Autor Nachricht

Altsax

(Mitglied)

Kann jemand bei der nachfolgend gezeigten Marke die Nummer des Aufdrucks (Berlin 5..) bestimmen und den Tagesstempel zuordnen (West- oder Ostberlin)?

Altsax
Dateianhang (verkleinert):

 Berlin 30.6.1848 m.jpg (285.06 KByte | 12 mal heruntergeladen | 3.34 MByte Traffic)

13.01.10, 09:34:29

philnum

(Mitglied)

geändert von: philnum - 13.01.10, 11:11:42

Hallo Altsax,

ganz unten rechts steht die 8, die zu "3 Berlin 58" (Prenzlauer Berg, Eberswalder Str.) gehört, der Gruppenaufschlag für diesen Bezirkshandstempel beträgt 0 (= häufig). Der Stempel erscheint zeitgerecht, auch wenn die genaue Postamtsnummer leider nicht identifizierbar ist. In West-Berlin verwendete SBZ-Bezirkshandstempel aus dem Bezirk 3 (Ost-Berlin) werten ohnehin nur mit 10 % Aufschlag.

Im Übrigen gilt bei SBZ-Bezirkshandstempel-Aufdrucken, wie auch bei dem weiter vorn angesprochenen Ortsstempel mit der Zusatzbezeichnung "WITTENBERG-LUTHERSTADT", dass nicht unbedingt ein glasklarer Vollstempel erkennbar sein muss, damit die zeitgerechte Entwertung der Marke prüfbar ist. Vielmehr sind bedarfsgebrauchte Stücke mit höherer Wahrscheinlichkeit echt als saubere Gefälligkeitsabstempelungen. Der kurze Verwendungszeitraum lässt häufig auch zu, dass bloße Stempelfragmente anhand von Vergleichsstücken ähnlicher Stempel"qualität" [Farbe, Abschlag usw.] zugeordnet werden können.

MiNr. 172 I (Aufdruck auf 16-Pf-Wert Arbeiterserie im Bezirk 3) notiert mit M€ 9,-.

Beste Sammlergrüße

philnum
13.01.10, 10:52:34

Altsax

(Mitglied)

Hallo philnum,

vielen Dank für die prompte Information.

Die Marke befindet sich auf einem Briefteil mit Absenderstempel. Vielleicht läßt sich daraus auf den Stempel schließen. Das zusätzlich angebrachte Signum scheint mir ein Händlerstempel zu sein, der wohl wenig Rückschlüsse zuläßt.

Beste Grüße

Altsax
Dateianhang (verkleinert):

 Berlin 30.6.1848, Absenderstpl..jpg (249.16 KByte | 12 mal heruntergeladen | 2.92 MByte Traffic)

Dateianhang:

 Berlin 30.6.1848, Signum.jpg (14.94 KByte | 11 mal heruntergeladen | 164.34 KByte Traffic)

13.01.10, 11:16:14

philnum

(Mitglied)

Mutmaßlich handelt es sich um einen Tagesstempel des Postamtes "BERLIN N 58", weil der Absender (Berliner Energieversorger) seinen Sitz in dessen Einzugsgebiet hatte. 16 Pf war die Gebühr für einen Ortsbrief oder eine Drucksache bis 100 Gramm. Eine gezielte Aufgabe der Sendung mit SBZ-Aufdruckmarken in West-Berlin wäre zwar möglich, ergibt aber weder währungstechnisch einen Sinn (an West-Berliner Postschaltern mussten die westzonalen Posthörnchen-Aufdrucke 1:1 für Ost-Währung verkauft werden) noch postalisch (Postkrieg: nur Nichtanerkennung von DM-West-Frankaturen in Richtung Osten).
13.01.10, 12:21:30

Dienstheini

(Mitglied)

Hallo:
Zusammen.
Mein Sammelgebiet sind nicht Bezirkshandstempel aber es haben sich doch einige zu mir verlaufen, siehe Bild. Ich möchte nur wissen ob der Blaue Stempel auch Echt sein kann??? sieht etwas Komisch aus Oder ?????
mfg. Dienstheini.
Dateianhang (verkleinert):

 Leipzig.jpg (183.47 KByte | 12 mal heruntergeladen | 2.15 MByte Traffic)

13.01.10, 13:17:20

philnum

(Mitglied)

Hallo Dienstheini,

im Regelfall wurde der Bezirkshandstempel in schwarzer Stempelfarbe angebracht, aber auch in Violett, Lila oder Blau. Auf dunklen Urmarken wurde mancherorts rote Stempelfarbe verwendet. Grün kommt zuweilen ebenfalls vor.

Links im Bild ist MiNr. 174 V ("27 Leipzig 12"; ohne Gruppenzuschlag), wohl zeitgerecht entwertet und im Katalog mit M€ 3,50 notiert. Die Marke in der Mitte ist MiNr. 172 V ("27 Leipzig 2?") mit unleserlichem Stempel (Katalogwert wäre M€ 8,-). Rechts ist ein Prachtexemplar einer MiNr. 174 V ("27 Leipzig C 10" ebenda abgestempelt am 26.6.48 und damit zeitgerecht) im Markenwert von M€ 3,50 zuzüglich eines Aufschlags von M€ 15,- für den nicht häufigen Bezirkshandstempel. Dieser Aufdruck ist nicht als besonders fälschungsgefährdet bekannt.

