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philetalia

(Mitglied)

P.S.S. Die Stauchung des unteren Teils des Abklatsches könnte natürlich darauf hindeuten, dass es sich um ein Phänomen des Walzendruckes handelt, bei dem die Papierführungsrolle schneller läuft als die Druckwalze. Unter Umständen ist die schräg verlaufende Abklatsch-freie Stelle auf dem Abklatsch links von diesem mittleren "Markenzwischenraum" ein Hinweis auf ein Reißen der Papierrolle, was vielleicht zum schnelleren Drehen geführt haben könnte.
03.12.16, 11:41:10

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo Bernhard,

vielen Dank für Deine ausführlichen Erklärungsversuche.

Dieser Problematik sehe ich mich auch gegenüber gestellt:

"Wie kommt es, dass der Abklatsch auf die Markenkonturen begrenzt ist und nicht bis zu den Zahnspitzen hin läuft?"

und

"Ich sehe gerade, dass der untere Teil des Abklatsches zusätzlich auch noch gestaucht zu sein scheint, so dass das Schriftband "Deutsche Post" sogar zweimal auftaucht."

Nebenbei, im Michel-Spezial wird für die MiNr. 16 nur Plattendruck "(P)" angegeben, somit leider auch Variante "P.S.S." augenscheinlich ausfällt.

MfG
Markus
03.12.16, 11:46:56

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

der Satz scheint überhaupt interessant zu sein, findet sich auf MiNr. 1 offenbar der Plattenfehler VII "weißer Fleck im Rahmen über dem U in DEUTSCHE (Feld 23, Teilauflage)". Dieser ist im Michel nur in gestempelt registriert und mit "-.-" bewertet.

Dann fällt noch der Aufdruck der MiNr. 18 auf, verschiedene Einkerbungen im "E" und "R".

Der Aufdruck der MiNr. 20 zeigt Aufdruckfehler X "zwei Brüche im unteren Bogen des B", welcher nur bei den Markwerten vorkommt.

Gut, aus der Erfahrung heraus, sind Aufdruck- und Plattenfehler der Schwarzaufdruckmarken nicht so leicht zu einem guten Preis verkäuflich, wenn der Originalgummierung ein Falz anhaftet.

MfG
Markus
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03.12.16, 11:56:47

Juergen Kraft

(Mitglied)

Hallo,

was passiert ist kann man sehen. Auf der Gummiseite hat beim Druck der korrekten Vorderseite des Markenbilds, ein vorher, ohne Papier, ganz leicht schräg abgeschlagenes Druckbild, auf die Papierauflagefäche (Papierwalze) gedruckt. Der Abklatsch ist nur dort gut zu sehen, wo der eigentlich gewollte Druck stattfand. Einmal ist der hohe Andruck nötig, zum anderen begünstigt das eingedrungene Lösungsmittel den Abklatsch. Deshalb bleibt der Bereich "DEUTSCHE POST" des gewollten Drucks, fast frei von abgeklatscher Farbe.

Wie kommt die Schräglage zustande? Je nach Druckmaschine unterschiedlich, ist das Druckmaterial positioniert. Nehmen wir eine übliche Methode. Das Druckmaterial liegt auf einer waagrechten Fläche auf und die Papierbogen werden, auch beim Plattendruck, auf einer Walze über das Druckmaterial gerollt. Beim Walzendruck befindet sich das Druckmaterial auf einer Walze, beim Plattendruck liegt es in einer Ebene. Die Papierbogen auf der Walze (Plattendruck!) werden von einer Art Krallen gehalten. Rutscht das Papier dort heraus, kann es eine Art Papierstau geben der unzureichend befestigtes Druckmaterial verschiebt oder eine offene Kralle (verklemmtes Papier) an der Walze, kann das Druckmaterial verschieben. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Zwei Dinge passieren. Das Druckmaterial wird leicht verschoben und beim Übertragen der Farbe ist an der Stelle kein Papier. Das Phänomen ist mir durchaus altbekannt. Ich habe entsprechende Marken nicht danach aufgehoben. So interessant schien mir das nie.

Fazit: ein alter Ratschlag ist, Druckereimuseen zu besichtigen ...

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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03.12.16, 13:03:14

stampsteddy

(Mitglied)

geändert von: stampsteddy - 03.12.16, 14:12:16

Hallo Jürgen,

danke auch für Deinen Lösungsweg. Auch wenn es mir etwas vorkommt, dass ich mich gemäß der Art Deiner Antwort jetzt entschuldigen sollte, die Marke gezeigt und hinterfragt zu haben.

Berlin MiNr. 16 stammt zum Teil aus den Auflagen zur Kontrollratsserie und zum Teil aus einer Neuauflage. Alle Auflagen wurden gemäß Angabe im Michel im Plattendruck (Bogendruck) hergestellt. Somit müssen wir uns über den Walzendruck (Rotationsdruck) keinen Gedanken machen.

Die mir bisher bekannten Abklatsche aus der Kontrollratsserie, im Speziellen bei MiNr. 943, habe ich in anderer Art in Erinnerung. Bei den Berliner Scharzaufdrucken, hatte ich bisher keine gesehen und ein paar Satzausgaben sind auch schon durch meine Pinzette gelaufen.

