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01.01.09, 13:31:29

carolinus

(Mitglied)

Die Französische Besatzungszeit

In der Zeit der Napoleonischen Kriege rückten französische Truppen am 6. November 1806 in Bergedorf ein. Die Stadt hatte während dieser Zeit erheblich unter den französischen Respressalien zu leiden. Vorher beschaulich, war sie wohl nicht mehr wiederzuerkennen.

Da Zollenspieker noch der wichtigste Elbübergang im Hamburger Raum war, außerdem eine der wichtigsten Straßen von Hamburg nach Mecklenburg und Preußen über Bergedorf verlief, vermag man sich die Frequentierung des Durchgangsverkehrs in diesen wirren Kriegszeiten möglicherweise annähernd vorzustellen.

Anzunehmen ist, dass am selben Tag wie in Hamburg, am 4. Dezember 1806, auch die taxissche Postexpedition in Bergedorf geschlossen wurde. An ihre Stelle trat die „Großherzoglich Bergische Postexpedition“. Großherzog Joachim von Berg, ein Schwager Napoleons, wurde fast genau ein Jahr später, am 8. Dezember 1807, das ausschließliche Privilegium der reitenden Stadtposten zugesprochen.

Übernommen wurde die Leitung der Bergischen Post vom ebenfalls oben schon erwähnten ehemals taxisschen Posthalter Nicolaus Efferien.

Von den umwälzenden Veränderungen war in erster Linie nur die taxissche Post betroffen. Sowohl die lokale Institution des Amtsboten, als auch die hannoversche Fahrpost durften vorerst weiterhin ihre Dienste ausüben.

Aber auch für Großherzog von Berg übte diese Post nur kurz ihre Dienste aus. Obwohl noch eigenständig geführt, ging sie am 4. August 1808 in den Besitz Napoleons selber über. Auch änderte sie in Hamburg, Lübeck und Bergedorf ihren Namen und hieß jetzt:

Kaiserlich Königl. Französisches Hauptpostamt“ bzw.
Kaiserlich Königl. Französisches Post-Comptoir“.

1810 tauchten die Namen aller drei Postämter in den Postamtslisten im Staatsarchiv Düsseldorf nicht mehr auf. Offensichtlich wurden sie zu diesem Zeitpunkt bereits bei der Einverleibung der norddeutschen Gebiete in die Kaiserliche Französischen Post eingegliedert.

Mit Beginn des Jahres 1811 wurden Hamburg und die gesamte Umgebung dem französischen Kaiserreich zugeschlagen. Bergedorf wurde neunter Kanton im Arrondismont Hamburg des 128. Departements der Elbmündung. Geesthacht wurde vom beiderstädtischen Gebiet ausgegliedert und gehörte zur Mairie Escheburg im Kanton Lübeck. Die Zeit der westphälischen Postexpedition endete Mitte Februar dieses Jahres. Das „Kaiserlich Französische Post-Comptoir“ wurde von der im Abschnitt "Die Hannoversche Postspedition" genannten Familie Minten geleitet.

Von der bergischen, westphälischen und der französischen Post existieren keine Bergedorfer Stempel. Lediglich ein Postschein des „Kaiserlich Französischen Post-Comptoirs“, unterschrieben von Minten, ist bekannt. Es ist ein ehemals hannoverscher Postschein mit einem handschriftlichen Zusatz „Fr.“

Aus dem Januar 1813 sind noch zwei weitere Postscheine bekannt, denen aber der handschriftliche Zusatz fehlt. Laut Knauer könnte das Fehlen auf Nachlässigkeit, aber vielleicht auf auf oppositionelle Haltung zurückzuführen sein.

Trotz des Fehlens von Poststempeln aus dieser Zeit existieren Amtsbriefe mit Behördenstempeln. In den Vierlanden gab es drei Ovalstempel -

le Maire d’Altengamm“, „le Maire de Neuengamm“ und „Le Maire d’ Kirchwaerder

sowie den Rahmenstempel „LE MAIRE DE BERGEDORFF“.

Grüße aus Braunschweig, der Stadt Heinrichs des Löwen
01.01.09, 13:32:29
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