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Simrock

(Mitglied)

Guten Morgen, ich rate weiter:
- 1 Anna ist der kleinste Wert, ich rate: für Inlandsbriefe, oder die kleinste Entfernung.
Vielleicht ist der Brief nach Indien adressiert?
Also unterfrankiert unbeanstandet befördert?
Joachim
14.01.23, 10:54:26

Polydeukes

(Mitglied)

Nepal ist, wenn ich mich recht erinnere erst in den 1940er Jahren oder später dem Postvertrag beigetreten - die Marken galten nur im Innland, und der Brief wurde auch dort versendet.

Von Birganj (Gahawa) nach Kathmandu.

Ja - die 1 Anna Einzelfrankatur war nur für Briefe bis 1 Tola (11,7g) gut.
Bei dem kleinen Brief passt das aber.
14.01.23, 11:04:55

Polydeukes

(Mitglied)

geändert von: Polydeukes - 15.01.23, 10:24:22

Dann möchte ich mal einige der mir bekannten Geheimnisse lüften:

Zum einen der Bikram Sambat Kalender bezüglich der Stempeldaten.
Dieser ist nicht so einfach in den Gregorianischen Kalender umzuwandeln.
Er eilt unserem Kalender 56 Jahre 8 Monate und gut 2 Wochen voraus, wobei unser Kalender über die Jahrhunderte aufholt.
Die Monate haben 29-32 Tage, es gibt Schaltregelungen im 19-Jahres Rhythmus.
Nicht einfach zuverlässige Quellen (in westlichen Sprachen) zu finden.

Der Brief ging wie gesagt von Birganj (Gahawa) - erkennbar an den 2 identischen Aufgabestempeln - nach Kathmandu - erkennbar am Ankunftsstempel.

Aufgegeben wurde der Brief offensichtlich am 3. März 1908, blieb auch am 4. März 1908 in Birganj/Gahawa und erreichte erst am 5. März 1908 (per Postläufer) Kathmandu.

Zum Lesen der Stempel muss man erst die lokale Notation der Arabischen Zahlen in die westliche konvertieren, und dann von BS nach AD:
EX | 11 | 21 = 64 / 11 / 21 BS. = 3. März 1908 AD.

Betrachten wir die Marke:
Es sich um die 1 Anna von retuschierter Platte (weniger Balken) auf einheimischem Papier.
Also eine Mi. Nr. 16, die von 1899 bis 1906 in Verwendung war.
Dazu als nicht so häufige 1 Anna Einzelfrankatur - die war nur für Briefe bis 1 Tola (11,7g) gut.

Nun zur Besonderheit:
Der Premierminister Chandra Shumsher Rana, beauftragte die Firma Perkings, Bacon & Co. in England mit der neuen, modernen Marken-Ausgabe.
Mit dem Erscheinen dieser Londoner Pashupati-Ausgabe am 16. Oktober 1907 endet die klassische Epoche Nepals.

Die Restbestände der klassischen Werte durften noch aufgebraucht werden, wurden aber ab 1907 nur in ganz seltenen Fällen postalisch verwendet.

Diese späte Verwendung (März 2008) könnte dem geringen Postaufkommen in Birganj (Gahawa) geschuldet sein.

Anders als in allen anderen Aufgabeorten gibt es hier "doppelte Aufgabestempel" - scheinbar wurde die Post gesammelt und nur jeden 2. Tag auf die Reise geschickt.

Dazu kommt noch, dass damals der normalen Bevölkerung der Zugang zu Bildung verwehrt war, und diese Briefe fast ausschließlich zur Administration des Landes dienten.
(Korrespondenz der Regierung in Kathmandu mit den Außenposten.)

Auf jeden Fall kein häufiger Beleg!
Und geheimnisvoll allemal!

Hier wäre noch ein weiteres Geheimnis zu lüften, was ich bisher mangels Sprachkenntnisse nicht geschafft habe:
An wen war der Brief (sorry - die Adresse steht auf dem Kopf) gerichtet?
Wer war der Absender?
15.01.23, 10:15:42

Polydeukes

(Mitglied)

An dieser Stelle möchte ich mich beim Autor der Internetseite
www.bilder-aus-nepal.de
bedanken.

Ohne die Informationen dort (im Teil Philatelie), hätte ich die Geheimnisse meines Briefes nicht äufdecken können.

Daher vielen Dank!
15.01.23, 10:31:18
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