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Juergen Kraft

(Mitglied)

Der Ebay-Anbieter internationalcovers aus Argentinien hat einige gute Altdeutschland Angebote bei Ebay. Dabei unter anderem drei Bayern Nr. 1 Ganzfälschungen die er nach dem Motto "könnten auch echt sein" verhökert.

Woran die Fälschungen zu erkennen sind, ist in meinem Ratgeber Bayern beschrieben. Die Artikelnummern: 220295234266



und 220295245736



und 220295253266 .



Die beiden ersten Stücke sind primitive Fälschungen. Die letzte ist entweder eine sehr gute Fälschung oder doch echt. Ich habe aber keine Lust auch hier noch einen besseren Scan anzufordern. Die Marke zeigt die Merkmale von Feld 1 des linken Druckbogens. Das ist schön am Wort "EIN" zu erkennen. Jedoch ist dort die weiße Linie unter "KREUZER" nicht so breit.

Was bei dem Anbieter weiter auffällt, das komplette Material ist entweder ganz falsch oder verfälscht oder repariert oder falsch beschrieben. Beispiel DR Nothilfeblock, wird als 10.000 USD Katalogwert angeboten. das wäre für postfrisch. Natürlich sind die Marken postfrisch, aber im Blockrand klebt dick und fett ein Falzrest. Beispiel Bayern 12 Kr. grün mit Oberrand auf Brief. Da ist der Stempel auf dem Brief mit Tusche gemalt.





Beispiel Badenbrief, Bild siehe unten. Dort war die 30 Kr. vom Brief abgelöst worden und die Ecke oben rechts wurde angesetzt, Zähne entsprechend nachgezähnt und fehlende Stempelteile nachgemalt. Eine korrekte Beschreibung hätte vielleicht sogar einen höheren Preis gebracht. Ich war übrigends Zweitbieter. Deshalb habe ich auch nicht vor Ablauf des Angebotes schreiben wollen.



Sicher stellt sich manch einem noch die Frage nach den Stempeln. Dazu einige Fakten. Farbe und Pigmente von Orts- und Nummernstempel stimmen, soweit man das auf diesen Scan sehen kann, überein. Der Stempel Lahr hat im unteren Bereich einen höher stehenden Außenring. Deshalb sind bei fast allen Abschlägen unten nur 4 Ringe, oben aber 5 Ringe zu sehen. Der Postbeamte hat den Stempel immer so abgeschlagen, das der Außenring in Richtung oben bis rechts, "verwischt" abgeschlagen ist. Das trifft auf alle drei Abschläge zu, auch wenn der Stempel auf der 30 Kr. in einem anderen Winkel steht. Kein Fälscher käme auf die Idee, diese Handhaltung zu imitieren. Wer glaubt, dass man das einfach machen könnte, kann ja schon einmal üben.

Ob die Marken wirklich alle zum Brief gehören kann man natürlich mit 100% Sicherheit nur am Originalbrief feststellen. Das Restrisiko hätte ich aber gerne getragen.

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

20.10.08, 22:39:17

bayern klassisch

(Gast)

Hallo zusammen,

die 3. Schwarze Eins zeigt eine Stempel - Fälschung, auch wenn ich nicht weiß, wer sich da versucht hat.

Eine Bayern Nr. 1 mit einem Halbkreisstempel in Grotesk, also nicht der üblichen Antiqua, wird echt nicht zu finden sein.

Dass es dann noch eine Sondertype (sog. 7A - Stempel) sein soll, die es bestenfalls in den sechziger Jahren ähnlich gegeben haben könnte, gleicht einer Verspottung jedes Bayernsammlers.

Gruß vom urmel
21.10.08, 07:55:26

eagle

(Mitglied)

geändert von: eagle - 20.05.15, 10:20:27

Hallo,

an dem unten abgebildete Brief aus dem Ebayangebot 301631783472 wurde wohl etwas gebastelt. Wie es aussieht, wurden die Marken vom Brief gelöst und in verkehrter Reihenfolge wieder angebracht. (Bild 737 Brief und 737 -)

Mit meinen bescheidenen Mitteln habe ich versucht, die Marken virtuell wieder an ihren ursprünglichen Platz zu setzen (Bild 737 +)

Was es nicht alles gibt verwirrt

Grüße

Dieter

Dateianhang (verkleinert):

 737 Brief.JPG (244.88 KByte | 16 mal heruntergeladen | 3.83 MByte Traffic)

Dateianhang:

 737 -.jpg (225.7 KByte | 11 mal heruntergeladen | 2.42 MByte Traffic)

Dateianhang:

 737 +.jpg (224.74 KByte | 8 mal heruntergeladen | 1.76 MByte Traffic)

20.05.15, 10:18:12

z4road

(Mitglied)

geändert von: z4road - 16.10.15, 18:26:41

Hallo,

diese Briefe hier :

http://www.philasearch.com/de/i_9081_12872/countryurl/9081-A32-13488.html?breadcrumbId=1445011918.8324&row_nr=3

http://www.philasearch.com/de/i_9081_12842/countryurl/9081-A32-13458.html?breadcrumbId=1445012687.5306&row_nr=1

waren schon bei Pumpenmeier in einer Auktion 2012 als "verfälscht" erkannt und wurden zurückgezogen.

Nach der Übernahme durch Gärtner tauchen sie wieder auf.

Michael
16.10.15, 18:24:32

carolinus

(Mitglied)

Hallo z4road,

danke für das Zeigen dieser beiden Briefe. Als Postvereinsbrief nach Frankfurt kostete das Franco 9 Kreuzer.
Die 6 Kreuzermarke gehört also da nicht drauf.

Zu den Inlandsgebühren in Bayern dürfen sich andere melden, 15 Kreuzer für einen Inlandsbrief kenne ich jedenfalls nicht.

