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Hallo liebe Teilnehmer,

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Wir wünschen viel Freude am Hobby Philatelie!
17.01.10, 11:03:02

carolinus

(Mitglied)

Hallo zusammen,

nachdem im Thread „Ermäßigte Postvereinstaxen bei Auslandsbriefen“ von Altsax einige sächsische Briefe in die USA gezeigt wurden, kam mir auch auf Grund eines Berichtes im Rundbrief der ARGE Hannover und Braunschweig die Idee, einige Braunschweig-Briefe nach Übersee vorzustellen. Erwähnen muss ich sicher nicht, dass keiner dieser Briefe mir gehört.

Herr Rosenau, Schriftleiter der ARGE, hat mir die Erlaubnis zum Zeigen erteilt. Vielen Dank dafür auch noch einmal an dieser Stelle. Abgebildet sind die Briefe im Rundbrief Nr. 65 im Bericht von Herrn Hartmut Flöter – „Braunschweig-Frankaturen nach Übersee – Daten und Abbildungen aus meiner Kartei“.

Bisher erfasst sind dort 41 Briefe, 7 Teilbarfrankaturen in die USA und 34 Frankaturen zum vollen Satz mit Marken. Herr Rosenau teilte mir mit, dass die Zahl 41 nicht mehr der aktuelle Stand sei, im nächsten Rundbrief würde mehr verraten.

31 Briefe gingen in die USA, 4 nach Mexiko, 3 in die Orange Free State, 2 Briefe liefen nach Indien und einer nach Queensland/Australien.



Dieser Brief vom 25. Oktober 1864 lief von Groß Winnigstedt nach Rockhampton in Queensland. Es ist damit der einzige Brief nach Australien. Frankiert ist er mit vier 3 Sgr. (Nr. 12), zwei 2 Sgr. (Nr. 7) und ½ Gr. (Nr. 10), insgesamt 16½ Gr.

Die Brief lief via Triest, der Postvereinsanteil beträgt 3 Sgr., das Weiterfranco von Triest nach Australien 52 Nkr. = 13½ Sgr.

Dass ein solcher Brief eine herausragende philatelistische Bedeutung besitzt, muss eigentlich kaum erwähnt werden.

Gruß carolinus

Grüße aus Braunschweig, der Stadt Heinrichs des Löwen
17.01.10, 11:04:02

bayern klassisch

(Gast)

Lieber carolinus,

ein herrlicher Brief und eine Zieder jeder Sammlung. freuen

Deine Beschreibung kann aber nicht stimmen, weil
13 1/2 Sgr. nicht 52 Neukreuzer waren.
Der Brief war nur teilfrankiert und kostete noch die Röteltaxe von 2 Shillingen für den Empfänger.

Daher bekam er auch keinen P.D. - Stempel.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
17.01.10, 11:33:40

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 17.01.10, 19:44:24

Hallo zusammen,

der Australien-Brief ist über Österreich (Triest) gelaufen, was 3 Sgr. Taxe erforderte. Von dort bis Alexandria fielen weitere 3 Sgr an. Der Rest der Frankatur deckte die Strecke bis zum Landungshafen ab. Daraus erhielt die britische Post pro 1/2 unce 1 Sh, bei diesem Brief 1 Sh. Rückseitig dürfte sich für die Neukreuzer-Taxe der Stempel 15/52 (entspricht 3 bzw. aufgerundet 10 1/2 Sgr.) befinden.

Einen vergleichbaren Brief zeige ich nachfolgend. In diesem Falle erhob die niederländische Post 25 Cts. für die Strecke ab Singapore. Die britische erhielt 2 Sh, der Brief wog also über 1/2 unce.

Beste Grüße

Altsax
Dateianhang (verkleinert):

 Leipzig-Bahnhof - Batavia 16,5 Ngr 07.05.1863, kl.jpg (335.5 KByte | 7 mal heruntergeladen | 2.29 MByte Traffic)

17.01.10, 12:08:35

carolinus

(Mitglied)

Hallo bayern klassisch und Altsax,

besten Dank für eure Korrekturen, kann jemand mir postgeschichtlichem Anfänger vielleicht die mit Blaustift und Rötel angebrachten Taxierungen noch einmal genau erklären. freuen

Hier schon mal ein Brief von Holzminden nach New York vom 13. Dezember 1861. Er stellt ein Beispiel für einen Brief in die USA über Bremen dar.



Als einziger Auslandsbrief – und dann gleich ein Überseebrief! - trägt er eine Halbierung, eine Nr. 11 (1 Sgr.). Mit den beiden 3 Sgr. Marken (Nr. 8 ) ergibt sich eine Frankatur von 6 ½ Sgr. Der Postvereinsanteil nach Bremen betrug davon 2 Sgr. Wenn ich das richtig interpretiere, sind dort 4 ½ Sgr. Weiterfranco notiert.

Grundlage ist der Postvertrag zwischen Bremen und den USA aus 1847. Der Deutsche Altbriefsammlerverein bietet das „Projekt Postverträge“.

