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toroemer

(Mitglied)

Hallo,

vielen Dank für die Antworten. Der Block stammt aus einer Sammlung, die ich auf einer Realauktion gekauft habe. In der Beschreibung wurde darauf hingewiesen, dass der Block 1 postfrisch ist.

Unter Schwarzlicht kann ich keine Falzreste erkennen und auch auf einem großen scann ist nichts erkennbar. Aufgrund der Größe kann ich ihn hier nicht einstellen.

Das Gummi ist brauner als ich es vom Block 1 kenne. Es wirkt so, wie bei Brustschildmarken mit oxidiertem Gummi. (Hier habe ich auch eine postfrische Marke mit Fotoattest Schlegel und braunem Gummi).

Die Signaturen habe ich als Bilder beigefügt. Der Block ist tiefst geprüft, die Marke tief, Man erkennt auch den "brauen" Gummi.

Dateianhang:

 SignaturBlock.jpg (50.07 KByte | 4 mal heruntergeladen | 200.3 KByte Traffic)

Dateianhang (verkleinert):

 SignaturMarke.jpg (127.53 KByte | 7 mal heruntergeladen | 892.74 KByte Traffic)

05.01.12, 16:52:24

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

es ist wohl so, wie ich es mir gedacht hatte. Peschl hat die Marke höher signiert als den Block. Die Erklärung steht im Attest. Obwohl der Block Originalgummi (Erstgummi) trägt und keine Falze aufweist, es wurden auch keine entfernt und obwohl der Block als "sehr gut" erhalten beschrieben wird, gefällt offenbar der bräunliche Gummi nicht.

Ich würde nach den Fakten die hier so sehen sind sagen, der Block ist postfrisch.

Zu dem bräunlichen Gummi habe ich schon an anderer Stelle geschrieben. Er tritt bei den unterschiedlichsten Marken immer wieder einmal auf und wird einmal als "stockig" dann wieder als "tropisch" und mit anderen Attributen bezeichnet, die nur belegen, dass die Schreiber nicht wissen, weshalb der Gummi bräunlich aussieht.

Stockflecke entstehen durch Pilze, die sich unter UV-Licht gut erkennen lassen. Die befallenen Stellen reagieren hell. Was "tropisch" sein soll, weiß vermutlich niemand. In den Tropen kann es so feucht sein, dass der Gummi "antaut", also feucht wird. Tropisches Klima kann auch Stockflecke begünstigen, aber kühl und feucht scheint mir schlimmer.

Das Gummi sich völlig homogen durchfärbt, dürfte einfach an der individuellen Zusammensetzung des Gummis liegen. Dabei können bestimmte Bestandteile dafür sorgen, dass der Gummi eine braune Tönung annimmt. Extreme Beispiele sind der Ostropablock oder die hochformatigen Zeppelinmarken, die zu viel Säure im Gummi haben sollen. Sowohl die Marken, als auch den Block, gibt es durchaus mit unterschiedlich stark getöntem Gummi. Für den Grad der Tönung scheint mir nicht die Art der Lagerung, sondern die individuelle Zusammensetzung des Gummis verantwortlich.

Unterstellen wir das als Zutreffend, dann könnte ein Iposta-Block mit braunem Gummi durchaus höher zu bewerten sein, als ein Stück mit farblosem Gummi, wäre es doch eine weniger häufig vorkommende Abweichung der Gummizusammensetzung. Zu argumentieren, der Gummi hätte beim Verkauf am Schalter eine andere Farbe gehabt und wäre deshalb nicht mehr postfrisch, halte ich für den Versuch, es sich zu einfach zu machen.

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

05.01.12, 17:31:52

toroemer

(Mitglied)

Vielen Dank für die Antwort. Das kann ich nachvollziehen...
Werde den Block mal an Herrn Schlegel schicken....die Antwort poste ich dann hier.
05.01.12, 18:03:01

toroemer

(Mitglied)

Hallo,

ich habe noch eine Frage. In dem Attest von Herrn Bühler steht: Die Marke ist ungebraucht mit vollem Orginalgummi. Ist das postfrisch ?

Dateianhang (verkleinert):

 Attest_Mi30001.jpg (209.24 KByte | 102 mal heruntergeladen | 20.84 MByte Traffic)

16.01.12, 16:51:07

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 16.01.12, 17:10:10

Hallo toroemer,

wenn da nicht "postfrisch" steht, würde ich auch nicht von postfrisch ausgehen. Außerdem stammt die "Expertise" aus einer Zeit, aus der zahlreiche fragwürdige Begutachtungen von Herrn Bühler existieren.

