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Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo zu einer der legendären Altdeutschlandraritäten

Zur Sachsen Dreier habe ich ja einen Ratgeber geschrieben den ich auch laufend erweitere. Dankbar wäre ich auch für Scans von Marken und Attesten, um mein Bildmaterial der einzelnen Typen zu erweitern. Im Gegenzug bin ich auch gerne bereit, kostenlos nach einem ausreichen großen Scan (2400 DPI) Platte und Feld zu bestimmen, oder zu sagen um welche Fälschung es sich handelt. Soweit das am Scan eben möglich ist, auch an eben verfügbaren Scans.

Ich fange mit dieser Marke nicht nur deshalb den Sachsen-Thread an weil es die Katalognummer 1 ist, sondern weil es einen besonderen Anlass gibt.

Der einzig bekannte Bogen dieser Marke kommt im Oktober 2008 bei David Feldman in der Schweiz als Los 60037 zum Verkauf. Seit etwa 50 Jahren wurde der Bogen nicht mehr gehandelt. Nachfolgend ein Bild dazu im jetzigen Zustand.

Die Beschreibung aus dem Katalog dazu:

Unique 1850 3pfg Complete Unused... GERMAN STATES - SAXONY - Unique 1850 3pfg Complete Unused Sheet of 20 Arranged in four rows of five, the sheet resembles, at first glance, a Bavaria multiple, for the stamp's design, by Leipzig lithographer J.B. Hirschfeld, who modelled it after the "Schwarze Einzer" of the previous year (it was, in fact, the second stamp issue of the German States). The auction catalogue for the Burrus German States stated, "he could not have dreamed that his handiwork would be raised to the pinnacle of philatelic admiration...the famous "Dreier Sachsen" is the pride and joy of German philately." Though nearly 500'000 were printed, the stamp was intended to be used on printed matter, thus only a tiny percentage - mostly used - have survived, and multiples of any kind are extremely scarce. This, the ONLY complete sheet known, owes its survival to its having been pasted to a fire-screen in a castle at Eibenstock on the banks of the Elbe. It was carefully removed in 1871 (though it had suffered some minor blemishes, it was competently restored) and by 1876 was in the holdings of Vienna stamp dealer Siegmund Friedl, a featured attraction of his "Friedl'schen Museum." In 1897, it was sold to Ferrary, whose holdings were seized and auctioned by the French government as "reparations" for German participation in World War One. From those auctions It passed in 1923 into the collection of Maurice Burrus, the Swiss tobacco tycoon. Although Burrus' Saxony was sold at auction in 1964, this sheet had already been sold by Private Treaty to Swiss industrialist Gerold E. Anderegg, and thus did not appear in the auction catalogues of the Burrus collection. After a further sale in 1971, it became the centerpiece of the German States collection of Gerhard W. Schulze, until it was purchased at auction by the present owner in 1999. The catalogue description for this sheet stated, "Das bedeutendste Spitzenstück der deutschen Philatelie und eine der ersten Weltraritäten uberhaupt" (Michel n° 1a) Given the importance of this showpiece to world philately, and its romantic history, it clearly ranked as one of the pre-eminent "crown jewels" of German States and indeed of World philately. Provenance: Ferrary (Sale VI, lot 546) Burrus (sold privately, ca. 1964)

Der Schätzpreis, also ein erwarteter Verkaufspreis, ist mit EUR 600.000,- bis 900.000,- angegeben. Wir dürfen gespannt sein.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

21.09.08, 12:09:13

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo zu diesem tollen Bogen. Er blieb am Auktionstag unverkauft und steht nun mit 600.000,- (plus Aufgelder) in der Rücklosliste. Der Preis ist nicht für jeden erschwinglich, die Banken sind pleite und wer weiß, wohin der Briefmarkenmarkt tendieren wird.