Bei Interesse kann man diesen Vertrag dort auffinden und lesen.

Viele Grüße,
carolinus

Grüße aus Braunschweig, der Stadt Heinrichs des Löwen
18.01.10, 15:48:46

Schnulli

(Mitglied)

geändert von: Schnulli - 18.01.10, 16:18:27

Die Briefe, die hier Carolinus zeigt, sind einfach eine reine Augenweide. So schöne Stücke habe ich bisher noch nicht gesehen, obwohl ich aus Württemberg ja schon einen Brief mit sehr hoher Franktur mein Eigentum nennen kann.

Ich freue mich schon unbändig, wenn es hier weitergeht.
18.01.10, 16:16:48

Altsax

(Mitglied)

Zitat von carolinus:
kann jemand mir postgeschichtlichem Anfänger vielleicht die mit Blaustift und Rötel angebrachten Taxierungen noch einmal genau erklären.


Hallo carolinus,

die Blaustifttaxierung läßt sich als "Wfr. 13 1/2" mehr interpretieren als entziffern. Dabei handelt es sich um den verklebten Francoanteil, der an Postverwaltungen abzuführen war, die (ggf. für einen Teilbereich des Transportes) nicht dem Postverein angehörten. Darin sind folglich die 3 Sgr. für den Transport mit dem österr. Lloyd von Triest nach Alexandria enthalten.

Die Rotstift-Krakelei stellt den britischen Taxanteil in Sh dar. Da sie bei einem im Postverein einfachen Brief entweder 1 oder 2 Shillig bedeuten muß, fällt hier die Wahl auf die "1". Gut lesbar ist etwas anderes. Den Vergleich zur "2" hast Du auf dem Batavia-Brief.

Beste Grüße

Altsax
18.01.10, 18:17:38

carolinus

(Mitglied)

Hallo Altsax,

was vor der blauen 13 1/2 steht, kann ich leider auch nicht lesen.

Ich stelle mir gerade vor, ein Brief wird zur Postexpedition Groß Winnigstedt gebracht. So viele Briefe wurden dort nicht aufgegeben. Auslandsbriefe waren sicher noch viel seltener. Und jetzt kommt jemand und möchte einen Brief nach Australien schicken. Das kam sicher vorher noch nie vor - und nachher auch nicht mehr. Der Postbeamte klebte 16 1/2 Sgr. Wie berechnete er den Betrag? Nach Triest 3 Sgr. kann ich noch nachvollziehen, woher wusste er wie es weiter ging?

Und wo wurden die Taxierungen in blau und mit Rötel angebracht? Fragen über Fragen! freuen

Beste Grüße,
carolinus

Grüße aus Braunschweig, der Stadt Heinrichs des Löwen
18.01.10, 18:39:27

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 18.01.10, 20:43:13

Zitat von carolinus:

Ich stelle mir gerade vor, ein Brief wird zur Postexpedition Groß Winnigstedt gebracht. So viele Briefe wurden dort nicht aufgegeben. Auslandsbriefe waren sicher noch viel seltener. Und jetzt kommt jemand und möchte einen Brief nach Australien schicken. Das kam sicher vorher noch nie vor - und nachher auch nicht mehr. Der Postbeamte klebte 16 1/2 Sgr. Wie berechnete er den Betrag? Nach Triest 3 Sgr. kann ich noch nachvollziehen, woher wusste er wie es weiter ging?


Hallo carolinus,

vermutlich lief das in Braunschweig ähnlich wie in Sachsen:

Für die Auslandstaxen erhielt jede Postanstalt ein Speditionsverzeichnis sowie eine Taxtabelle, die bei Änderungen, die im Postverordnungsblatt veröffentlicht wurden, jeweils anzupassen waren. Im Regelfalle genügte das sogar bei Überseefrankaturen, weil es nicht viele mögliche Varianten gab.

Zur Sicherheit liefen derartige Briefe noch zur Kontrolle über zentrale Postämter, in Sachsen beispielsweise Leipzig.

Das Weiterfranco hatte die Einlieferungspostanstalt auf dem Brief zu vermerken und in die Briefkarte einzutragen.

Die Röteltaxe wurde vom britischen Postamt in Alexandria angebracht.

Beste Grüße

Altsax
18.01.10, 18:48:57

kibitz

(Mitglied)

Braunschweig + Sachsen über Alexandria,

beide Briefe sind in Alexandria mit 2sh taxiert worden.
Es waren also doppelt Briefe, frankiert waren sie aber als einfache Briefe.
16 1/2 Sgr bis 1 Loth (14,6? Gramm)
2sh 1/2 bis 1oz (14,175 - 28,35 Gramm)

Auch wenn auf beiden Briefen nichts auf der Rückseite vermerkt ist wurde das fehlende Porto wahrscheinlich eingezogen.

1 Sgr entspricht in etwa 1,2d
deshalb hätten die 10,5 Sgr nicht für 2sh gereicht.

Unterbezahlt = unbezahlt
Sonst hätte die britische Post 1sh vermerkt.



18.01.10, 21:58:50
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