Autor Nachricht

bernhard

(Mitglied)

Zitat von stampsteddy:
Hallo,

Danzig ist nicht gerade eine Kleinstadt, aber die ersten Postleitzahlenstempel tauchen in der Verwendung erst ab Anfang Oktober 1944, zumeist ab November 1944 auf.

Dabei handelt es sich durchgängig um solche Stempel, denen die PLZ im Kreis in das bereits bestehende Gerät eingesetzt wurde.

Dabei wurde nur ein Teil der Stempel nachgerüstet, die man hätte nachrüsten können.

Theorie und Praxis, sind halt doch zweierlei.

Beste Grüße
Markus


Den Kapazitäten der Stempelhersteller waren Grenzen gesetzt, sie arbeiteten auch alle für die Rüstungsindustrie. Es versteht sich von selbst, dass die Umsetzung nur nach und nach erfolgen konnte.

Es gibt auch frühe Tagesstempel mit PLZ, bei der die PLZ in Klammern statt im Kreis gefertigt wurden. So war die Praxis, die dann später beibehalten wurde. Einen entsprechenden Beleg will ich später in einem anderen Tread vorstellen.

Viele Grüße
Bernhard
11.06.23, 12:32:38

stampsteddy

(Gast)

geändert von: stampsteddy - 11.06.23, 12:44:54

Hallo,

meine Angaben zu Danzig, beziehen sich auf Handstempel.

Unter den Maschinenstempeln gab es einen Stempelkopf mit PLZ, der bereits mit Daten aus Juli 1944 belegt ist. Wenn ich es gerade im Wolff-Handbuch richtig überblicke, wurden beim Postamt Danzig 5 nur zwei Maschinenstempelköpfe mit PLZ "5a" im Kreis bestückt.

Die Anzahl der im Reichspostgebiet bis zum 8. Mai 1945 auftretenden Stempelgeräte mit Postleitzahl, dürfte im Vergleich zu solchen ohne PLZ recht überschaubar sein.

Beste Grüße
Markus

11.06.23, 12:44:29

bernhard

(Mitglied)

Zitat von stampsteddy:
Hallo,

meine Angaben zu Danzig, beziehen sich auf Handstempel.

Unter den Maschinenstempeln gab es einen Stempelkopf mit PLZ, der bereits mit Daten aus Juli 1944 belegt ist. Wenn ich es gerade im Wolff-Handbuch richtig überblicke, wurden beim Postamt Danzig 5 nur zwei Maschinenstempelköpfe mit PLZ "5a" im Kreis bestückt.

Die Anzahl der im Reichspostgebiet bis zum 8. Mai 1945 auftretenden Stempelgeräte mit Postleitzahl, dürfte im Vergleich zu solchen ohne PLZ recht überschaubar sein.

Beste Grüße
Markus


Ja, dass ist korrekt.

Im Wolff-Handbuch ist noch eine VELOPOST-Briefschließ- und Stempelmaschine des Postscheckamtes mit nachträglich aptierter PLZ katalogisiert. Diese Stempelmaschine war jedoch nicht zum Entwerten von Briefmarken vorgesehen. Aptierung frühestens im September 1944.

Viele Grüße
Bernhard
11.06.23, 13:07:47

stampsteddy

(Gast)

Zitat von stampsteddy:
Hallo,

selbst wenn es eine Stempelimitation sein sollte, dann gab es hier wahrscheinlich eine von einem echten Stempelgerät stammende Vorlage in Form von einem echten Stempelabschlag.

Der Ortsname endet auf "AU" und mit dieser Endung kommen wahrscheinlich mehrere Orte im Reichsgau Niederdonau in Betracht. Ob ein weiterer der in Frage kommenden Orte einen von der Reichspost bereitgestellten Stempel mit UB "a" in Verwendung hatte, entzieht sich meiner Kenntnis und es wird nicht leicht werden, eine umfassende Registratur von Stempeln aus diesem Reichsgau aufzubauen.

Das Reichsgau Niederdonau unterteilte sich in 3 Stadt- und in 24 Landkreise.