Ich stelle mir gerade vor Peter Feuser hätte diese Briefe angeboten. Er wäre zerissen worden. So aber wird es wohl kaum einen Beitrag MisterX in der Philatelie geben.

Gell, Herr Krämer.

Beste Grüße,
carolinus

Grüße aus Braunschweig, der Stadt Heinrichs des Löwen
17.10.15, 17:02:35

carolinus

(Mitglied)

Hier noch die beiden manipulierten Briefe.

Dateianhang:

 bayern_bamberg_kaufbeuren_15_kreuzer_manipuliert.jpg (70.22 KByte | 15 mal heruntergeladen | 1.03 MByte Traffic)

Dateianhang:

 bayern_bamberg_frankfurt_mit_zugeklebter_6_kreuer.jpg (90.67 KByte | 10 mal heruntergeladen | 906.67 KByte Traffic)


Grüße aus Braunschweig, der Stadt Heinrichs des Löwen
17.10.15, 17:18:36

bayern klassisch

(Gast)

... weil es angsprochen wurde: 15x Briefe innerhalb Bayerns gab es vom 1.7.1858 bis zum 31.7.1865 in der Entfernungszone I (bis 12 Meilen = 90 km).

Hier waren Auf- und Abgabepost über 12 Meilen entfernt, so dass der Brief 12x gekostet hatte (schwerer = 18x usw.).

17.10.15, 17:48:11

palaiss

(Mitglied)

geändert von: palaiss - 18.10.15, 10:12:40

@ bayern klassisch

"15x Briefe innerhalb Bayerns gab es vom 1.7.1858 bis 31.7.1865…."

Ein innerbayerische 15 Kreuzer-Frankatur wäre dann für einen Brief der fünften(!) Gewichtsstufe bei Entfernung bis 12 Meilen. Gibt es faktisch wohl nur bei gleichzeitiger Aktenbeilage, die gewöhnlich vorderseitig vermerkt wurde.

"Hier waren Aufgabe- und Abgabepostamt über 12 Meilen entfernt, so dass der Brief 12x gekostet hatte (schwerer = 18x usw.).

Die 12 Kreuzer galten bereits für einen Doppelbrief, 18 Kreuzer wäre dann die dreifache Gewichtsstufe. Ob auf den Brief nach Kaufbeuren also 6 oder 12 Kreuzer gehören bzw. ob eine oder zwei Marken ergänzt wurden, können wir anhand des Fotos nicht sicher sagen. Sehr wahrscheinlich gehört nur die linke 6 Kreuzer-Marke auf den Brief (die beiden anderen Marken wurden kopfstehend aufgeklebt). Beide Briefe sind Verfälschungen.

18.10.15, 08:24:12

Altsax

(Mitglied)

geändert von: Altsax - 18.10.15, 11:19:17

Zitat von palaiss:
Die 12 Kreuzer galten bereits für einen Doppelbrief, 18 Kreuzer wäre dann die dreifache Gewichtsstufe. Ob auf den Brief nach Kaufbeuren also 6 oder 12 Kreuzer gehören bzw. ob eine oder zwei Marken ergänzt wurden, können wir anhand des Fotos nicht sicher sagen. Sehr wahrscheinlich gehört nur die linke 6 Kreuzer-Marke auf den Brief (die beiden anderen Marken wurden kopfstehend aufgeklebt). Beide Briefe sind Verfälschungen.


Hallo palaiss,

hier ist die Manipulation leicht zu erkennen, weil die Taxe nicht stimmt. Solche Fehler dürften heute einem einigermaßen informierten Fälscher nicht mehr unterlaufen. Wenn er dann noch einigermaßen zeitnahe zentrischen Stempelabschläge findet und darauf achtet, dem Briefpapier etwas "Prägung" mitzugeben, lassen sich auch erfahrene Sammler täuschen. Es ist zu hoffen, daß wenigstens die Prüfer über Erkennungsmethoden verfügen. Diesbezügliche Ausführungen eines anerkannten Prüfers eines altdeutschen Gebietes anläßlich eines Vortrages über Prüftechnik lassen mich zumindest daran zweifeln, daß das für alle gilt.

Beste Grüße

Altsax
18.10.15, 11:18:06

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

da sich Papier beim Waschen verändert, Füllstoffe die während der Herstellung beigegeben wurden gehen verloren, ist jede dazu geklebte Marke einfach zu erkennen. Die Änderung sieht man unter Lichtquellen unterschiedlicher Wellenlänge. Meist dürfte eine UV-Lampe aus dem Schwarzlichtladen reichen.

Eine gewaschene Marke wäre bereits ein Beweis für eine Manipulation.

Es gibt aber auch immer Indizien zusätzlich. Die verfälschten Briefe müssen ja eine höhere Gewichtsstufe haben. Entweder lag das zusätzliche Gewicht bei, dann ist es vermerkt, oder es lag im Brief, dann muss man Spuren im Papier sehen. Selbst die berüchtigten "Bleiplatten" würden Spuren hinterlassen. Metall sogar ganz scharfe Büge.

Damit aber nicht genug. Klebt eine Marke seit 150 Jahren auf einem Brief, verändert sich an der Stelle auch das Briefpapier. Wird das alles vom Fälscher berücksichtigt, bleibt maximal ein unprüfbarer Brief übrig, falls der Prüfer alles berücksichtigt. Ich glaube nicht, dass man Frankaturmanipulationen wirksam, also auf Echt prüfbar, vornehmen kann. Was nicht verhindert, dass irgendwer die Manipulation für echt hält.

Zur Prüfung besserer Manipulationen braucht man das Original.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

Liste der Sonderzeichen zum Einkopieren

18.10.15, 11:58:27
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