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stampsteddy

(Gast)

Hallo Rainer,

ja, der Sachverhalt mit dem "18/11 oo" war bei mir in Vergessenheit geraten. Wurde bereits im Friedemann-Handbuch 2. Auflage und auch in Friedemann/Wittmann-Handbuch 5. Auflage dargestellt - siehe nachstehend. Das interessante dabei ist, dass es diese Falschdatierungen sowohl in schwarzer, als auch in violetter Stempelfarbe gibt! Soll bedeuten, die Fälscher konnten die Stempelfarbe wechseln, wie sie wollten.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind diese Falschdatierungen, mit Schmutzfleck über dem P, in dem Zeitraum zwischen Ende März und Ende Juli 1900 entstanden.

Es sind dabei immer die gleichen Namen, die in Verbindung mit gewissen Falschdatierungen auftreten. So gibt es den "1/1 oo" durchgängig ohne Schmutzfleck als angeblichen Ankunftsstempel auf zahlreichen Zelewski-Postkarten, bei denen die Frankaturen mit Daten "18/11 99" und "31/12 99" (je echte Jahreszahlen "99") abgeschlagen sind. Dabei die angeblichen Aufgabestempel mal in schwarz und auch mal in violett abgeschlagen. Es kommen sogar Mischfarben vor! Hier ist ebenfalls annehmbar, dass es sich um Rückdatierungen der Aufgabestempel handelt, insofern man unterstellt, dass genau nach Schaffung dieser Karten die Jahreszahl "99" in "oo" verkürzt wurde. freuen

Zelewski hat sich mit Stempeldatum "1/1 oo" (hier nun wieder mit Schmutzfleck über dem P) sogar Neujahrsbriefe hergestellt. Es kommen natürlich noch weitere Ungereimtheiten vor. Am besten man sammelt nur auf die Marianen eingehende Post! lachen

Beste Grüße
Markus
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30.08.23, 16:08:19

deralteknochen

(Mitglied)

Hallo Markus,

danke für das Zeigen der Auszüge aus dem Friedemann-Handbuch.
Der Brief mit dem Eingangstempel 21/8 oo war dann das letzte nachgewiesene Datum des Stempels mit den kleinen Nullen, bevor dann die Umstellung auf große Nullen erfolgte.
Monat „8“ kopfstehend, in der Tabelle erwähnt mit Sorte (I) in Klammern, was die Klammern hier auch immer bedeuten sollen.

Gruß
Rainer
30.08.23, 16:54:34

stampsteddy

(Gast)

Hallo Rainer,

das hast Du m.E. richtig erkannt, dass die "8" im Ankunftsstempel auf dem Kopf steht.

Nachstehend eines der eindeutigen Zelewski-Machwerke. Rückdatiertes Stempeldatum "1/1 oo" mit deutlichem Schmutzfleck über dem "P", in beiden Abschlägen. Dieser Brief hat mit höchst anzunehmender Wahrscheinlichkeit nie den 1. Postabgang von den Marianen im Jahre 1900 gesehen.

Ferner habe ich noch ein Pendantstück, zu dem linken oberen Eckrandstück MiNr. 2 I, mit Stempeldatum "1/4 oo" angehangen. Eine MiNr. 6 I mit selbigem Stempel und nahezu identischer Platzierung von selbigem, wenn hier auch der Schmutzfleck etwas kleiner, als bei der MiNr. 2 I. Gemäß Losbeschreibung Fotoattest Steuer BPP und Sorte I

Was ich mir jetzt aber nicht erklären kann, dass in der von Dir zuletzt gezeigten Tabelle zum 10.11.1900 lediglich rückdatiert steht. Von diesem Tag gibt es zahlreiche Einschreiben nach verschiedenen Empfängern, welche in verschiedenen Städten, mindestens 10 Stück an der Zahl, in Deutschland gelebt haben und als Ankunftsstempel zeigen alle das gleiche Datum, den 27.12.1900

Das erscheint mir zwar auch etwas kurz, die Schiffsreise, aber vielleicht war es eine Galeere mit Obelixturbolader? Für eine Beförderung spricht jedoch das stetig gleiche Ankunftsdatum, egal aus welcher Stadt und drei Belege kenne ich auch von der Rückseite. Gibt es zu diesen R-Briefen vom 10.11.1900 einen Vermerk im Handbuch?

Beste Grüße
Markus
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30.08.23, 17:58:50

deralteknochen

(Mitglied)

Hallo Markus,

das war nicht der gesamte 10.11.00, auf der vorhergehenden Seite stehen weitere Einträge zum 10.11.00.

Gruß
Rainer

Quelle: Schrift Band 9 "Die Postgeschichte der Marianen" der ArGe Sammler deutscher Kolonialpostwertzeichen



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30.08.23, 18:34:37

stampsteddy

(Gast)

Hallo Rainer,

vielen Dank, auch für diese Tabelle.

Das Handbuch werde ich mir diese Tage kaufen. Anhand der Tabellen ist mir natürlich klar, warum es so preiswert ist. In jedem Fall wird das Handbuch für mich ein Ansporn sein, es besser zu machen.

Die wirklich seltenen Stempeldaten finden sich unter solchen, welche die Prüfer als rückdatiert erachten. Selbstverständlich gibt es unter den angeblich rückdatierten Daten auch solche, die sehr häufig sind, wie z.B. der "19/5 oo". Für mich ist das nach wie vor eine echte und zeitgerechte Entwertung und nach meinem Bildmaterial darf ich davon ausgehen, dass mit diesem Stempeldatum ganze Bogen aufgetrennt und die Marken einzeln abgestempelt wurden. Den Prüfern fällt in der Regel nichts besseres ein, als eine Rückdatierung mit sogen. Konzeptpapier zu verbinden, das erachte ich nicht als ausreichend.

Die Tabellen sind mir zu sehr pauschalisiert. So werden zwar unter dem 10/11 00 die R-Zettel-Nummern 33-96 angegeben, aber es fehlt die Ortsangabe GERA (R-Nr. 41, 5. Klüttermann-Auktion). Wo auch immer die Herren Prüfer abgeschrieben haben, sie haben die Angaben nicht kontrolliert oder fehlerhaft zitiert. Die 5. Klüttermann-Auktion war zwar erst im August 2022, also nach Veröffentlichung des Handbuchs, aber wenn man "41" innerhalb von/bis angibt, dann gehört auch die Ortsangabe GERA hierzu. Nebenbei vermerkt, in besagter Auktion befand sich auch R-Kartenbrief mit R-Nr. 31, ebenso nach Gera, die wohl bisweilen nirgends belegt war. zwinkern

Beste Grüße
Markus

30.08.23, 21:42:47
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