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsgau_Niederdonau

Von der vorstehend verlinkten Seite gelangt man via Links zu den einzelnen Landkreisen und man kann sich dort die in Frage kommenden Orte dann herausschreiben und geht dann auf die Suche nach in Frage kommenden Stempeln. Das könnte sich dann Jahre hinziehen, bis man einen passenden Vergleichsabschlag gefunden hat, der abschließende Auskunft über den konkreten Ort und über Echtheit bzw. Falschheit gibt.

Beste Grüße
Markus

Hier noch einmal meine Empfehlung, wie man sich dem hinterfragten Stempel, sei er echt oder falsch, in Bezug von einem Vergleichsabschlag nähern kann.

Gemäß meiner jahrzehntenlangen Beobachtung gehe ich davon aus, dass es sich nicht um einen Stempel mit PLZ handelt, den es hierfür zu finden gilt.

Beste Grüße
Markus

11.06.23, 13:34:33

Lippe865

(Mitglied)

Zitat von stampsteddy:
....
Gemäß meiner jahrzehntenlangen Beobachtung gehe ich davon aus, dass es sich nicht um einen Stempel mit PLZ handelt, den es hierfür zu finden gilt......


Hallo Markus,
Deiner Beobachtung widerspreche ich nicht, möchte aber trotzdem ein Stempelgerät eines Ortes im Reichsgau Niederdonau mit einer Postleitzahl hier zeigen: "(12a) ST. ÄGYD (NEUWALD, NIEDERDONAU) 1 c":
https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-datenbank.php?stempel_id=12684777

Das Stempelgerät ist in der Stempeldatenbank vermutlich deshalb dem Ausgabeland Österreich zugeordnet worden, weil das einzige Bild einen Abschlag des Jahres 1946 auf einer österreichischen Freimarke zeigt. Aber die Postleitzahl "(12a)" und die Reichsgau-Angabe "NIEDERDONAU" belegen meiner Meinung nach eindeutig, dass das Stempelgerät vom Deutschen Reich eingeführt worden ist.

Europäische Sonntagsgrüße nach St. Aegyd am Neuwalde und anderswohin,

Hans Rummenie

11.06.23, 18:42:13

stampsteddy

(Gast)

Hallo Hans,

bitte beachte auch, wo die PLZ im Gerät eingesetzt wurde. Es handelt sich auch hier nur um eine sogen. Aptierung eines bestehenden Stempelgerätes.

Das ist nun Äpfel mit Birnen verglichen und wann die Aptierung vorgenommen wurde, wissen wir auch nicht.

Bei dem hinterfragten Stempelgerät können wir ein aptiertes Stempelgerät aus Engerau ausschließen, weil die Reichsgauangabe "(NIEDERDONAU)" auf der rechten Seite zu weit nach unten geht.

Beste Grüße
Markus

11.06.23, 18:55:33

stampsteddy

(Gast)

geändert von: stampsteddy - 11.06.23, 19:42:19

Hallo,

wo es einen b- und einen e-Stempel gegeben hat, dort gab es auch einen a-Stempel. So rein aus der Logik heraus.

Nachstehend die Stempelgeräte b und e aus REICHENAU (NIEDERDONAU)

Am Ende eine Überlagerung, Stempel a auf e, die Klammern, als auch die Sehnen der Datumsbrücke und AU, passen überein.

Beste Grüße
Markus
Dateianhang (verkleinert):

 REICHENAU-NIEDERDONAU-b-1944-12-08_001.jpg (292.87 KByte | 49 mal heruntergeladen | 14.01 MByte Traffic)

Dateianhang (verkleinert):

 REICHENAU-NIEDERDONAU-b-1944-12-08_002.jpg (358.56 KByte | 20 mal heruntergeladen | 7 MByte Traffic)

Dateianhang (verkleinert):

 REICHENAU-NIEDERDONAU-e-1944-07-6_001.jpg (251.63 KByte | 20 mal heruntergeladen | 4.91 MByte Traffic)

Dateianhang (verkleinert):

 REICHENAU-NIEDERDONAU-e-1944-07-06_002.jpg (254.6 KByte | 3 mal heruntergeladen | 763.81 KByte Traffic)

