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Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

in diesem neuen Thema sollen die Stempelgeräte in privater Hand vorgestellt werden. Beginnen möchte ich mit einem Stempel der 1945 oder 1946 gestohlen wurde. Es handelt sich um BERLIN-CHARLOTTENBURG 2 q

Das Gerät wird seitdem fleißig zur Produktion von Stempelfälschungen benutzt.

Natürlich gibt es auch echte Abschläge von diesem Stempel. Die dürften aber alle aus der Zeit vor 1945 liegen. Im echten Postbetrieb sah der Stempel noch so aus:



Zum Zeitpunkt des Diebstahls fehlte bereits ein Stück der oberen Sehne:



Der Stempelfälscher stellt auch gerne andere Daten ein und stempelt aus unterschiedlichen Stempelkissen:



Das Gerät wurde vermutlich am 29. 7. 1936 in Dienst gestellt. Der Fälscher stellt auch gerne einmal ein früheres Datum ein. Der folgende Abschlag, auf 17. 9. 34 eingestellt, erfolgte aus einem noch moderneren Stempelkissen, als die Schwarzaufdrucke, zeigt aber das bisher früheste bekannte, eingestellte Datum.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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21.05.12, 15:26:06

altespapier60

(Mitglied)

Hallo.
Kleve falsch verwendet? In Privathand? Die PK ist am 28.10.1945 geschrieben am 31.10. gestempelt und zusätzlich ist eine Kleve 1 mit 2-stelliger PLZ vom 08.8.1945 drauf.

21.06.12, 12:57:01

kulemann

(Mitglied)

geändert von: kulemann - 21.06.12, 14:21:35

Hallo altespapier60.

ich meine, dass hier alles in Ordnung ist. Im MICHEL Ganzsachenkatalog steht, dass die Postämter angewiesen waren auf diesen Ganzsachen für den Sicherungsstempel (links unten), der zur Fälschungsvermeidung vor dem Verkauf anzubringen war, stets ein anderes Gerät einzusetzen als den Entwerter. Zumindest die größeren Postämter haben sich meistens daran gehalten. Einige Poststellen I gaben auch solche Ganzsachen aus. Die hatten aber nur einen Stempel, so dass beide Abschläge dann vom gleichen Gerät sind.

Sowohl der aptierte KBS (Sterne entfernt, meist in 1938), als auch der neuere D1 mit nachgesetzter Postgebietsleitzahl erscheinen mir zeitgrecht.

Freue mich über jeden Beleg für meine Heimatsammlung: (Hamburg-)Bergedorf und Kreis Herzogtum Lauenburg von Vorphila bis heute. (Alte PLZ alle 205x und 241x sowie einige 2000 (nicht Hamburg), 2061, 2071, 2401, DDR 273x und DDR 282x).
21.06.12, 14:19:26

altespapier60

(Mitglied)

Hallo kulemann,
danke für die Erklärung. Ich dachte es kann nicht sein, das der Stempel früher möglich ist als das Absendedatum, dabei war das sogar vorgeschrieben. Gut zu wissen.
21.06.12, 16:23:57

Klesammler

(Mitglied)

Hallo kulemann,

ich stimme dir zu, daß die Stempel in Ordnung sind. Allerdings meine ich, daß der KBS "Kleve 1 l" nicht aptiert wurde. Den "Kleve * 1 ?" konnte ich bisher nur bis zum Buchstaben g nachweisen. Die Sterne scheinen später aptiert worden zu sein. Bei einigen ist das nicht so gut gelungen.
Die Buchstaben h - k konnte ich bisher nicht finden und dann gab es ab Anfang 1939 den "Kleve 1 l" (siehe Datenbank).
Den D1 mit "d" kenne ich bisher nicht, weder als aptierten D1 noch als D2.

Gruß

Dieter
21.06.12, 16:37:17

kulemann

(Mitglied)

geändert von: kulemann - 21.06.12, 22:17:42

Hallo Dieter,

der Kleve-Spezialist bist natürlich Du! Ein Blick in die Datenbank sagt mir, dass die Schreibweise mit "K" wohl um 1935 eingeführt wurde. Das war schon sehr am Ende der Zeit der Neuanschaffung von KBS. In meinem Gebiet tauchen ab 1935 nur noch D1 neu auf. Ich gehe davon aus, dass der "l" auch mit Änderung der Schreibweise in Kleve um 1935 angeschafft wurde und ursprünglich links einen Stern hatte. Ich kenne keine KBS ohne Zusatztext unten, die gar keine Sterne hatten. Vielleicht fehlt Dir nur noch der Beleg zwinkern .
Die Datenbank legt nahe, dass bis 1939 im Briefabgang Werbestempel eingesetzt wurden. Da die Sterne meist bereits Mitte 1938 entfernt wurden, der "l" aber erst seit Anfang 1939 vorliegt, ist nicht ausgeschlossen, dass er erst nach der "Sternenzeit" zum Einsatz gelangte. Aber das ist ja das spannende an der Heimatsammlung. Es gibt immer etwas zu suchen und zu belegen.
Dass Du den anderen Stempel auch nicht kennst, ist nachvollziehbar. Auf diesen Nachkriegsganzsachen wurden als Sicherungsstempel wurden oft entweder bereits ausgediente Altstempel oder sonst wenig genutzte Stempel eingesetzt, teilweise auch die Dienstsiegel. Die Postgebietsleitzahl wurde ab Mitte 1944 eingesetzt. Möglicherweise ein Stempel vom Schalter, der Rentenkasse oder ähnlichen Stellen, der sich selten auf Belegen finden lässt. Solche schwer auffindbaren "Exoten" gibt es bei jedem größeren Postamt.
Ich habe in meinem Sammelgebiet mal eine ganze Reihe dieser Exoten gefunden, als mir ein Packen Kontoeröffnunganträge für Postgirokonten in die Hände fielen. Das sind aber eben nicht die häufigen Belege....

Herzliche Grüße
Burkhard

Freue mich über jeden Beleg für meine Heimatsammlung: (Hamburg-)Bergedorf und Kreis Herzogtum Lauenburg von Vorphila bis heute. (Alte PLZ alle 205x und 241x sowie einige 2000 (nicht Hamburg), 2061, 2071, 2401, DDR 273x und DDR 282x).
21.06.12, 22:13:02

Claus Petry

(BPP-Mitglied)

Hallo Herr Kraft,

die nachfolgenden Scans waren schon mal im beim Thema "SA und SS Abstempelungen" zu sehen, passen hier aber natürlich bestens rein.

Wie schon damals erwähnt stimmt hier die eingestellte Uhrzeit "5-6" nicht, da bei Zweikreisstegstempeln immer nur ein bzw. zwei Ziffern von "1" bis "24" für die Uhrzeit eingestellt wurden.

Die "von-bis-Variante" stammt noch aus der Zeit der Gitter- und Einkreisbrückenstempel...

Zum Vergleich auch ein echter Abdruck mit korrekt eigestellter Uhrzeitgruppe. Hier ist übrigens der Stegbruch oben schon vorhanden und zweigt klar, daß es sich um Charlottenburg "2" handelt.

"Kleinigkeiten" wie ungewöhnlich eingestellte Uhrzeitgruppen oder Punkte zwischen Ziffern oder an Stellen wo sie normalerweise nichts zu suchen haben sollten immer mißtrauisch machen.
Oft genug haben die Fälscher zwar echte Stempelgeräte, aber nicht einmal genug Kenntnisse wie eine korrekte Datumseinzustellung auszusehen hat...

Beste Grüße aus Hamburg!

Claus Petry
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22.10.12, 01:25:23
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