16 MByte Traffic)

09.09.21, 16:35:16

Klesammler

(Mitglied)

geändert von: Klesammler - 09.09.21, 16:59:11

2. Gewichtsstufe ohne entsprechendem Vermerk?
Chemnitz - Annaberg sind ca. 4 Meilen. Dafür war bei einfachem Gewicht nur ½ Ngr notwendig.

Dieter
09.09.21, 16:56:09

Michael D

(Mitglied)

Hallo Altsax,

handelt es sich um ein Streifband?
Bei 3 Lot wäre es dann um 1 Pfg. überfrankiert.

Gruß
Michael
09.09.21, 17:11:41

Altsax

(Mitglied)

Hallo Michael,

ja, es ist ein Streifband, genau genommen sogar ein ehemaliges Kreuzband, dessen senkrechter Teil als Rest auf dem horizontalen klebt.

Die ermäßigte Kreuzbandtaxe betrug gemäß Posttaxbestimmungen von 1850 3 Pfg. pro Loth so lange, "bis die Packereitaxe erreicht wird, welche dann eintritt".

Die Packereitaxe betrug pro Pfund und 5 Meilen Entfernung 1/8 Ngr., mindestens aber das doppelte des Briefportos. Bei der vorliegenden Entfernung von 4 Meilen ergab sich folglich eine Taxe von 1 Ngr. für Kreuzbandsendungen ab 4 Loth Gewicht.

Beste Grüße

Jürgen

09.09.21, 17:32:39

Michael D

(Mitglied)

Hallo Jürgen,

danke für die Aufschlüsselung. Die sächsischen Taxen sind mir im Detail nicht so geläufig.
Nur eine Verständnisfrage noch: Zumindest auf dem Scan sehe ich keine Gewichtsangabe. Wieso kann man die Variante "3 Loth Gewicht und Überfrankatur um 1 Pfg." ausschließen?

Viele Grüße
Michael
09.09.21, 18:37:13

Altsax

(Mitglied)

Zitat von Michael D:
Nur eine Verständnisfrage noch: Zumindest auf dem Scan sehe ich keine Gewichtsangabe. Wieso kann man die Variante "3 Loth Gewicht und Überfrankatur um 1 Pfg." ausschließen?


Hallo Michael,

ausschließen kann man es nicht, es würde sogar eher zu den Vorschriften passen als ein Gewicht über 3 Loth:

Mit Erreichen der Packereitaxe wurde die Kreuzbandsendung zu einer Fahrpostsendung. Für die aber war seitens der sächsischen Post Barfrankierung vorgeschrieben. Allerdings kenne ich mehrere Drucksachen, bei denen das nicht beachtet wurde. Die sind allerdings jeweils mit 1,2 Ngr. ohne Beachtung der Packereitaxgrenze überfrankiert worden.

Beste Grüße

Jürgen

09.09.21, 19:31:28

Michael D

(Mitglied)

Hallo Jürgen,

mich wundert etwas die anscheinend merhfach vorgekommene Überfrankatur von immerhin 1,2 NGr.
Überfrankaturen kamen meines Wissens nur sehr selten vor, wenn man die Briefe ausklammert, die aufgrund krummer Franco-Beträge bei nicht vorhandenen entsprechenden Freimarken auf manchen Auslandsbriefen zu finden sind. Generell kannten die Postkunden die Posttarife gut. Aus Preußen kenne ich fast nur Überfrankaturen im Pfennig-Bereich.
Gibt es eine Hypothese, wieso es in Sachsen zu solchen Überfrankaturen kam?

Viele Grüße
Michael
10.09.21, 20:58:35
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