Ich will noch einen besseren Scan zeigen. Philatelistisch ist das Stück ja nun wirklich eines der Museumsstücke der deutschen Philatelie. Bei dem Bogen fehlen auf gut der Hälfte der Marken "Echtheitsmerkmale". Sicher werden sich noch einige an die Diskussion mit Helgophil erinnern. Er war der festen Überzeugung, wenn das "x" (rechts unten von der großen "3" auf der inneren Linie stehend) fehlt, muss die Marke falsch sein. Wie man hier sehen kann, fehlt das "x" bei etwa 10 Marken, also der Hälfte des Bogens. Hier ist es vermutlich zum großen Teil der Reparatur geschuldet. Der Bogen sah ja nicht immer so gut aus.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

07.10.08, 16:25:34

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo ganz allgemein zu einer Fälschung der Sachsen Nr. 1. Bilder der Marke wurden mir per Email geschickt. Da nicht jeder im Forum schreiben will, stelle ich das Bild hier zur Verfügung.

Die Fälschung ist aus einer ganzen Reihe von Punkten Interessant.

1. Sie steht nicht im Fritz Billig Handbuch, dürfte also nach 1935 entstanden sein.

2. Der Fälscher hat sich sehr viel Mühe gegeben.

3. Die Marke zeigt alle bekannten Echtheitsmerkmale.

Leider ist die Marke wegen des mangelhaften Hintergrundes sofort als Fälschung zu erkennen. Schade, bei der Mühe, die sich der Fälscher gemacht hat.

Die Marke wurde nach einer echten Platte V, Type 3 angefertigt. Eine Marke die einige deutliche Merkmale hat. Die Fälschung ist im Buchdruck ausgeführt, ein Kunststoffklischee wäre auch noch möglich. Das wichtigste K.O. Kriterium wird also erst einmal erfüllt. Desweiteren ist die Marke auf wirklich rauem Papier gedruckt. Hier hat der Fälscher, wie auch bei anderen Merkmalen der Marke, maßlos übertrieben.

Ich will an Hand der Pfeile erklären, was wir hier sehen.

Die schwarzen Pfeile und Nummern zeigen auf Erkennungsmerkmale der Platte V, Type 3.

1. Die hintere Senkrechte des "N" in SACHSEN unterbrochen
2. Punkt hinter "N" (gibt es bei vielen Typen)
3. Lücke oben in der Linie
4. Weißer Punkt im Zipfel des "F"
5. Farbbrücke unter dem "D" von DREI
6. Zwei Farbbrücken zwischen den Außenlinien über R und E
7. Farbbrücke unterhalb de E zwischen den Linien
8. Nase oben rechts am Rosetten-Kasten oben links

Die grünen und blauen Pfeile zeigen auf Merkmale die abweichen und beim Original nicht vorkommen

1. Linie um den Kasten mit der großen Wertziffer über dem "P" unterbrochen
2. Rücken des "E" eingebeult
3. Erstes "N" in Pfennige oben mit weißem Punkt
4. Die Spatie (Abstandsmetall zwischen den Marken) geht beim Original bis zur Rosette unten
5. Hintergrundeinfassung oben rechts beschädigt
6. Das auffälligste Merkmal, der Bogen unten im zweiten "S" von Sachsen ist zu eng.
7. Die hintere Senkrechte des "N" in Franco ist zu hoch
8. Der Rücken der großen Drei geht nahtlos in den Hintergrund über

Insgesamt ist der Hintergrund mangelhaft gezeichnet, alle Buchstaben sind zu dünn. Die Serifen sind meist stark gekrümmt, beim Original fast immer gerade.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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21.10.08, 22:42:51

Roman Scheibert

(BPP-Mitglied)

Hat der Auktionsanbieter auf Ihren Einwand für das Los 60037 bereits reagiert? Steht ja weiterhin online: http://www.davidfeldman.com/cgi-bin/lotbrowse.pl?lotid=114054&nopic=0
28.10.08, 15:46:59

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

gegen den schönen Bogen gibt es keinen Einwand. Die im Beitrag danach vorgestellte Marke hat mit dem Bogen nichts zu tun.

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

28.10.08, 16:13:48

Juergen Kraft

(Mitglied)

Heute wurde mir ein Scan von einer Sachsen Nr. 1 direkt per Mail geschickt. Die Frage ist nach echt oder falsch.

Unten das Bild und die Erklärung zu den Pfeilen.