Beste Grüße

Altsax
16.01.12, 17:07:10

toroemer

(Mitglied)

Hallo Altsax,

die meisten Atteste beginnen mit dem Satz ...Marke ist gestempelt bzw. ungestempelt. Nur fehlt mir hier ein Hinweis, wie leichte Anhaftung, Falzspur, verlaufenes Gummi o.ä..Auf den Worten kann ich keinen Markel erkennen. Wozu lasse ich denn ein Attest machen, wenn diese nicht beschrieben werden ?

An der Marke selbst kann ich nichts erkennen, was auf einen Markel hindeutet.
16.01.12, 17:27:08

Joerg

(Mitglied)

Hallo @toroemer!

Warum Georg Bühler nicht "postfrisch" schrieb, hat einen ganz einfachen, nachvollziehbaren Grund: die Marke war zum Zeitpunkt der Prüfung nicht postfrisch (sonst hätte Georg Bühler das nämlich hundertprozentig geschrieben). Damit ist es die Marke auch heute nicht - denn sie kann ja nicht postfrischer geworden sein, als sie einmal war.

Warum Georg Bühler die Mängel nicht genau benennt, warum er nicht einmal "mit (starken) Mängeln", sondern "in feiner Erhaltung" schreibt, hat auch einen einfachen, nachvollziehbaren Grund: der Auftraggeber für die Expertise und damit der Geldgeber war höchstwahrscheinlich der Eigentümer der Marke zum Zeitpunkt der Prüfung - und dieser hatte vermutlich vor, die Marke zeitnah gegen möglichst viel Geld einzutauschen.
Da kommt man als Sachverständiger in die Zwickmühle: etwas Unwahres schreiben, was andere Experten einem schnell widerlegen könnten, will und darf man nicht. Also: so gerne der Geldgeber "postfrisch" in der Expertise gelesen hätte - das ging nicht. Aber man kann um das Ergebnis der Prüfung "Marke ist nicht postfrisch und hat folgende Mängel" so gut "herumschreiben", wie es Georg Bühler in seiner Expertise vormacht: es scheint ja fast das Wort "postfrisch" da zu stehen, wenn man es nur naiv genug liest.
Dass "fein" bedeutet "mit Mängeln", das muss man eben wissen, um so eine Expertise (oder auch die Beschreibung eines Auktionators) richtig verstehen zu können.

Zugegebenermaßen ärgerlich für den Käufer/Kaufinteressenten, der sich genau informieren möchte und die genaue Information eben gerade nicht bekommt. Aber verständlich auch, dass der Eigentümer der Marke kein Interesse an einer exakten Auflistung aller Makel in der Expertise hatte.

Also in ganz einfaches Alltagsdeutsch inklusive Handlungsanweisung übersetzt lese ich in der Expertise: "Kaufen Sie diese Marke nicht; Sie werden allemal bessere finden!" - ob der Eigentümer der Marke für diesen Text wohl Geld an Georg Bühler gezahlt hätte?
16.01.12, 19:02:53

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo toroemer,

kannst du die Marke von der Rückseite groß scannen? Am geeignetsten dafür wäre ein Epsonscanner mit Schräglicht.

Eventuell kannst du auch mit der Lupe unter UV-Licht nachsehen, ob es irgendwelche Pünktchen, Flecke oder Helligkeitsunterschiede gibt. Unter der 10fachlupe in hellem Schräglicht, dürften auch Kratzer oder gummifreie Stelle von Entfalzungen sichtbar sein.

Du kannst zunächst auch einfach testen, ob die Marke schon einmal gewaschen war. Vergleiche bildseitig unter UV-Licht die Helligkeit zwischen der attestierten Marke und einer gleichen Marke auf Briefstück. Strahlt die gummierte Marke dunkler, ist es kein Originalgummi.

Am schönsten wäre es, wenn zu den Attestbesprechungen immer gute Scans von Vorder- und Rückseite vorliegen würden. Ich erhöhe gleich die maximale Dateigröße auf 1 MB.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

16.01.12, 19:23:22

toroemer

(Mitglied)

Hallo Jörg,

das sehe ich nicht so. Wenn ich eine Marke zum prüfen schicke, möchte ich gerne wissen, was mit dieser Marke los ist. Wenn ich dieses Attest zurück bekommen hätte, wäre ich sehr enttäuscht gewesen. Es hätte mir keinen Erkenntnisgewinn gebracht.
16.01.12, 19:54:10

toroemer

(Mitglied)

Hallo,

anbei ein Bild der Rückseite.Ich hoffe die Auflösung reicht.
Dateianhang (verkleinert):

 DR_3RS.jpg (261.81 KByte | 49 mal heruntergeladen | 12.53 MByte Traffic)

16.01.12, 20:06:28
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