Dateianhang:

 Überlagerung-a-auf-e.jpg (325.93 KByte | 12 mal heruntergeladen | 3.82 MByte Traffic)


11.06.23, 19:35:06

bernhard

(Mitglied)

@Lippe865
@stampsteddy

Bei dem Stempel (12a) St Ägyd (Neuwald, Niederdonau) c handelt es sich ziemlich sicher um eine Neuherstellung. Es gibt von diesem Ort gleich 5 fast gleiche Stempel mit PLZ. Alle 5 sind gleich geschnitten (nur abweichende PA-Nr. und UB), alle 5 liegen mit August 1944 Verwendungsdaten vor, von allen 5 gibt es Probeabschläge vom Mai 1944 (evtl. vor Auslieferung oder nach Erhalt).

Quelle: Das Postleitgebiet 12. Moser/Huter/Stohl, 2019

Der halbe vorliegende Stempel sagt nichts darüber aus, ob keine PLZ vorhanden war, ob sie bei der Herstellung vorhanden war oder nachträglich eingefügt wurde, da wir nicht die Länge des Ortsnames kennen.

Die Wahrscheinlichkeit spricht jedoch ehr für einen Stempel ohne vorhande PLZ. Alle bisher gekannt gewordenen Stempel mit PLZ passen zudem nicht vom Schnitt oder UB.

An Reichenau habe ich auch gleich gedacht, wäre durchaus möglich, wie theoretisch alle Postorte mit AU am Ende.

ENGERAU würde ich auch ausschließen, da der UB "a" hier kleiner ausgeführt ist. Eine Abbildung befindet sich in dem genannten Buch.

Viele Grüße
Bernhard

11.06.23, 19:57:23

stampsteddy

(Gast)

Zitat von bernhard:
Der halbe vorliegende Stempel sagt nichts darüber aus, ob keine PLZ vorhanden war, ob sie bei der Herstellung vorhanden war oder nachträglich eingefügt wurde, da wir nicht die Länge des Ortsnames kennen.

Das es sich um einen anderen Ort als Reichenau handelt, möchte ich ausschließen. Weil alles übereinander passt. Diese Übereinstimmung kann nur auf Reichenau einhergehend sein.

Auch möchte ich ausschließen, dass dem a-Stempel vor der Ortsangabe REICHENAU eine PLZ eingefügt wurde.


11.06.23, 20:02:29

bernhard

(Mitglied)

Zitat von stampsteddy:
Zitat von bernhard:
Der halbe vorliegende Stempel sagt nichts darüber aus, ob keine PLZ vorhanden war, ob sie bei der Herstellung vorhanden war oder nachträglich eingefügt wurde, da wir nicht die Länge des Ortsnames kennen.

Das es sich um einen anderen Ort als Reichenau handelt, möchte ich ausschließen. Weil alles übereinander passt. Diese Übereinstimmung kann nur auf Reichenau einhergehend sein.

Auch möchte ich ausschließen, dass dem a-Stempel vor der Ortsangabe REICHENAU eine PLZ eingefügt wurde.



Hallo Markus,

das kann durchaus so sein. Es ist aber keine Begründung zu meinem Zitat.

Viele Grüße
Bernhard
11.06.23, 20:05:55
Thema geschlossen
Gehe zu:
Forum Regeln:

Es ist ihnen nicht erlaubt, neue Beiträge zu schreiben.
Es ist ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu erstellen.
Es ist ihnen nicht erlaubt, ihre Beiträge zu bearbeiten.
Es ist ihnen nicht erlaubt, ihre Beiträge zu löschen.


HTML Code ist AUS
Board Code ist AUS
Smilies sind AUS
Umfragen sind AUS

Benutzer in diesem Thema
Es lesen 0 Gäste und folgende Benutzer dieses Thema:
Archiv
Ausführzeit: 0.0693 sec. DB-Abfragen: 14
Powered by: phpMyForum 4.1.4 © Christoph Roeder
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste und erhöhen deinen Komfort. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden! Datenschutzerklärung