Beste Sammlergrüße

philnum
13.01.10, 13:59:39

Dienstheini

(Mitglied)

geändert von: Dienstheini - 13.01.10, 14:48:18

Hallo:
@ Philnum.
Danke fürs erklären, werde den Marken ein kleines Zettelchen vergönnen für später wenn ich wieder alles vergessen sollte. Ist ein schönes Sammelgebiet, aber mann kann nicht alles sammeln, Leider !!!!
mfg. und Danke sagt...
Dienstheini.
13.01.10, 14:44:14

philnum

(Mitglied)

geändert von: philnum - 13.01.10, 15:52:04

Lose Marken und auch philatelistisch motivierte Sammlerbriefe sind freilich nicht annähernd so interessant wie echt gelaufene Bedarfsbelege, vor allem die nur sehr kurze Zeit (wenige Tage) möglichen Mischfrankaturen aus Zehnfachfrankatur, SBZ-Handstempelaufdrucken und SBZ-Maschinenaufdrucken sowie über normale Briefe und Karten im Orts- und Fernverkehr hinausgehende, spezielle Verwendungsformen.

Als Beispiel anbei ein Auslandsbrief in die USA, aufgegeben in "Wiesenbad (Erzgeb) 9.7.48". Hier wurden die nur bis 10.7.1948 frankaturgültigen SBZ-Handstempelaufdrucke aufgebraucht, u. a. ein mangels passender Portostufe kaum benutzter Wert zu 15 Pf, weshalb der Brief wohl auch leicht überfrankiert ist. Daneben wurden die am 3.7.1948 verausgabten Marken mit SBZ-Maschinenaufdrucken verklebt.

Solche Bedarfspost bildet das Vergleichsmaterial für die Beurteilung, ob bestimmte Handstempelaufdrucke (auf losen Marken) zeitgerechter Natur sein können. Experten können teilweise auch an der "ortsüblichen" Stellung und Stärke des Abdrucks (Winkel, welche Buchstaben/Zahlen regelmäßig im Markenbild stehen usw.) erkennen, ob die Handstempel amtlicherseits angebracht wurden, da jeweils nur relativ wenige Postangestellte mit dieser Aufgabe betraut worden sein dürften.

Um abschließend eine eingangs gestellte Frage zu beantworten:
Allgemeingültige Echtheitskriterien kann es angesichts hunderter verschiedener Typen von Bezirkshandstempel-Aufdrucken, die noch dazu in Handarbeit hergestellt wurden, nicht geben. Beim Erwerb teurer Marken und Belege ist wegen der Fälschungsgefahr eine aktuelle Prüfung sehr zu empfehlen. So gilt beispielsweise die auf der ersten Seite ganz oben im Briefstück gezeigte, überdruckte rote 12-Pf-Ziffernmarke als nicht prüfbar und ist nicht mehr katalogisiert.
Dateianhang (verkleinert):

 SBZ.jpg (336.01 KByte | 40 mal heruntergeladen | 13.13 MByte Traffic)

13.01.10, 15:34:19

philnum

(Mitglied)

Bei echt gelaufenen Einschreibbriefen wie diesem hier (rückseitig Ankunftsstempel) kann man sich eine Prüfung sparen und gewinnt wertvolles Vergleichsmaterial:

Je im waagerechten Paar findet sich der Bezirkshandstempel "3 Berlin 8" als MiNr. 167 I, 170 I, 171 I (der gebraucht seltenen Wertstufe 15 Pf) und 172 I in Mischfrankatur mit dem Maschinenaufdruck MiNr. 185 auf einem portorichtig frankierten Einschreib-Fernbrief der 2. Gewichtsstufe, abgestempelt am letzten Gültigkeitstag "Berlin N 34, 10.7.48" (Sowjetischer Sektor).
Dateianhang (verkleinert):

 R-Bf_3_Berlin_8.jpg (211.78 KByte | 27 mal heruntergeladen | 5.58 MByte Traffic)

21.02.10, 17:01:24

inselpost

(Mitglied)

Schön, das auch hier Handstempler sind, das Briefstück mit der Ziffer 12 von Berlin 54 ist sicher falsch, die rote 12 ist eine der seltensten Ziffernwerten die nur in einer Hand voll orten als Einwandfrei verausgabt nachgewiesen ist. Der m- Stempel von Berlin 58 gilt asl ungeklärt und kommt nur auf Fälschungen vor. ( Quelle Handbuch Arge Bezirkshandstempel)

Anbei einige schöne Belege

Berlin Köpenick rot Achterblock auf Briefrückseite
Dateianhang (verkleinert):

 köpenick c.jpg (92.41 KByte | 30 mal heruntergeladen | 2.71 MByte Traffic)

05.03.10, 17:57:44
Gehe zu:
Forum Regeln:

Es ist ihnen nicht erlaubt, neue Beiträge zu schreiben.
Es ist ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu erstellen.
Es ist ihnen nicht erlaubt, ihre Beiträge zu bearbeiten.
Es ist ihnen nicht erlaubt, ihre Beiträge zu löschen.


HTML Code ist AUS
Board Code ist AUS
Smilies sind AUS
Umfragen sind AUS

Benutzer in diesem Thema
Es lesen 0 Gäste und folgende Benutzer dieses Thema:
Archiv
Ausführzeit: 7.423 sec. DB-Abfragen: 14
Powered by: phpMyForum 4.1.4 © Christoph Roeder
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste und erhöhen deinen Komfort. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden! Datenschutzerklärung