Warten wir ab, ob uns jemand weitere Marken mit Abklatschen von Berlin MiNr. 1/20 zeigen kann. Letztendlich sind solche Bogen, da erst in einem zweiten Druckgang mit den Aufdrucken versehen, dann immerhin durch die Qualitätskontrolle gerutscht - was ich persönlich als interessant empfinde.

MfG
Markus
03.12.16, 14:08:50

Juergen Kraft

(Mitglied)

Zitat von stampsteddy:
Hallo Jürgen,

danke auch für Deinen Lösungsweg. Auch wenn es mir etwas vorkommt, dass ich mich gemäß der Art Deiner Antwort jetzt entschuldigen sollte, die Marke gezeigt und hinterfragt zu haben....


Hallo Markus,

es kommt dir nur so vor. Aus den bisherigen Ansätzen konnte ich nicht entnehmen, dass tatsächlich mögliche Vorgänge beschrieben wurden. Da ich wieder darauf hinweisen wollte, weil es eben so ist, dass Papier beim Plattendruck auf Walzen gespannt ist und das Wort "Walzen" dann falsch interpretiert werden könnte, habe ich besonders auf die Bedeutung der Begriffe hingewiesen. Beim Walzendruck werden wir das Phänomen nicht sehen. Da kann das Druckmaterial nie schräg liegen, weil auf einer Walze befindlich und auch das Papier kann nie schräg liegen, weil auf einer Endlosrolle, außer es wäre gestaucht und die Papierbahn wäre zerrissen.

Zum Beispiel schreibt philetalia: "Ein Abklatsch kann meiner Meinung nach dann auf fünf Weisen entstehen: (a) beim Plattendruck wird vergessen, einen neuen Papierbogen einzulegen ..."
Dabei wird davon ausgegangen, das Bogen eingelegt werden, also plan auf der Unterlage liegen und wie zu Gutenbergs Zeiten, eine Druckplatte von oben kommt. Das ist eine weit verbreitete falsche Annahme, die du auch schon geäußert hast.

Nach dem zweiten Weltkrieg (und auch schon davor) kommen die Papierbogen von Stapeln. Die werden durch eine Mechanik an eine Walzenführung gebracht und von dieser fixiert und über die Druckplatte gerollt. Logischerweise völlig richtig ist, dass bei einem Vorgang nicht auf Papier, sondern auf die Walze gedruckt wurde, auf der eben da kein Papier war. Die Walze kann sich aber nicht verdrehen, sondern nur das Druckmaterial darunter. Bilder meiner Druckmaschine hatte ich an anderer Stelle schon gezeigt. Da sieht man alle Teile die damit in Verbindung stehen.

Da der gewollte Druck offensichtlich nicht schief war, sonst hätte der Bogen nicht in die Zähnungsmaschine gepasst, kann nur das Druckmaterial schief gelegen haben. Die Ursache dafür kann vielfältig sein.

Bilder der Druckmaschine: https://www.stampsx.com/forum/topic.php?id=9801&goto=253839
Die großen Maschinen sehen anders aus, die Platten können auch stehen statt liegen, aber das Prinzip ist gleich.

Ansonsten schöner Plattenfehler bei der 5 Mark. Ich kaufe solche Marken gerne mit Falz.

J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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03.12.16, 14:47:45

stampsteddy

(Mitglied)

Hallo,

das nachstehende UV-Bild zeigt in der obersten Reihe Kontrollrat MiNr. 959 b, sogen. "Goldtaube".

Der Eckrandviererblock auf der linken Seite im Bild ist ebenfalls MiNr. 959 b und der rechts im Bild MiNr. 959 c

Zu welcher Farbe die drei gestempelten Marken MiNr. 959 genau gehören, entzieht sich meiner Kenntnis.

In der untersten Reihe befinden sich drei Stück Berlin MiNr. 17 c (UV hellgelbgrün, fluoreszierend).

Eine MiNr. 17 b müsste genau in genau der Art wie MiNr. 959 b "sehr stark fluoreszieren". Somit habe ich keine MiNr. 17 b

Rein theoretisch müsste es sich doch nun bei den anderen drei MiNr. 17 um solche handeln, die zu 17 a gehören??

MfG
Markus
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03.12.16, 17:12:29

Juergen Kraft

(Mitglied)

Zitat von stampsteddy:
... Zu welcher Farbe die drei gestempelten Marken MiNr. 959 genau gehören, entzieht sich meiner Kenntnis.

Hallo,

das sind drei "a". Hier habe ich etwas im passenden Thema zur Urmarke geschrieben.


J. Kraft
Mitglied AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)

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04.12.16, 18:14:31

Michel2

(Mitglied)

Hallo,

vielleicht kann ja jemand helfen. Ich bin dabei die Briefmarken meines Vaters zu sortieren und hab eine gefunden, bei der ich nicht so richtig weiß was es ist. Handelt es sich um einen Abklatsch oder wurde die Rückseite bedruckt?

Grüße
Michael
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25.12.16, 14:55:45

Gurkenglas

(Mitglied)

Hallo, da spiegelverkehrt, handelt es sich wohl am ehesten um einen Abklatsch. Viele Grüße Chris
25.12.16, 18:01:19
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