Vorweg, der tiefschwarze Falschstempel zeigt mitklischierte Quetschränder, keine eigenen Drucknähte (= Quetschränder) und ist eventuell mit einem Laserdrucker aufkopiert.

Die Marke ist eine Ganzfälschung, nicht im Buchdruck hergestellt und mit einer Unzahl von Abweichungen, die bei Originalen nicht vorkommen.

Nr. 1 ist eine Delle in der Linie die es nicht bei Originalen gibt

Nr. 2 zeigt einige der vielen Stellen an denen Farbe sitzt, aber keine Farbe hingehört. Die übelsten Flecke sind geschickt überstempelt!

Nr. 3 zeigt auf eine saubere, durchgehende Schlangenlinie. In Wahrheit sind dort zwei "3" zu sehen, die sich auch nicht wirklich berühren.

Nr. 4 zeigt auf das Echtheitsmerkmal "X". Beim Original entsteht es durch die umliegenden Linien. Hier ist es einfach über die anderen Linien gemalt.

Nr. 5 Die Öffnung der Linie rechts über dem "R" fehlt.

Insgesamt eine interessante Ganzfälschung bei der die kleinen Dreier in der großen Ziffer 3 vernachlässigt wurden. Durch mangelhafte Retusche gibt es insgesamt zu viel Farbe. Positiv im Sinne der Fälscher ist zu bemerken, dass einige der Echtheitsmerkmale einigermaßen sichtbar sind. So können schon eine Reihe von Sammlern getäuscht werden.

Wer meinen Ratgeber zur Marke liest, sieht aber den wichtigsten Punkt zuerst: kein Buchdruck? = FALSCH!

Der Rest ist nur Beiwerk. Der Falschstempel ist erbärmlich und macht das Gesamtwerk zum Müllhaufen.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

15.04.09, 14:02:29

Altsax

(Mitglied)

Lt. Auktionsbeschreibung:

"Sassonia 3 Pfennig, Yvert No. 1, originale"

Es darf geprüft werden.

Altsax
Dateianhang:

 Chemnitz xy kl.jpg (155.81 KByte | 21 mal heruntergeladen | 3.2 MByte Traffic)

Dateianhang:

 Chemnitz xy photo kl.jpg (123.32 KByte | 13 mal heruntergeladen | 1.57 MByte Traffic)

06.05.09, 13:59:30

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo aus Essen,

die oben gezeigte Marke entbehrt aller Echtheitsmerkmale. Wer bietet diese Fälschung als echt an?

Viele Grüße

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

06.05.09, 17:42:57

Altsax

(Mitglied)

Zitat von Juergen Kraft:
Wer bietet diese Fälschung als echt an?


Hallo nach Essen,

die Auktion liegt schon einige Zeit zurück, inzwischen ist der Auktionator "klüger" geworden bzw. beschäftigt Fachpersonal.

Die Marke ist aber in mancherlei Hinsicht interessant:

a) zeigt sie, daß nicht nur bei online-Plattformen Vorsicht geboten ist.

b) sind Papier und Druckfarbe recht gut gelungen.

c) kommt der Stempel, dem bei Fälschungen oft wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, Originalabschlägen in der Form recht nahe.

Im direkten Vergleich mit dem Original fällt sofort die abweichende "3" auf. Die bekannten "Echtheitsmerkmale" können schon einmal - zumindest teilweise- fehlen, auf sie sollte man sich nicht verlassen.

Diese Fälschung ist die bisher einzige dieses Typs, die ich in Händen hatte.

Beste Grüße

Altsax

07.05.09, 08:42:14

Altsax

(Mitglied)

Ein interessantes Fälschungsblatt fiel mir beim Aufräumen in die Hände. Die Rückseite enthält die gleichen Drucke, aus dem Blatt sind also 4 Fälschungen zu gewinnen.

Altsax
Dateianhang:

 Fälschung Kehrdruckblatt.jpg (86.26 KByte | 25 mal heruntergeladen | 2.11 MByte Traffic)

Dateianhang:

 Fälschung aus Kehrdruckblatt.jpg (63.72 KByte | 18 mal heruntergeladen | 1.12 MByte Traffic)

12.06.09, 10:46:26
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